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REVIEW 9.0 16.12.2020

(Album, RH 403, 2020)

SOILWORK - A Whisp Of The Atlantic

Man kann vor dem Kreativ-Duo Björn „Speed“ Strid und David Andersson nur immer wieder den Hut ziehen: Die beiden hauen nicht nur in hoher Schlagzahl superbe Alben von SOILWORK und The Night Flight Orchestra raus, sondern bedienen ihre Fans zwischendurch auch noch mit Single-Veröffentlichungen, die nicht auf den Alben zu finden sind. Bei SOILWORK haben sich in Form der „Feverish Trinity“ gleich drei solcher bisher nur digital veröffentlichter Singles angesammelt, die nun auf „A Whisp Of The Atlantic“ zu EP-Ehren kommen. Doch damit nicht genug: Mit ´The Nothingness And The Devil´ gibt es noch einen weiteren Hochkaräter auf die Ohren. Die Krönung ist allerdings das ambitionierte Titelstück, das mit einer Spielzeit von über 16 Minuten aufwartet und von jazzigen Untertönen bis zu Blastbeats ein verdammt breites Spektrum abdeckt, ohne gekünstelt zu klingen. Keine Frage, Strid und Andersson zählen derzeit zu den besten Songwritern der Szene, und wenn man „A Whisp Of The Atlantic“ als Maßstab nimmt, dürfte uns 2021 der nächste Album-Kracher ins Haus stehen! 3 Fragen an SOILWORK-Gitarrist David Andersson: David, viele Künstler experimentieren derzeit mit alternativen Veröffentlichungsmodellen, weil die Bedeutung des Albumformats in Zeiten des Streamings an Relevanz einzubüßen scheint. Könnt ihr euch vorstellen, in Zukunft nur noch Singles und EPs zu veröffentlichen, oder steht als Nächstes wieder ein SOILWORK-Longplayer ins Haus? »Ich denke, dass wir beides machen werden. Ich mag die Idee von Singles und EPs, die für sich stehen, denn es erlaubt einem als Musiker, etwas mehr zu experimentieren. Aber wir planen, nächstes Jahr ein Album zu veröffentlichen. Selbst wenn das heutzutage nicht mehr die schlaueste Option sein mag, das Albumformat stellt immer noch etwas Besonderes dar, vor allem für Leute, die damit aufgewachsen sind, Longplayer zu hören.« Die lyrischen Themen der EP sind recht philosophisch ausgefallen. Lest ihr viel philosophische Literatur, oder woher stammen eure Inspirationen? »Ich liebe das Bücherlesen seit meiner Kindheit, ich war schon damals ein nerdiger Bücherwurm und bin es heute noch. Ich lese immer noch vier bis fünf Bücher pro Woche. Als ich jünger war, habe ich die meisten Klassiker von u.a. Sartre und Schopenhauer verschlungen, was meine Weltsicht wohl geprägt hat. Heutzutage bin ich etwas bequemer und lese hauptsächlich Urban Fantasy, Musiker-Biografien und Poesie. Außerdem muss ich viele wissenschaftliche Aufsätze lesen, weil ich hauptberuflich als Doktor und Wissenschaftler arbeite.« Warum habt ihr euch entschlossen, die EP nur digital und auf Vinyl zu veröffentlichen? Warum gibt es kein CD-Format? »Ich habe keine Ahnung, das war die Entscheidung von Nuclear Blast. Vielleicht weil es heutzutage schwierig ist, CDs an den Mann zu bringen?« (rb)

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REVIEW 8.5 16.12.2020

(Album, RH 403, 2020)

SQUEALER - Insanity

Auch wenn SQUEALER zu Beginn ihrer Karriere - die Combo wurde 1984 vom späteren AFM-Records-Boss und Edguy-Entdecker Andreas „Henner“ Allendörfer (R.I.P.) gegründet - regelmäßig in die Thrash-Metal-Schublade gesteckt wurden, waren die Schwalmstädter eigentlich schon immer eine Band in der Schnittmenge von Thrash-, Power- und Trad-Metal teutonischer Prägung. Dabei gelang es den unterbewerteten Nordhessen im Laufe der Jahre, ihren Stil konsequent weiterzuentwickeln, aus dem anfangs etwas grauen Falter ist längst ein bunter Schmetterling geworden. Dafür ist das - je nach Zählart - neunte bzw. zehnte Studioalbum des Fünfers der schlagende Beweis. Neben einem erstklassigen Händchen für feine Melodien, opulente Refrains und Chöre überzeugen SQUEALER besonders in puncto Klampfen auf ganzer Linie, denn die Gitarrenarbeit der Bandveteranen Lars Döring und Michael Schiel ist top, und auch Sänger Sebastian Werner muss sich mit seinem facettenreichen Organ nicht hinter der Genre-Konkurrenz verstecken. Anspieltipps: die Thrasher ´Into Flames´, ´My Journey´ und ´Hunter Of Myself´, die herrlichen Power-Hymnen ´Salvation´ und ´Lose Control´, der fast schon kitschige Melodic-Rocker ´Low-flying Brains´ und die von Michael am Klavier komponierte Ballade ´Black Rain´, bei der die befreundeten Sirenen Bernhard Weiss (Axxis) und Zak Stevens (Circle II Circle, ex-Savatage) sowie Gitarrist Roland Grapow (Masterplan, ex-Helloween), der auch für Mix und Mastering von „Insanity“ sorgte, als Gastmusiker zu hören sind.

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