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REVIEW * 19.08.2020

(Album, RH 399, 2020)

METALLICA - S&M2

„S&M“, die erste, damals ausgesprochen erfolgreiche Ausgabe von METALLICAs orchestral herausgeputzter Live-Werkschau, ist beinahe 21 Jahre alt. In der Zwischenzeit ist ganz schön viel Wasser unter der Golden Gate Bridge hergeflossen, und „Load“ und „Reload“, deren Songs seinerzeit im Fokus standen, scheinen noch unendlich viel älter. Insofern ergibt „S&M2“ schon Sinn, jedenfalls wenn man der Idee eines solchen Projekts grundsätzlich offen gegenübersteht. Musikalisch ist das Album erfolgreich in dem, was es will. Die orchestralen Arrangements, kraftvoll unter der Leitung von Michael Tilson-Thomas von der San Francisco Symphony eingespielt, verleihen den Songs nicht notwendigerweise Tiefe, sondern Breite, Höhe und Wucht. Die Höhepunkte dieses Albums markieren allesamt Stücke der jüngeren Vergangenheit: 'Halo On Fire' gewinnt enorm an Dunkelheit und Dramatik, 'Moth Into Flame' an Drive und 'The Unforgiven III', von James Hetfield nur vom Orchester begleitet mit einer so von ihm selten gehörten Emotionalität gesungen, die Krone für eine der tollsten Live-Aufnahmen im Katalog dieser Band. Einzig eine mutigere Setlist wäre schön gewesen: Gar nicht auszudenken, was dieses herausragende Ensemble aus Band und Orchester, statt die x-ten Versionen von 'One' oder 'Nothing Else Matters' einzuspielen, aus 'St. Anger', 'All Nightmare Long' oder den zahlreichen anderen kompositorisch herausragenden und nicht immer optimal produzierten Glanzlichtern der letzten METALLICA-Alben hätte machen können. Dennoch ist dies, wie auch sein Vorgänger, ein musikalisch gelungenes Projekt und, ganz grundsätzlich, ein bärenstarkes Livealbum.

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REVIEW 8.0 01.07.2020

(Album, RH 398, 2020)

AWAKE THE MUTES - Eyes

PLUS-MINUS Dem Nu Metal wurde von Old-School-Verfechtern ja gerne vorgeworfen, zu alternativ und nicht hart genug zu sein. Dem begegnen AWAKE THE MUTES, indem sie ihre sehr offensichtlich von Korn (und gelegentlich auch von den Deftones) beeinflusste Musik mit Death-Metal-Elementen kombinieren. Das funktioniert erstaunlich gut und verstärkt die als Stilmittel so beliebte Laut/leise-Dynamik sogar noch, wenn nach bassgroovendem Midtempo mit atmosphärischen Keyboard-Schichten auf einmal Blastbeats auf einen einprasseln oder der fantastische Klargesang von derben Growls abgelöst wird. „Eyes“ bietet aber nicht nur einen fetten Sound, sondern auch stimmig arrangierte Songs mit starken Hooklines. Zudem haben sich die Mainzer mit dem anspruchsvollen Textkonzept inklusive prägnanter Titel (´Sugar´, ´Salt´, ´Sulfur´) sowie dem stilsicheren Artwork viel Mühe gegeben. Cooles Debüt! Marcus Schleutermann 8 Wenn einem gar nichts mehr einfällt, treibt man eben alles auf die Spitze. AWAKE THE MUTES haben leider nicht kapiert, dass die krassen Gegensätze, die ihre von Marcus richtig identifizierten Vorbilder zu einem Stil erhoben haben, idealerweise nicht dem Selbstzweck dienen, sondern innerer Zerrissenheit geschuldet sind - emotionalen Extremen zwischen Depression und Aggression. So wie die Band das Ganze auf „Eyes“ interpretiert, bestätigt sie nur, dass sogenannter Modern- oder Nu Metal in einer Krise steckt: Das Album ist eine Ansammlung von hohlen Gesten solider Handwerker, die zuerst einen bestimmten Sound fahren und dann vielleicht mal daran denken, „Songs“ zu schreiben. Andreas Schiffmann 3,5

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