Review

Reviews 9.0

IMMORTAL

At The Heart Of Winter

Ausgabe: RH 143

1999 scheint das Jahr der alten Norweger-Recken zu werden, die sich samt und sonders mit akustischen Hämmern zurückmelden. So auch die Kultband IMMORTAL. Mit ihrem vierten Longplayer "Blizzard Beasts" hatte die Bergener Truppe zwar einen interessanten Release am Start, lief aber auch Gefahr, in eine sowohl stilistische als auch kreative Sackgasse zu geraten. Denn dieses Album bestand fast ausschließlich aus Blastspeed-Ausbrüchen, war taschengeldfreundlich produziert und ließ Vergleiche mit den frühen Morbid Angel zu. (Morbid Angel? Naja, wohl eher mit den alten Venom und Konsorten... - Red.) Kein Wunder, daß sich die Fans nach Stücken sehnen, die an die "Pure Holocaust"-Phase erinnern. Jetzt darf er kommen: der glückliche Fan-Aufschrei. "At The Heart Of Winter" ist ein von Peter Tägtgren mörderisch produzierter Kracher. Erstmals haben IMMORTAL eine optimal ausgewogene Mischung aus ICE-Tempo ('Withstand The Fall Of Time' und 'Solarfall') und muskulösen Midtempo-Brechern gefunden ('Tragedies Blows At Horizon' und 'Where Dark And Light Don't Differ'). Schwerste Gitarrenriffs, clevere Laut/leise-Dynamik, ein gesunder Schuß Pathos (spartanische Keyboardsequenzen), wuchtiges Drumming und die unverwechselbare Krächzkreischstimme von Abbath: IMMORTAL verstehen es besser denn je, ihre morbide Angriffslust in Szene zu setzen. Natürlich finden wir auf dieser eisigen Dreiviertelstunde auch eine Hymne: 'At The Heart Of Winter' ist ein großer, sechsminütiger Spannungsbogen voller Feierlichkeit, Rasanz und Dynamik. "At The Heart Of Winter" ist eine bitter nötige Platte, ein beeindruckendes Lehrstück für die Urkraft des norwegischen Black Metal. Dieses Album ist pure, finstere Gewalt.

Autor:
Wolf-Rüdiger Mühlmann

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