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REVIEW 8.0 20.03.2019

(Album, RH 383, 2019)

UNDEAD PROPHECIES - Sempiternal Void

(PLUS-MINUS) Undead heißen jetzt UNDEAD PROPHECIES und bringen mit „Sempiternal Void“ ihr zweites Album raus. Während der Vorgänger „False Prophecies“ (2015) noch klar als Death-Worship durchging, klingt „Sempiternal Void“ nun wie eine aufgebohrte, zeitgemäße Variante der Death-Frühwerke „Scream Bloody Gore“ und „Leprosy“. Das liegt einerseits am Sound, der die Gitarren stärker in den Vordergrund rückt, und auch an den Effekten, mit denen die beiden Sechssaiter ihren Sound punktuell anreichern. Das ist schon alles sehr ordentlich und läuft gut rein. Auch das Venom-Cover ´Warhead´ kommt gut. Was aber nach wie vor wie ein billiger Marketing-Trick rüberkommt, ist die Verkleidung mit Kutten und die Geheimhaltung der Identität der Musiker. Konnte man zur Veröffentlichung des Debüts noch annehmen, dass sich hier ein paar wirklich bekannte Mucker zusammengetan haben, muss man nun annehmen, dass das nicht der Fall ist. Sonst wäre da schon etwas durchgedrungen. Der Musik tut das aber natürlich keinen Abbruch. Sebastian Schilling 8 Ob UNDEAD PROPHECIES aus Promis bestehen, ist egal, doch dass sich die Mitglieder anonym geben, um nicht von ihrer „Kunst“ abzulenken (bla...), macht das Projekt nicht sympathischer, vor allem im Vergleich zu kompositorisch wie ästhetisch pfiffigen Bekennern vom Schlage Bloodbaths. „Sempiternal Void“ spiegelt wie sein Vorgänger allenthalben die gegenwärtige Praktik von Labels wider, mit ihren Signings auf Nummer sicher zu gehen und ihr Publikum zu unterschätzen. Statt Mut zur Unterstützung innovationsfreudiger Acts zu beweisen, drängt man uns Wiederkäuer und Kapuziner bzw. Haubentaucher wie diese hier (oder im Übrigen auch ihre Label-Kollegen Thron) als nächsten heißen Scheiß auf; die dazugehörende Musik ist dann meistens - so auch in diesem Fall - kalter Kaffee: Muckefuck zum einmaligen Gurgeln, Ausspucken und Vergessen. Müssen wir uns mittlerweile mit so wenig zufriedengeben? Andreas Schiffmann 5

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REVIEW 7.5 20.03.2019

(Album, RH 383, 2019)

TWISTED TOWER DIRE - Wars In The Unknown

Unverhofft kommt oft - und der nächste Fünfer ins Phrasenschwein. Dort müssen auch die aus der Versenkung aufgetauchten TWISTED TOWER DIRE kräftig einzahlen, wenn es ums Schwingen von Parolen „of steel“ geht, aber will man von Veteranen etwas anderes hören? Außerdem tun es die Amerikaner auf ihrem Comeback-Album so geschmackvoll und glaubwürdig wie wenige, ohne dass man sie nur der Kauz-Klientel schmackhaft machen dürfte, im Gegenteil. Auf jeden Fall wäre es schön, wenn die Band davon profitieren könnte, dass epischer (US-)Metal derzeit auf breiterer Ebene gewürdigt wird. Die dazu notwendigen Songs enthält „Wars In The Unknown“, allen voran den klassischen Galopp ´Tear You Apart´ und das elegische ´A Howl In The Wind´. Gleichwohl die Scheibe das Niveau des Geniestreichs „Netherworlds“ (2007) nicht erreicht, ist sie die beste der Gruppe seitdem. Und überhaupt: welcome back! 3 Fragen an TWISTED TOWER DIRE-Gitarrist David Boyd: David, obwohl euer früherer Sänger Mark erst nach seinem Ausstieg bei einem Verkehrsunfall starb, scheint euch sein Tod den Wind aus den Segeln genommen zu haben, sonst hättet ihr euch in den letzten Jahren nicht so rar gemacht, oder? »Während jener Zeit ist viel in unser aller Leben passiert. Ich verlor meine Mutter, mehrere Freunde und meinen Hund, Scott trinkt nicht mehr, weil er mittlerweile Ultramarathonläufer ist, und hinzu kamen sowohl Jobwechsel als auch anderer privater Kleinkram. Beim Songwriting mit unserem Drummer setzte ich mich nicht unter Druck, auch darum dauerte alles so lange. Was Tony angeht: Wir haben ihn geliebt und vermissen ihn nach wie vor. Er hat unseren Sound stark mitgeprägt und lebt auch auf dem neuen Album weiter.« Habt ihr beim Schreiben des Metal-Shantys ´And The Sharks Came Then´ Running Wild gehört? »Ich wollte die Geschichte eines alten Schiffs erzählen, dessen Besatzung einen fürchterlichen Sturm durchsteht Obwohl wir auf Running Wild stehen, haben sie uns aber nicht dazu inspiriert. Unser anderer Gitarrist Scott schrieb meinen Gitarrenpart für den Refrain um, der nicht sonderlich gut war; die endgültige Fassung ist viel geiler und erinnert mich an eine typische Hymne aus der Stadion-Rock-Ära.« Ist die trashige Comic-Ästhetik des Artworks der Platte so gewollt? »Wir zeigten Martin Hanford, von dem es stammt, unsere Lieblingsmotive von Frank Frazetta und machten ihm ein paar ungefähre Vorgaben, nachdem wir ihm früher immer haarklein erklärt hatten, was wir uns vorstellen. Diesmal durfte er sich austoben, auch weil ich finde, dass Kunst dieser Tage oft zu verkopft und vorhersehbar ist. Den Plattentitel habe ich einfach handschriftlich ergänzt.«

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