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REVIEW 8.5 18.11.2020

(Album, RH 402, 2020)

LOUDBLAST - Manifesto

Sechs Jahre nach ihrem letzten, nicht ganz so prallen Longplayer „Burial Ground“ wollen es die französischen Death-Metal-Veteranen LOUDBLAST noch mal wissen. „Manifesto“ ist von einem ganz anderen Kaliber als sein Vorgänger. Es scheint, als hätte Bandleader Stéphane Buriez auf „Manifesto“ alle Stärken der Historie gebündelt. Gleich der Eröffnungsdoppelschlag ´Todestrieb´ und ´Relentless Horror´ schlägt gezielt ins Kontor: druckvoll produzierter Death Metal mit leichter Morbid-Angel-Kante, geradlinig und dennoch variabel arrangiert. Die nachfolgenden ´Erasing Reality´ und ´The Promethean Fire´ (erinnert leicht an Behemoth) fahren das Tempo etwas runter, überzeugen dafür mit düster-atmosphärischen Vibes, wobei das Intensitäts- und Dynamiklevel hoch gehalten wird. LOUDBLAST schaffen es auf „Manifesto“, Death Metal der alten Schule modern und geradlinig klingen zu lassen, wobei man immer wieder überraschende Wendungen in die Songs einflechtet. Das gilt auch für das geniale ´Festering Pyre´, das als Knüppelsong startet, ehe ein völlig obskures Streicher-Break einsetzt und eine gänzlich andere Atmosphäre heraufbeschwört. Das abschließende Doom-Death-Monster ´Infamy Be To You´ gleicht dann einem Abstieg in die Hölle. Ich bin mächtig beeindruckt von „Manifesto“, denn LOUDBLAST haben es geschafft, ihren Death Metal in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Sehr starke Scheibe!

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REVIEW 6.5 18.11.2020

(Album, RH 402, 2020)

MACABRE - Carnival Of Killers

PLUS-MINUS Man braucht MACABRE nicht als Kultband zu verklären, um ihnen etwas abzugewinnen, doch wenn man wie Patrick noch nie etwas mit ihrem überdrehten, aber auf den zweiten Blick gar nicht mehr so komödiantischen „Murder Metal“ anfangen konnte, wird man auch nicht von „Carnival Of Killers“ zum Fan konvertiert. Schließlich bleibt das virtuose Trio bei seinen Leisten, indem es durch nichts weniger als solide Kurzkompositionen mit Texten über reale Serienkiller hastet, wobei Kinderlied- bzw. Abzählvers-artige Melodien mit klassisch amerikanischem Death Metal einhergehen. Was hauptsächlich nervt, sind die Vocals, doch Patricks niedrige Wertung ist schlicht indiskutabel, weil hier beschlagene Überzeugungstäter (!) zocken, die wissen, was sie tun, und rein gar nichts glorifizieren. Andreas Schiffmann 6,5 Für die einen sind MACABRE der ganz große Kult, für die anderen der allergrößte Mist. Der Rezensent gehört seit jeher zur letzteren Gruppe, weshalb ein einigermaßen objektives Review schwierig werden dürfte. Neun Jahre haben die Serienkiller-Freaks für ein neues Album gebraucht, eine ganz schön lange Zeit. Das Ergebnis ist im Prinzip wie immer: rumpeliger Grind/Death-Irgendwas-Core, der mehr nach Verkehrsunfall als Metal tönt. Die idiotischen Schunkel-Polka-, gelegentlich auch Country-inspirierten Rhythmen und Einflüsse lassen meine Füße gelb werden; mit Grausen muss man sich als Hörer von so viel Dilettantismus abwenden. „Liedgut“ wie ´Stinky´ (yeah!), die Elvis-Vergewaltigung ´Them Dry Bones´ oder das unerträgliche Katzen-Gejaule in ´Slaughter House´ erfüllen den Tatbestand der Körperverletzung. Und mit der Glorifizierung psychopathischer Massenmörder habe ich schon immer ein Problem gehabt. Vielleicht kapiere ich auch einfach nicht den Witz dahinter. Pfui Deibel! Patrick Schmidt 1

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REVIEW 9.0 18.11.2020

(Album, RH 402, 2020)

MASSENDEFEKT - Zurück ins Licht

Den Ausstieg von Gitarrist Clausi haben MASSENDEFEKT mit Nachfolger Nico freundschaftlich gelöst. Kreativ wurde der Wechsel unbeschadet überstanden und die Klasse des starken Top-Ten-Vorgängers „Pazifik“ mindestens gehalten. Die Düsseldorfer Punkrocker loten die Grenzen ihres Genres noch weiter als bisher eh schon aus und schaffen damit ein enorm abwechslungsreiches Album mit etlichen Hits. Neben stilistischen Nummer-sicher-Songs wie den zwingenden Singalong-Hymnen ´Autopiloten´, ´Schiffbruch´ und ´Spuck in die Luft´ (feat. Henning Wehland) sowie der hypermelodisch-rasenden Fat-Wreck-Bewerbung ´Totes Land´ (DüsiCore statt CaliCore?) gibt es zahlreiche gelungene Experimente. Dazu zählen u.a. die mit elektronischen Soundscapes und viel Dynamik arbeitende zweite Single ´Letzte Worte´, das sowohl mit einem fetten Metal-Downbreak als auch mit Rapper Ferris MC gleich in zwei Richtungen wild auskeilende ´Mehr!´ sowie einige coole Rocker im The-Hives-Stil, die ordentlich Arsch treten. Obendrein gibt es noch bemerkenswerte Texte, die ebenfalls ein großes Spektrum abdecken. Neben vielen engagierten Protestsongs gegen Rechts und einer Watschn für die Social-Media-Lemminge, die unreflektiert alles nachplappern, glänzen vor allem der aus der Perspektive des Alkohols geschriebene Beziehungstext von ´Freunde, dachte ich´ sowie die sarkastische Ü40-Hymne ´Neelassma´ (okay, ertappt!). Dieses Licht strahlt verdammt hell!

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