Teaser

Teaser

REVIEW 8.0 26.04.2017

(Dynamit, RH 360, 2017)

NIGHT DEMON - Darkness Remains

Steamhammer/SPV (38:11) Das 2015er Full-length-Debüt „Curse Of The Damned“, nach der selbstbetitelten 2012er EP das zweite Lebenszeichen der Ventura-Boys, deren Frontmann Jarvis Leatherby mittlerweile im „Nebenjob“ nicht nur Basser bei Cirith Ungol, sondern auch Sänger (!) bei Jaguar ist, ließ mit seinem positiv penetranten NWOBHM-Worshipping England ´81 wieder aufleben (Matthias so: „War doch nie tot!“) und polierte einem immer dann am nachhaltigsten die Kauleiste, wenn´s Sweet-Savage-like nach vorne peitschte. Auf „Darkness Remains“ reüssieren die „road dogs“, die u.a. bereits mit Raven, Diamond Head und Anvil unterwegs waren und Anfang Juni auf dem Rock Hard Festival aufschlagen werden, nun immer dann am auffälligsten, wenn der Bass wie bei Steve Harris pröttelt und generell Midtempo Masche ist, davon zeugen ´Life On The Run´, ´Dawn Rider´ und ´On Your Own´, vor allem aber mein Album-Fave ´Hallowed Ground´ (nee, nicht Hollow Ground). Besonders schön finde ich neben Rocky (quasi NIGHT DEMONs Eddie), der - wie das Cover zeigt - sogar zu blöd ist, ´nen Kelch Kellerbier (unfiltriert) senkrecht zu halten, zudem die unprätentiöse Produktion der zehn Schoten, mit der man einerseits nicht zwanghaft auf Ultra-Underground macht, die andererseits aber trotzdem so wohltuend „analog“ tönt, dass sie die stilistische Homogenität zu keiner Zeit ad absurdum führt. Don´t you know it´s the night of the demon, muthas?

REVIEW 8.5 26.04.2017

(Dynamit, RH 360, 2017)

AYREON - The Source

Das Erstaunlichste an „The Source“ ist die Selbstverständlichkeit, mit der die Gastsänger nicht nur stimmlich, sondern auch mitsamt typischer instrumentaler und atmosphärischer Elemente ihrer Hauptbands in den AYREON-Sound eingebettet werden. Insbesondere Hansi Kürsch und Tommy Rogers können sich völlig ohne stilistische Brüche in Mikrokosmen entfalten, die auch auf Blind-Guardian- und Between-The-Buried-And-Me-Alben hätten zu Hause sein können. Dadurch erhält Arjen Lucassens neuer Doppeldecker - textlich ein Prequel zum „01011001“-Album - bislang nicht gekannte Klangdimensionen, die dem opulenten Sci-Fi-Spektakel eine enorme Halbwertzeit verleihen. Weitere Pluspunkte sind die ebenfalls mit sehr viel Feingefühl eingepflegten Soli von Könnern wie Paul Gilbert, Guthrie Govan (u.a. Steven Wilson) und Mark Kelly (Marillion), die im Vergleich zum Vorgänger „The Theory Of Everything“ stärkere Fokussierung auf harte Gitarrenriffs und kompakte Songstrukturen sowie gelungene Experimente wie die Queen-artigen Binärcode-Satzgesänge im furiosen Opener ´The Day That The World Breaks Down´. Und das Songwriting ist natürlich wie immer flächendeckend vom Feinsten: Die bombastischen, von Ohrwurm-Hooks gekrönten Rock-Musical-Nummern ´Everybody Dies´, ´Aquatic Race´ und ´Journey To Forever´ hauen ebenso vom Hocker wie das folkige ´All That Was´ oder der empathische Seelenstreichler ´The Source Will Flow´, und der Überhit ´Into The Ocean´ dürfte so manchen bisherigen AYREON-Ignoranten zum Fan bekehren. Alles richtig gemacht, Mr. Lucassen - wie wär´s jetzt noch mit einer Bühnen-Inszenierung der Scheibe?

Teaser

REVIEW 8.0 26.04.2017

(Dynamit, RH 360, 2017)

THE OBSESSED - Sacred

Scott „Wino“ Weinrich, dessen Schaffen wir erst vor kurzem im Rahmen eines Seziertisches gewürdigt haben, erzählt im Interview an anderer Stelle in diesem Heft, zu Zeiten ihrer ersten 7“, also 1983 (!), seien THE OBSESSED vor allem von Pentagram und Punk beeinflusst gewesen. Der Kreis schließt sich: Nicht nur, dass „Sacred“ mit einer weiteren Version von ´Sodden Jackal´, einem Song ebenjener Single, kommt (der Track stand zudem auf der 1999er Compilation „Incarnate“), im Vergleich zum heute als Klassiker geltenden Studioalbum-Vorgänger „The Church Within“ von 1994 (Die-hards halten Ausschau nach der auf nur 300 Exemplare limitierten, Roadburn-exklusiven Doppel-10“ von 2012!) zieht man das Tempo über gute Strecken auch wieder ein wenig an und knarzt mit Leck-mich-doch-einfach-am-Arsch-Miniaturen wie ´Haywire´, ´Be The Night´ oder - logo - ´Punk Crusher´ ordentlich einen raus. Davon ab tun hier große Worte nach wie vor nicht Not, das haben THE OBSESSED (und hier natürlich vor allem ihr Sänger/Gitarrist) gemeinsam mit Saint Vitus, Trouble oder den erwähnten Pentagram: Doom ist eben nicht zwingend eine Frage der Geschwindigkeit, schon gar nicht der Epik oder von ausufernden Arrangements, Doom ist ein gewisses Etwas, eine Ausstrahlung, ein Habitus, der, wenn es gut läuft (also ohne Drogentod und so), ernste Verzweiflung in fatalistische Coolness transformiert. Und geile Songs schaden am Ende natürlich auch nicht, Songs wie ´Perseverance Of Futility´, ´Sacred´ oder das melodisch fast schon aufgehübschte ´Stranger Things´.

Teaser

REVIEW 8.0 26.04.2017

(Dynamit, RH 360, 2017)

SKYCLAD - Forward Into The Past

„One step forward, two steps back“ sangen SKYCLAD auf ihrem Debüt-Track ´The Widdershins Jig´ und beschreiben damit 27 Jahre später recht passend den Sound ihres 13. Studioalbums „Forward Into The Past“. Zwar schuf man schon mit dem Vorgängeralbum „In The... All Together“ eine moderne Version des 1994 erschienenen „Prince Of The Poverty Line“, mit ihrem neuesten Werk wagen die Briten aber noch einen Blick weiter zurück in die eigene Vergangenheit. Die Songs auf „Forward Into The Past“ sind von Elementen der Neunziger-Alben „A Burnt Offering For The Bone Idol“, „Jonah´s Ark“ und „Silent Whales Of Lunar Sea“ durchzogen, zudem fällt der Sound wesentlich rauer aus, was ebenfalls an den naiven Charme der ersten SKYCLAD-Jahre erinnert. Zu Teilen ist die Rückbesinnung auf die Wurzeln der Truppe auf den Wiedereinstieg von Leadgitarrist Dave Pugh zurückzuführen, aber auch die Hauptsongwriter Steve Ramsey (g.) und Kevin Ridley (v./g.) ließen sich von einer Reihe Jubiläumsshows zu einer Werkschau anstacheln. „One step forward“ geht es aber durch die Einbindung typischer Ridley-Tracks wie ´Words Fail Me´ und ´Borderline´. Egal, ob die Band sich an einem Thrash-Brett wie ´State Of The Union Now´ oder dem orientalisch angehauchten ´Last Summer´s Rain´ versucht: Mit Ausnahme des im Refrain schwächelnden ´Starstruck?´ beherrscht das Sextett immer noch ein erstklassiges Songwriting, das weder formelhaft noch verkopft ausfällt, sondern am laufenden Meter tolle Melodien abwirft. Was diesem Album aber fehlt, ist ein ´Thinking Allowed´, ein ´Spinning Jenny´, ein ´Penny Dreadful´, sprich: der große Hit unter einem Haufen guter Songs. Dennoch sollten alle Fans, die die Band seit dem im Jahre 2000 vollzogenen Sängerwechsel aus den Augen verloren haben, SKYCLAD wieder ihre Aufmerksamkeit schenken. Es lohnt sich!

Teaser

REVIEW 7.0 26.04.2017

(Dynamit, RH 360, 2017)

LIFE OF AGONY - A Place Where There´s No More Pain

Ende der Neunziger waren LIFE OF AGONY eine große Nummer. Ausverkaufte Clubs, Headline-Spots auf dem Dynamo-Festival und Rock-Hard-Titelseiten. Die Erwartungen an das Comeback nach Keith Caputos Geschlechtsumwandlung und der mehr als zehnjährigen Pause sind immens, dabei waren LIFE OF AGONY schon zu ihren Hochzeiten keine genialen Hit-Lieferanten, sondern eher Arbeiterklasse aus Brooklyn, die mit einem außergewöhnlich sensiblen Sänger gesegnet und zur rechten Zeit am rechten Ort war. Der Sänger ist nun eine Sängerin, am Sound der Band hat sich trotzdem nichts geändert. Das Album wird von knackigem, recht simpel gestricktem Alternative Metal dominiert. Als Erstes fällt auf, dass der Opener ´Meet My Maker´, gemessen an der zehnjährigen Pause, eher mau ist. Die Songwriter müssten eigentlich Gigabytes an Ideen gesammelt haben, aber die Riffs sind stellenweise ziemlich altbacken. Was „A Place Where There´s No More Pain“ über die Ziellinie rettet, sind die fette Produktion, die starken Grooves und Mina Caputo. Die Texte drehen sich fortlaufend um Selbstzweifel, Hinfallen und Wiederaufstehen, innere Dämonen und die abgefuckte Herausforderung, die sich Leben nennt. Das Ganze wird auf eine gefühlvolle und mitunter raffinierte Art serviert, die man auf zeitgenössischen Rock-Alben nur noch selten antrifft. Keine Frage, der Reiz des Albums ist Frau Caputo. ´Right This Wrong´ und das starke ´Songs For The Abused´ sind meine persönlichen Favoriten, mit dem Rest des Albums müssen sich LIFE OF AGONY - rein instrumental gesehen - leider ein Stück weit hinter Bands wie Alice In Chains einreihen.

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen.