Review

Reviews 8.0

GWAR

Carnival Of Chaos

Ausgabe: RH 119

"Independence Day" gut überstanden? Den Außerirdischen in den Arsch getreten? Ja? Okay, dann zückt eure Holzschwerter, Riesenschwengel und Streitäxte, denn die nächsten Aliens lungern bereits vor eurer Haustür herum. Und sie sind schlimmer als die herkömmlichen Heinis mit ihren fliegenden Teflonpfannen. Oderus Urungus, Beefcake The Mighty und die restlichen, nicht gänzlich normalen Gestalten dröhnen ihren sechsten Longplayer auf uns herab. Mit diesem müßten sie eigentlich etliche Leute überzeugen, die bislang GWAR und Musik als totalen Widerspruch abgetan hatten. Der, ähem, "Fasching des Chaos" ist jedenfalls ein eingängiges Album geworden. Songs wie 'Penguin Attack' taugen für jede Party. Manchmal frönt die Chaotentruppe sogar College-Rock-Tönen ('Endless Apocalypse'). 'Billy Bad Ass' entpuppt sich dagegen als typisch schräges GWAR-Hirnwegschraublied, und bei dem von Beefcake gesungenen Stück 'Hate Love Songs' (Hit!) outen sich die Scumdogs gar als Liebhaber räudigen Punkrocks. Bluesig-soulige Töne schlägt das Überfallkommando schließlich bei 'Don't Need A Man' an. Hier singt übrigens eine Dame namens Slymenstra Hymen, die es in beeindruckender Weise schafft, den Charme einer in die Jahre gekommenen Trällertüte inmitten einer vernebelten Whiskey-Bar zu vermitteln.

Autor:
Wolf-Rüdiger Mühlmann
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