Review

Reviews 8.0

ENFORCER

From Beyond

Ausgabe: RH 334

Nuclear Blast/Warner (42:45)
Ein Massacre-Cover enthält „From Beyond“, das vierte ENFORCER-Album, nicht, stattdessen ist es angeblich von „osteuropäischen Metalbands der späten Achtziger und frühen Neunziger wie Credo, Magnit, Pokolgep und Kat“ beeinflusst. Hahaha, geil - da hat man aber lange gesucht, bis man eine neue Sau durchs Dorf treiben konnte. Dazu passt die Gaga-Aussage, die Scheibe wäre nicht nur „deutlich düsterer“ als ihre Vorgänger, sondern zudem „von einer anti-existentialistischen Atmosphäre erfüllt“. Letzten Endes tönt der Dreher, der zehn neue Schoten enthält und mit einem Riff startet, das auch auf „Kill ´Em All“ hätte stehen können, einfach wie immer, aber das macht ja nix. Die Schweden rödeln sich einmal mehr durch ihren hauptsächlich von der NWOBHM geprägten Abrissbirnen-Sound, der sie problemlos in der Jungspund-Champions-League verweilen lässt und vor allem - wieder mal - in der ersten Hälfte Rüben abmontiert. Neben dem ruhigen Anfang und Ende von ´Below The Slumber´ besonders schön: die Midtempo-Meisterleistung ´Undying Evil´ und der Titelsong-Ohrwurm, vielleicht der offensichtlich „melodischste“ Song, den ENFORCER bisher komponiert haben. Dass es wie schon auf „Death By Fire“ ein Instrumental gibt (´Hungry They Will Come´), ist charmant, und auch die in Eigenverantwortung entstandene, angenehm „echte“ Produktion sowie das tolle Artwork weisen den Vierer erneut als geschmackssicher aus. Das Beste, das die Band bisher erarbeitet hat, bleiben trotzdem die beiden „Diamonds“-Genialitäten ´Katana´ und ´Running In Menace´.

Autor:
Boris Kaiser

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