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REVIEW 8.0 27.05.2020

(Album, RH 397, 2020)

ALESTORM - Curse Of The Crystal Coconut

PLUS-MINUS Während Kollege Peters beschwingt zu „Curse Of The Crystal Coconut“ die Rum-Buddel leert und ich (natürlich in zwei Metern Abstand) die Piratenflagge schwinge, höre ich im Geiste schon die „Ausverkauf!“-Unkenrufe, denen ALESTORM den (selbst-)ironischen Opener ´Treasure Chest Party Quest´ entgegensetzen. Wer die Schotten mag, wird ihre neue Platte lieben, und auch darüber hinaus dürfte das Album eine breite Hörerschaft erreichen. Neu ist das Piraten-Folk-Party-Metal-Gemisch nicht unbedingt, allerdings setzt die Band um Captain Christopher Bowes mit Thrash-, Pagan-, Reggae- und kleinen Rap-Ausflügen genreübergreifende Akzente und ihre Gastmusiker (u.a. Geigerin Ally Storch, Finntroll-Fronter Vreth) sinnvoll ein. Die Scheibe sorgt für gute Laune und zahlreiche Text-Grinser - genau das, was man in dumpfen Corona-Zeiten für seine Ein-bis-zwei-Personen-Party gebrauchen kann. Alexandra Michels 8 Ich bin es eigentlich leid, über den Kaffeesatz der Metal-Szene zu lästern, den manche Labels regelmäßig aus ihren Kaffeetassen kratzen und gewinnbringend an wen auch immer verkaufen. Auch sollen diese ständigen Lästereien nicht heißen, dass ich mich für etwas Besseres halte als die offensichtlich vielen Menschen, die Bands wie ALESTORM mit Freude hören. Aber „Curse Of The Crystal Coconut“ ist sowohl musikalisch als auch inhaltlich genauso seicht wie seine Vorgänger, und auch wenn wir uns momentan vielleicht häufiger denn je vorübergehend aus der Realität ausklinken sollten, gibt es dafür zig gehaltvollere Angebote. Danke und weg. Andreas Schiffmann 3

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REVIEW 7.5 27.05.2020

(Album, RH 397, 2020)

ASKING ALEXANDRIA - Like A House On Fire

Nehmen wir an, man nähme einen Anhalter mit, der einen fragt, was man beruflich so treibe. „Unter anderem Journalist für Hardrock und Metal.“ Der Daumenwinker sagt: „Cool, spiel mal was ein!“ In der Playlist: das sechste Album von ASKING ALEXANDRIA, fünfter Song, ´I Don´t Need You´ mit Gastsängerin Grace Grundy, einem blutjungen Mädchen, das sich mit Coverversionen im Netz einen Namen gemacht hat. Der Anhalter würde lauschen, lachen und sagen: „Da sieht man´s mal wieder! Lügenpresse! Von wegen Metal!“ Klar, man könnte ihm andere Stücke vorspielen, mit wuchtigen Gitarren und rollenden Grooves, mit enorm unterhaltsamem Punch. Wäre er Drummer, würde er Luftschlagzeug spielen und Dinge sagen wie: „Das klingt ja so, als hätte man zur Jahrtausendwende King´s X, Fall Out Boy und Linkin Park gekreuzt.“ Als Freund guter Stimmen würde er den wirklich wunderbaren Soulschmelz von Danny Worsnop feiern, der auf seinen Soloalben aber auch nicht grundlos Shopping-Mall-Country mit Adventsstimmung spielt. Denn mehr noch als auf ihrem selbstbetitelten Album von 2017 etabliert sich die ehemalige Metalcore-Combo hier endgültig als Perfektionisten in Sachen Radio-Rock. Bestens gemacht, schlau arrangiert, die reichhaltige Elektronik atmosphärisch eingebaut, die kontrollierten Ausbrüche euphorisierend, die Na-na-nas und Uh-uh-uhs wiederum aufdringlich und penetrant. In raueren Zeiten hätte Worsnop sein charismatisches Organ als Gastsänger bei Fishbone, 24-7 Spyz oder Living Colour eingebracht. Heute trägt er damit eine Platte durchs Ziel, die als Middle-Of-The-Road-Power-Pop-Rock-Manifest wirklich begeistern kann - mit dem Kerngeschäft dieses Magazins allerdings in Teilen nichts mehr zu tun hat.

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