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Progressive

HAKEN

L-1ve

Label: InsideOut/Sony
Dauer: 114:26 + DVD
Erscheinungsdatum: 22.06.2018
Ausgabe: RH 374

Für eine Band, die den Prog in jüngerer Zeit so maßgeblich geprägt hat wie nur wenige, liegt ein Livealbum nach zehn Jahren nahe. HAKEN boten im April 2017 im Amsterdamer Melkweg einen Querschnitt ihres Repertoires (u.a. in einem überlangen Medley zusammengefasst) mit Fokus auf Material der beiden jüngsten Alben. Schon die CDs vermitteln die intime Live-Atmosphäre authentisch (omnipräsentes Publikum, keine auffällige Nachbearbeitung), und die DVD gefällt als Nichthochglanzprodukt. Traumwandlerisch sicher lassen die Briten fette Riffs fliegen, beweisen Achtziger-Pop-Sensibilität mit melodischem Schmelz und jonglieren mühelos mit verqueren Rhythmen. Als Bonus enthält der Doppeldecker vier Songs vom ProgPower USA Festival 2016, auch ´Crystallised´ mit Stargast Mike Portnoy. Braucht jeder Fan, wohingegen Nichtkenner einen hervorragenden Einblick ins Schaffen des Sextetts erhalten.


3 Fragen an HAKEN-Gitarrist Rich Henshall:

Rich, nach euren Konzerten zu „Affinity“ könnt ihr ja resümieren: Wie haben die Fans eure Achtziger-Retrospektive aufgenommen?

»Wir sind noch nie so lange auf Tour gewesen, aber das ist genau das, worauf wir von Anfang an hingearbeitet haben. Während der Gigs sind uns viele neue Gesichter im Publikum aufgefallen, also gehe ich davon aus, dass unsere neuen Einflüsse, zu denen nicht nur der Kram aus den Achtzigern gehört, den Fans gefallen. Wahrscheinlich können sich die meisten sowieso auf jene Zeit beziehen, weil sie darin aufwuchsen und sich an Filme oder die Musik von damals erinnern.«

Welche Lehre habt ihr aus eurem Engagement als Begleitmusiker von Drummer Mike Portnoy gezogen?

»Mike ist jemand, der bei jeder Show, die er spielt, alles gibt. Das bewundere ich genauso wie seine Detailverliebtheit, denn er überlässt auf der Bühne nichts dem Zufall; ihm schwebt ein konkreter Ablauf vor, angefangen beim Einlass bis zu dem Moment, wenn die Fans die Halle verlassen. Während der Konzerte wurden Videoaufnahmen aus seiner Zeit bei Dream Theater auf eine Leinwand projiziert, und er brachte die Menge vor Beginn sogar mit raren Songs der Band in Stimmung, darunter auch alte Demos. Er steckte wirklich sein ganzes Herzblut hinein, um den Fans ein unvergessliches Erlebnis zu bereiten. Daran sollte sich jeder Profimusiker ein Beispiel nehmen.«

Livealben ziehen oft einen Schlussstrich unter einen Karriereabschnitt. Zu welchen neuen Ufern brechen HAKEN als Nächstes auf?

»Darauf sind wir selbst sehr gespannt. Nach der Veröffentlichung von „Affinity“ hatten wir einen richtigen Lauf, und diesen Schwung möchten wir uns bewahren. Wir arbeiten schon an unserem fünften Album; es wird die Band von einer düstereren, härteren Seite zeigen.«

Autor:
Andreas Schiffmann

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