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REVIEW 8.0 19.02.2020

(Album, RH 394, 2020)

EARTH ROT - Black Tides Of Obscurity

PLUS-MINUS EARTH ROT kommen aus Australien und haben bisher zwei Platten in Eigenregie veröffentlicht. Nun folgt das Labeldebüt, und das hat es in sich. Das Quartett spielt eine ziemlich eigenständige Mischung aus Old-School-Death mit Schweden-Sound und Black Metal der Marke Marduk. Die gemeinsame Tour hat offenbar Spuren hinterlassen. EARTH ROT wechseln fließend zwischen ihren Einflüssen, wobei die Songs in ihrem Fokus variieren. Mal hat man es mit grobgeschnitztem Death Metal zu tun, mal stehen melodische Singlenote-Riffs im Vordergrund. Zusammengehalten wird „Black Tides Of Obscurity“ durch den fetten Sound und die kompositorische Kompaktheit, in der sich widerspiegelt, dass die Bandgründer Tom Waterhouse (g./v.) und Jared Bridgeman (b./v.) zusammen Grind-Songs komponiert haben, bevor es mit EARTH ROT richtig losging. Lediglich wenn die Band bluesige oder proggige Elemente integriert, droht der Stilmix auszufransen. Doch das geschieht nur selten und schmälert den positiven Gesamteindruck nicht. Sebastian Schilling 8 Man nehme: Ein paar klischierte Genre-Schlagwörter von „rot“ über „black“ bis zu „obscurity“, hebe passenderweise aus Skandinavien stammende Stilmittel unter und verquirle alles ganz schnell - fertig ist ein weiteres gesichtsloses, wenn auch druckvoll und handwerklich tadellos in Szene gesetztes Extrem-Metal-Album, das diese Bezeichnung im Grunde nicht verdient. Wieso? Nun, EARTH ROT klingen auf ihre leidlich glaubwürdig böse und aggressive Art dermaßen austauschbar, dass sie niemandem wehtun, so laut und flott sie auch spielen mögen. Blues ist an diesem Album allenfalls die Tatsache, dass die kreative Armut seiner Schöpfer traurig macht, und mit Prog kann Sebastian eigentlich nur „programmatisch“ im Sinne lehrbuchmäßiger Langeweile meinen. Andreas Schiffmann 4

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REVIEW 8.0 19.02.2020

(Album, RH 394, 2020)

CREMATORY - Unbroken

CREMATORY haben in ihrer Karriere so viele Fettnäpfchen durchstampft, dass kübelweise Häme über ihnen ausgekippt wurde - und wird. Vieles davon haben sie selbst zu verantworten. Dennoch hat sich das Gemecker im Lauf der Zeit dermaßen verselbständigt, dass man die Truppe schon fast aus Protest gut finden müsste. Das hat trotzdem nur bedingt mit Mitleidsbonus oder chronischem Oppositionsdenken zu tun. Denn der prollige Gothic Metal der Süddeutschen ist immer wieder für echte Treffer gut. Das gibt bloß kaum jemand zu, genau wie bei Scooter, Sabaton & Co. Die Hits aus der Ära mit Gitarrist/Co-Sänger Matze Hechler (´The Fallen´, ´Perils Of The Wind´...) bleiben unerreicht, auch wenn CREMATORY genau solche Songideen auch auf „Unbroken“ mal wieder geschickt „recyceln“ und zudem erneut in ´Tears Of Time´/´Time For Tears´-Gefilden wildern. Dafür ist das Gesamtniveau 2020 sehr ansehnlich. Und endlich ist auch das Coverartwork weg von der Hilfsschulen-Grafik der meisten Vorgänger. Natürlich sind die allgegenwärtigen Elektro/NDH-Spielereien nur für Leute zeitgemäß, die Rammstein für „modern“ halten. Aber es geht hier nicht um irgendwelchen Hipster-Mist, sondern um einen Stil, der tief in den Neunzigern fußt. Dazu passt auch das !distain-Cover ´Like The Tides´. Es stört nicht mal, dass viele Texte und Felix´ Aussprache (Clean-Sänger Connie ist da ´ne Liga drüber) hart am Grundschulniveau kratzen. Hört euch das Lindemann-Debüt an. Da hat´s sogar für den Charts-Thron gereicht. Die Fanbase freut sich über eines der besten CREMATORY-Alben, der Rest nörgelt halt weiter vor sich hin...

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