Review

Reviews 7.5

FACE NOIR

Ausgabe: RH 304

(Daedalic Entertainment) (PC; USK 12)

Bis heute streitet sich die Filmwissenschaft darüber, ob der „Film Noir“ ein eigenständiges Genre ist. Fest steht jedoch spätestens seit Spielen wie „Grim Fandango“ und „Blade Runner“, dass „Noir“ und Point-&-Click-Adventures hervorragend zusammenpassen. „Face Noir“ ist das Erstlingswerk des italienischen Entwicklerteams Mad Orange und steht ganz im Zeichen der klassischen Detektivgeschichten.

Der Spieler schlüpft in die Rolle von Jack Del Nero, einem aus dem Polizeidienst entlassenen Privatermittler, der sich mit unbedeutenden Aufträgen gerade so über Wasser halten kann. Doch dann verstrickt ihn ein mysteriöser Anruf in einen Fall von weitaus größeren Dimensionen.

Das im New York der 1930er Jahre angesiedelte Spiel glänzt durch eine dichte Atmosphäre. Die Grafik ist zwar ein wenig steril geraten, was jedoch durch den geschickten Einsatz von künstlichem Filmkorn kaschiert wird. Rundum gelungen ist dagegen der eigens komponierte Jazz-Soundtrack. Die Rätsel sind durchweg logisch, zu frustrierenden Momenten kommt es dennoch, da Del Nero an einigen Stellen Objekte pixelgenau zueinander ausrichten muss. Hier wäre ein wenig Toleranz sinnvoll gewesen. Glänzen kann „Face Noir“ hingegen, wenn der Spieler in einer Art Mindmap verschiedene Fakten miteinander kombinieren muss, um eine passende Dialogoption zu finden. Unterm Strich steht ein gelungenes Adventure für alle, die sich schon immer mal als Detektiv fühlen wollten.

Autor:
Maik Strozyk

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