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REVIEW 8.0 23.01.2019

(Dynamit, RH 381, 2019)

METAL INQUISITOR - Panopticon

Die Veröffentlichungsschlagzahl war bei METAL INQUISITOR noch nie sonderlich hoch, „Panopticon“ ist erst das fünfte Studioalbum seit dem 2002er Debüt „The Apparition“, und seit dem Vorgänger „Ultima Ratio Regis“, der mir durchaus noch in den Ohren klingelt, sind geschlagene fünf Jahre ins Land gezogen. Trotzdem passt der Begriff „Hobbyband“ nicht so richtig zu den Koblenzern, vor allem Super-Gitarrist Blumi ist nämlich ein fanatischer Tüftler, dem man an der Axt kein X für ein U vormacht und dessen große Liebe zur New Wave Of British Heavy Metal tatsächlich obsessiv zu sein scheint, legt man die Sahne-Riffs zugrunde, die er zusammen mit seinem Kompagnon T.P. mindestens im Dutzend rauspfeffert. Dabei zitieren die Desaster-Kumpels natürlich einmal mehr die Großen der späten Siebziger und frühen Achtziger wie Maiden und Saxon (´Change Of Front´!), lassen aber auch immer wieder dieses typische Underground-Feeling durchscheinen, wie es vor allem 1.666 7“-only-Truppen transportiert haben, die selbst heute nur Mercyful Mader und vielleicht noch dessen Spezi John Tucker kennen. Die Hits des Albums hauen einem auch diesmal schon in der ersten Hälfte fett auf die Backen, der Opener ´Free Fire Zone´ zum Beispiel macht seinem Titel alle Ehre, und ´Beyond Nightmares´ tönt im Refrain sogar noch zwingender. Hinten raus muss man aber ebenfalls keine Langeweile befürchten: ´War Of The Priests´ ledert erneut mit heißer Hook los, und beim flotten ´Discipline And Punish´ ziehen METAL INQUISITOR ganz am Ende dermaßen die Zügel an, dass selbst Peters ganz anders wird. Und DAS will wirklich was heißen!

REVIEW 9.5 23.01.2019

(Dynamit, RH 381, 2019)

EVERGREY - The Atlantic

Als ich EVERGREY letzten Herbst auf dem ProgPower Europe Festival traf, platzten sie beinahe vor Stolz wegen des soeben fertiggestellten neuen Albums. Entsprechend groß waren meine Erwartungen - und wurden beim ersten Durchlauf zunächst mal gedämpft, da mir der Zugang zum etwas sperrigen Material schwer fiel. Dass die Göteborger als Opener ausgerechnet das fast achtminütige, extrem vielschichtige und teils erstaunlich harte Epos ´A Silent Arc´ gewählt haben und bei ´End Of Silence´ wunderschöne Balladenteile mit vertrackten Drum-Salven konterkarieren, mag daran sicher seinen Anteil gehabt haben. Doch mit jedem Durchlauf wächst dieses beeindruckende Werk, das den letzten Teil der mit „Hymns For The Broken“ begonnenen Trilogie über das Leben darstellt. Die Gitarren klingen modern und teils verdammt heavy (etwa bei ´All I Have´, dessen getragener Refrain den brachialen Riffs noch mehr Geltung verleiht), die Keyboards sind ausgesprochen atmosphärisch und geschmackssicher, der Bass groovt knackig (besonders dominant beim reduzierten ´Departure´), und das ungemein präzise Drumming zählt zum besten des Genres. Der wichtigste Unterschied zu den allermeisten Prog-Bands mit ihren sterilen Sportsängern sind jedoch einmal mehr die überragenden, zutiefst emotionalen Vocals von Mastermind Tom Englund, der mit seinem gleichermaßen rauchigen wie cremigen Timbre nicht nur den Kopf, sondern vor allem das Herz anspricht. Dazu schreibt er intelligente Texte aus dem Leben und kreiert einige magische Classic-Rock-Refrains, die beispielsweise das wunderschöne ´Weightless´ und die Hymne ´The Beacon´ veredeln. Nach anfänglichem Fremdeln ist „The Atlantic“ für mich inzwischen nicht nur das Highlight des Monats, sondern wohl auch das stärkste Album in der Diskografie von EVERGREY - und das will angesichts deren Klasse wirklich was heißen!

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REVIEW 9.0 23.01.2019

(Dynamit, RH 381, 2019)

AVANTASIA - Moonglow

Hand aufs Herz: Hättet ihr vor noch nicht ganz 20 Jahren, als Tobi Sammet „The Metal Opera“, den Erstling seines dezent nerdigen, aber bereits damals überaus prominent besetzten (beteiligt waren u.a. Mitglieder von Helloween, Gamma Ray, Virgin Steele, Stratovarius, Within Temptation und einigen weiteren mehr) Edguy-Nebenprojekts vorlegte, darauf gewettet, dass aus AVANTASIA mal der Headliner von internationalem Format werden würde, der die Truppe heute ist? Nein? Ich auch nicht. Wie dem auch sei: 18 Jahre und sechs Alben nach „The Metal Opera“ haben sich Sammet und seine wechselnden Mitstreiter allen Spöttern und Neidern zum Trotz nicht zuletzt dank ihrer unerschütterlichen Konsequenz einen Status erarbeitet, vor dem man nur den Hut ziehen kann. Insofern ist es wenig verwunderlich, dass man auch mit „Moonglow“ keinen Deut vom bisherigen Patentrezept abweicht. Im Gegenteil: Album Nummer acht bietet mehr vom Gleichen, sprich: eine Mischung aus Metal und Hardrock, symphonischen Elementen und ganz viel Musical-Theatralik, perfekt komponiert, arrangiert und in Szene gesetzt von einigen der besten Performer (diesmal u.a. - teilweise zum wiederholten Male - an Bord: Michael Kiske, Hansi Kürsch, Bob Catley, Jorn Lande, Geoff Tate - und Mille Petrozza), die die internationale Szene zu bieten hat. Von der Ballade (´Invincible´) über die epische Hardrock-Nummer (´Ghost In The Moon´, ´The Raven Child´) bis hin zum flotten Melodic-Metal-Track (´Starlight´, ´Requiem For A Dream´) stimmt hier von vorne bis hinten alles, die Platte erlaubt trotz ihrer Spieldauer keine Längen und keine Ausfälle, aber eben leider auch nur wenige Überraschungen. Besser, und dessen dürfte sich Herr Sammet durchaus bewusst sein, kann man in diesem Genre kaum abliefern.

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REVIEW 8.5 19.12.2018

(Dynamit, RH 380, 2018)

NAILED TO OBSCURITY - Black Frost

Keine Ahnung, ob der Label-Aufstieg zum Branchenriesen Nuclear Blast den Niedersachsen NAILED TO OBSCURITY einen Kreativitäts- und Qualitätsschub verliehen hat, aber Fakt ist: Mit „Black Frost“ erreicht der Fünfer ein neues Level - musikalisch gereift, atmosphärisch unheimlich dicht, sodass man mittlerweile auf Augenhöhe mit Bands wie Katatonia, Opeth oder Ghost Brigade agiert. Die sieben von V. Santura (Triptykon, Secrets Of The Moon, Obscura) kraftvoll und transparent produzierten Epen atmen, fließen und besitzen eine enorme Strahlkraft. Dabei umschiffen NAILED TO OBSCURITY mit ihrem progressiv angehauchten Death/Dark-Metal jegliche Klischees und finden mit „Black Frost“ ihre komplett eigene Nische. Die beiden Gitarristen spielen wunderbare Melodien, die immer wieder zum Träumen verleiten (´Black Frost´), aber auch die nötige Härte lässt man nicht außen vor und hämmert bisweilen ganz schön heftige Riffs. Einen großen Satz nach vorne hat zudem Sänger Raimund gemacht, der mächtig an seinen cleanen Vocals gearbeitet hat und eine erstaunliche Variabilität an den Tag legt, explizit nachzuhören im an neuere Katatonia erinnernden, herrlich melancholischen ´Tears Of The Eyeless´. „Black Frost“ ist Musik für nachdenkliche Menschen, für kalte Winterabende vor dem Kamin, aber „Black Frost“ ist auch Musik für lebensfrohe Menschen, die sich auf den nächsten Frühling freuen. Eine Platte mit Suchtpotenzial. Grandios!

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