Review

Reviews 8.5

IQ

The Seventh House

Ausgabe: RH 166

(56:53) Was Arena nach ihrem "The Visitor"-Glanzstück nicht geglückt ist, schaffen die Londoner Kollegen von IQ: einem makellosen Progressive-Rock-Meisterwerk einen (fast) gleichwertigen Nachfolger hinterherzuschicken. Abgesehen von der minimal geringeren Quote an Gänsehaut-Refrains hat "The Seventh House" alles, was auch schon den Doppeldecker "Subterranea" auszeichnete. Peter Nicholls warme Stimme klingt beinahe so beeindruckend wie die des jungen Peter Gabriel, Tasten-Zwerg Martin Orford rollt einmal mehr Dutzende von zutiefst atmosphärischen, farbenprächtig bestickten Synthie-Soundteppichen aus (der Mittelteil von 'Zero Hour' hat allerfeinstes Hollywood-Soundtrack-Niveau), und die übrigen drei Musiker zimmern ein wasserdichtes, erstaunlich massives und mit haufenweise überraschenden Harmoniewechseln und originellen Melodien bestücktes Fundament für die Kunststückchen der beiden Hauptakteure. Gitarrist/Ambient-Freak Michael Holmes unterfüttert den ansonsten leicht Mittsiebziger-Genesis-lastigen Sound dabei ebenso unauffällig wie effektiv mit diversen topmodernen Klangelementen, die "The Seventh Hour" von jeglichen Retro-Vorwürfen freisprechen dürften. Hier treffen erstklassiges Songwriting, exzellente spielerische Fähigkeiten, glasklare Arrangements und eine völlig zeitlose Produktion aufeinander. Aber was erzähl' ich noch, sämtliche Prog-Freunde sind eh schon seit mindestens anderthalb Sätzen im Schweinsgalopp auf dem Weg zum nächsten Außenposten des Tonträgerhandels...

Autor:
Michael Rensen
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