Review

Reviews 9.0

HATE SQUAD

Pzyco!

Ausgabe: RH 120

In den vier Jahren ihres Bestehens haben sich HATE SQUAD langsam aber sicher zum wohl hoffnungsvollsten teutonischen Nachwuchsact für alle Anhänger derbster Klänge gemausert. Keiner brüllt seine Aggressionen so gekonnt heraus wie Sänger Burkhard Schmitt, live wußte die Combo schon seit Beginn ihrer Karriere zu überzeugen - nur in puncto Abwechslungsreichtum taten sich die Hopefuls bisher ein wenig schwer. Ein Umstand, dessen man sich im HATE SQUAD-Camp augenscheinlich bewußt geworden ist, denn getreu dem Motto "Gefahr erkannt, Gefahr gebannt" experimentierten Schmitt und Co. auf ihrem Remix-Album "Sub Zero" mit einigen genrefremden Einflüssen. Auf "Pzyco!" demonstriert die Band nun, daß sie durchaus in der Lage ist, ihr Songmaterial zu variieren, und zwar auf bei weitem nicht so drastische Art und Weise, wie das trendgerechte Remix-Scheibchen vermuten ließ. HATE SQUAD haben anno 1997 nichts von ihrer Brutalität eingebüßt, allerdings verstehen die Jungs es mittlerweile besser, ihre Message ein wenig subtiler an den Mann zu bringen. Bereits der Opener 'Who Dares Wins' gibt die neue Richtung vor. Da paaren sich eingängige Riffs gekonnt mit Hardcore-Grooves, und Schmitt mutiert vom Brüller zum ausdrucksstarken Sänger. Eine Entwicklung, die sich auf Tracks wie 'Freedom Speaks' oder dem Titelsong fortsetzt und die man der Band in dieser Form beim besten Willen nicht zutrauen konnte. Die deutlich verbesserte Gitarrenarbeit bringt HATE SQUAD der einstigen Idealvorstellung, ein kleines bißchen in die Machine Head/Exodus-Ecke zu tendieren, näher denn je. Allerdings ist der eben angesprochene Stilwechsel nicht so kraß vollzogen worden, daß man eingefleischte Fans vor den Kopf stoßen könnte, denn die Trademarks des bisherigen Sounds hat man geschickt beibehalten. Nummern wie 'B.T.C.'97', 'Mission Done' oder 'Change', die gnadenlos treiben und bei denen die Vocal-Lines deutliche Death Metal-Einflüsse aufweisen, sollten auch denen unter euch gefallen, die es gern ein wenig straighter mögen. "Pzyco!" ist ein exzellentes, für die Niedersachsen vielleicht wegweisenden Album geworden, benötigt jedoch einige Durchläufe, um seine ganze Klasse zu entfalten. Dann kann die Scheibe mit all ihren Finessen allerdings süchtig machen...

Autor:
Thomas Kupfer

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