Review

Reviews 9.5

HEATHEN

Victims Of Deception

Ausgabe: RH 49

Auch wenn der Rest der Redaktion mir langsam aber sicher ein Henker-Image verpaßt, bei dieser Scheibe könnte ich, selbst wenn ich noch so wollte, kein Todesurteil sprechen. Mehr als drei Jahre sind verstrichen, seit die Band mit "Breaking the Silence" ein bemerkenswertes Debüt auf den Markt schmiß. Eine große Zukunft prophezeite man damals dem Quintett, denn anders als der Großteil der damaligen Bay-Area-Ergüsse glänzte dieser Erstling mit innovativen Ideen und einer bis dahin nicht gekannten Melodiösität im Speed-Bereich. Der Ausdruck des Melodic-Speed-Metals hatte eine neue Personifizierung erfahren. Leider folgte anstatt des großen Durchbruchs der große Abbruch, und so wartete man bis zum heutigen Tage darauf, daß mit "Victims Of Deception" ein weiterer Klassiker diese Erde beglückt. Ohne die Erwartungen zu sehr ins Bodenlose ufern zu lassen - aber wäre "Victims Of Deception" vor Metallicas "Ride The Lightning" erschienen, wer weiß welchen Status heutzutage HEATHEN hätten?? Drei Jahre sind sicherlich eine lange Zeit, und so müssen HEATHEN wieder bei Null anfangen. Doch das dürfte keine Schwierigkeit sein, denn sowohl musikalisch als auch kompositorisch reiht sich "Victims Of Deception" in die Elite der ganz Großen problemlos ein. Vom ersten Ton an überfällt den Zuhörer ein Schwall an killenden Monsterriffs, meisterhaft aus dem Handgelenk geschüttelt von Ausnahmeerscheinung Doug Piercy. Doch nicht nur die phantastische Gitarrenarbeit, auch die konsequent brillianten Rhythmusparts und speziell Sänger David White-Godfrey versetzen HEATHEN in die glückliche Lage, das ausgezeichnete Songmaterial auch im richtigen Rahmen präsentieren zu können. Selbst die Umsetzung des Rainbow-Klassikers "Kill The King" gelingt vollkommen mühelos, wobei die Stärken dieser Truppe aber zweifellos im Eigenmaterial liegen. So hat man mit "Hypnotized" oder "Fear Of The Unknown" ( um nur zwei Beispiele zu nennen) gestochen scharfe Rifforgien dabei, während man bei "Prisoners Of Fate" auch melodischere Töne anschlägt, ohne in typische Metal-Klischees abzudriften. Wie schon gesagt, ein Killerriff jagt das andere, eine saugeile Melodie folgt der nächsten, und dazu kommt die glasklare, aber überraus brutale Produktion, die sozusagen das i-Tüpfelchen bildet. Viel besser geht's nicht mehr, und so sind fette 9,5 Punkte fast schon zu wenig.

Autor:
Frank Trojan

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