Review

Reviews 8.0

HARAKIRI FOR THE SKY

III: Trauma

Ausgabe: RH 351

PLUS-MINUS

Art Of Propaganda (75:28)
HARAKIRI FOR THE SKY gehören zu den handverlesenen Post-irgendwas-Kapellen, bei denen einem nicht umgehend die Füße einschlafen. Die Kerle lassen die Tür zum harschen Black Metal die entscheidenden Zentimeter weit offen und sind in erster Linie Songwriter und keine überambitionierten Erschaffer pseudointellektueller Soundscapes. Auch wenn kein Track unter acht Minuten Länge die Ziellinie überschreitet (die Single ´Calling The Rain´ kommt auf stattliche elfeinhalb), setzen die Österreicher auf nahezu klassische Kompositionsschemata und haben zudem ein famoses Gespür für wahrhaft stimmungsvolle Epik und Dramatik ohne vordergründige Effekthascherei. Ebenfalls lobenswert: Sie hassen den Winter und Fußball. Vielleicht liegt´s an seinem metallischen Äußeren, aber dieses Duo klingt so angenehm unstudentisch, dass man es knutschen könnte. Der ähnlich gestrickte Vorgänger „Aokigahara“ hatte 2014 das Überraschungsmoment auf seiner Seite, aber wer HARAKIRI FOR THE SKY erst jetzt entdeckt, wird mit „III: Trauma“ garantiert glücklich.
Jan Jaedike
8

Wenn ein fast 80-minütiges Album von kundigen Songwritern stammen soll, wie Jan unterstellt, müssen sie 15 bis 20 „Hits“ geschrieben haben, doch das war und ist bei diesem Projekt nicht der Fall. Die Wiener klingen immer noch wie schon mal dagewesen und ein Produkt ihrer Vorbilder bzw. Zeitgenossen von der schwarzen Post vor allem aus Deutschland, einstweilige personelle Überschneidungen inklusive. „III“ tut sich wie sein Vorgänger durch oft längere Stücke mit langweiligen Strukturen, gleichförmigem Geschrei und flirrenden Gitarren hervor - oder eben nicht. Abgesehen davon, dass diesmal nur ein Gast mitmischt (Davide Straccione von Shores Of Null in ´Thanatos´), gibt´s eine erfreuliche Neuerung, nämlich den Verzicht auf eine furchtbare Coverversion wie ´Hurt´ oder ´Mad World´ zuvor, aber ansonsten bleibt alles beim alten Einerlei. Wer Blackgaze nicht erst jetzt entdeckt, lässt HARAKIRI FOR THE SKY garantiert weiterhin links liegen.
Andreas Schiffmann
6

Autor:
Andreas Schiffmann
Jan Jaedike

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