Review

Reviews 9.0

GATES OF ISHTAR

At Dusk And Forever

Ausgabe: RH 131

Meine Fresse, wie kann man nur soviel Speed mit derart zahlreichen Melodien kombinieren? Die müssen doch tagelang im Proberaum sitzen und sich überlegen: "Wie um Himmels willen füge ich diese Melodie nun in dieses Gebretter ein?" Wie sie's machen, ist im Endeffekt aber wurscht - Tatsache bleibt, daß der dritte GATES OF ISHTAR-Longplayer "At Dusk And Forever" wieder ordentlich knallt und somit direkt an das Debüt "A Bloodred Path" anknüpft, während der Zweitling doch etwas abfiel. 1998 verstehen es die Nordschweden wieder wie kaum eine andere Band, brillante Harmonien in hammerharte und rasend schnelle Gitarrenläufe zu kleiden, damit Druck zu erzeugen und parallel dazu dieses "Hach, ist das schön!"-Gefühl hervorzurufen. Großartig sind auch die Soli der insgesamt vier Gitarristen, die vor allem bei den letzten beiden Tracks 'Always' und 'Forever Beach' Außergewöhnliches leisten. Und dann gibt es da noch einen Drum-Wizard namens Oskar Karlsson, den Mann aus der "Nichts ist unmöglich"-Fraktion. Meine Versuche, ein Stück wie 'The Burning Sky' auch nur ansatzweise nachzuspielen, wurden mit Wadenkrämpfen und verknoteten Armen bestraft. Angesichts Oskars gottgegebener Talente stört es überhaupt nicht, daß die Drums vielleicht etwas zu weit in den Vordergrund gemischt wurden. Diese Platte hat überhaupt nur einen entscheidenden Nachteil: Sie ist mit 35 Minuten Spielzeit viel zu kurz ausgefallen...

Autor:
Frank Albrecht

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