Review

Reviews 8.5

GOLD

Optimist

Ausgabe: RH 358

Ván/Soulfood (39:46)
Ohne die Band jetzt komplett zu überhöhen: Die Ausnahmestellung von The Devil´s Blood ist und bleibt unbestritten, das zeigt sich auch mehrere Jahre nach dem Tod von Mainman Selim Lemouchi - z.B. neuerdings bei den ebenfalls auf diesen Seiten zu findenden Dool und schon seit geraumer Zeit bei GOLD um Ex-Gitarrist Thomas Sciarone. Deren drittes Album „Optimist“ knüpft an den 2015er Freischwimmer „No Image“ an, zelebriert momentan wieder angenehm allgegenwärtigen Postpunk (´White Noise´, ´I Do My Own Stunts´) genauso wie flirrenden Postrock (´You Too Must Die´) und findet zudem eine generelle „psychedelische“ Herangehensweise, die nahezu ohne muffigen Retro-Fuzz auskommt (was beim 2012er Debüt „Interbellum“ noch anders war). Geschmackssichere stilistische Gratwanderungen allein machen aber noch kein herausragendes Album: Absolut bewundernswert an den HolländerInnen mitsamt ihrer hervorragenden Sängerin Milena Eva ist in erster Linie das Verständnis für Songs, die deutlich mehr sind als „Soundscapes“ oder bloßes repetitives, im besten Falle tatsächlich „hypnotisierendes“ Geräusch, die gleichzeitig aber ohne jede gefällige Anbiederung auskommen und auch refrainlos melodisch glänzen. Hörenswert ist hier im Grunde bis zum gewaltigen Abschluss ´Tear´ alles, das Meisterstück heißt ´Teenage Lust´: Nur selten hat eine Band aus so wenig so viel gemacht.   

Autor:
Boris Kaiser

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