Review

Reviews 9.0

IN EXTREMO

Sängerkrieg

Ausgabe: RH 253

(55:29)

Nahezu jede Band, die von Album zu Album immer populärer wird und in immer höhere Verkaufsregionen marschiert, eiert zwangsläufig auf der Nummer-sicher-Schiene und musiziert zunehmend mittig. IN EXTREMO machen genau das Gegenteil: Auf „Sängerkrieg“ feuert das Septett Spontansalven ab, fast komplett befreit von technischem Schwurbel und elektronischen Hilfsmitteln. Es regiert kerniger Rock, geradeaus, zupackend, mit viel Herz und wenig Kopf, frech und farbenfroh - und selbstredend wunderbar flankiert vom Sackpfeifengeschwader und diversen (zumeist nordischen) Folk-Instrumenten.

Ein Ohrwurm jagt den nächsten: Bereits den Opener ´7 Köche´ schmettert man nach dem zweiten Durchlauf mit, der Titelsong kommt derart muskelbepackt und mit selbstbewusster Leck-mich-Attitüde rüber, dass man nicht viel Ahnung haben muss, um zu wissen, welche Nummer DER künftige Livekracher sein wird. ´Neue Städtchen´ wächst zur Landstreicher-Hymne, und ´En Esta Noche´ ist treibende, pure Lebensfreude. Der Mittelteil des Albums wird von gedrosselter Geschwindigkeit und lyrischem Tiefgang bestimmt, bevor ein weiterer wunderbarer Gassenhauer, ´Frei zu sein´, den Partypegel wieder ganz nach oben reißt.

Beeindruckend, auf welch schwindlig hohem Qualitätslevel die Vagabunden ihre neuen Stücke zelebrieren! Lediglich der balladesk-folkloristische ´Zauberspruch´ (von derartigen Kompositionen hatte die Band schon mehrere und vor allem bessere im Repertoire) sowie die Coverversion von ´An End Has A Start´ (Editors) fallen als Standardnummern im Vergleich zu den anderen zwölf Perlen ab.

Alles in allem haben wir es mit dem stärksten Album seit „Verehrt und angespien“ zu tun.

Autor:
Wolf-Rüdiger Mühlmann

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