Review

Reviews 9.0

EXHORDER

The Law

Ausgabe: RH 58

Mit EXHORDER kehrt nach kurzzeitiger Abstinenz eine der brutalsten und haßerfülltesten Bands der Welt ins Metal-Business zurück. Worte, die oft verwendet werden, auf keine andere Band aber so zutreffen wie auf EXHORDER. Wer die Band näher kennt, weiß, daß vor allem die Gitarristen Vinnie la Bella und Jay Ceravolo keine Kinder von Traurigkeit sind, wenn es darum geht, einem Rivalen, der es nicht gut mit den beiden meint, eins über die Rübe zu donnern. Aufgewachsen in vom Rassenkampf gezeichneten Stadtteilen von New Orleans, lernten die beiden, wie man sich dort über Wasser halten kann: Der Stärkere überlebt, heißt das Gesetz auf den Straßen dieser ansonsten wunderschönen Stadt. Ich erzähle euch das alles, weil es wahr ist, wovon ich mich höchstpersönlich vor Ort überzeugen konnte, und weil es zum besseren Verständnis der Musik EXHORDERs nötig ist. EXHORDER verarbeiten ihre Wut und ihren Haß gegen die Gesellschaft in vehementen Riffattacken, die "The Law" zu einem der unbändigsten Alben der letzten Zeit werden lassen. Es zeigt sich hier ganz deutlich, daß man seine Gitarren nicht herunterstimmen muss, um sie gnadenlos heavy klingen zu lassen. Wer in der Lage ist, solch messerscharfe, gewaltige Gitarrenriffs zu schreiben, die tatsächlich so etwas wie der sprichwörtliche Schlag ins Gesicht sind, hat das nicht nötig. Über diesem Riffgewitter steht der unvergleichliche "Gesang" von Kyle Thomas, einem lieben, netten Typen, der sich auf Platte und live zu einem Tier verwandelt und eine Haßtirade nach der anderen ausstößt. Ergänzt wird diese Mixtur durch das äußerst exakte Drumming von Chris Nail, einem gelernten Jazz-Schlagwerker, und durch die solide~ Bassarbeit des neuen Saitenquälers Franky Sparcella, der sich banddienlich im Hintergrund hält und nur ab und zu, wie etwa bei 'Un-Born Again', mit einigen gekonnten Licks in der Vordergrund prescht. Knaller wie 'The Truth' oder 'Unforgiven' beantworten die Frage, wer denn die härteste Band dieser Welt (sofern es die überhaupt gibt) ist, fast von selbst. So unglaublich es auch klingen mag: EXHORDER lassen die Jungs von Slayer vor allem live, aber auch stellenweise auf Vinyl wie biedere Bürschchen aussehen. 9 Punkte sind auch diesmal wieder das Mindeste, mit dem EXHORDER bedacht werden sollten. Ein Pflichtkauf!

Autor:
Frank Albrecht
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