Review

Reviews 8.0

HAKEN

Affinity

Ausgabe: RH 348

InsideOut/Sony (61:27)
Auf ihrem letzten Album „The Mountain“ fanden HAKEN endgültig zu ihrem eigenen Stil, doch anstatt sich daran festzuklammern, entwickeln die Briten ihn mutig weiter. „Affinity“ ist gleichzeitig topmoderner, origineller Prog und eine Reise zurück in die achtziger Jahre. Vor allem im programmatisch betitelten ´1985´, in dem ganz frühe Dream Theater auf „90125“-Yes, das Alan Parsons Project und rasantes Meshuggah-Riff-Tetris treffen, dem sonnigen ´Earthrise´ und dem vom Soundtrack-Komponisten Vince Dicola beeinflussten, ruhigen ´Bound By Gravity´ erlebt die vermeintlich schwächste Phase der Progrock-Historie eine unerwartet smarte Renaissance. HAKEN erkunden aber auch anderes Terrain, z.B. in dem experimentellen Jazz-Metal-Stück ´The Endless Knot´, dem Monster-Riff-Nackenschlag ´Initiate´ oder dem von unfassbar filigranem Drumming unterlegten ´Red Giant´ (versucht das mal timingsicher nachzutrommeln!). Ihren Höhepunkt findet die kompositorisch durchgehend gute bis sehr gute Scheibe (eine absolute Übernummer wie ´Cockroach King´ fehlt diesmal) in der 15-minütigen Sci-Fi-Abfahrt ´The Architect´, in der Dream Theater zu „Awake“-Zeiten, neuere King Crimson, Fair To Midland, jazzige Sphärenklänge, massive Math-Metal-Akkordwände und Gast-Vocals von Einar Solberg (Leprous) völlig selbstverständlich ineinanderfließen. Faszinierend!

Autor:
Michael Rensen

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