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REVIEW 8.5 21.03.2018

(Dynamit, RH 371, 2018)

PRIMORDIAL - Exile Amongst The Ruins

In seiner Sólstafir-Live-Rezi schrieb Wolfgang im letzten Monat, es ginge mittlerweile wahrscheinlich vor allem darum, das Niveau einigermaßen zu halten. Nun, das ist wohl die Krux von Bands, die jahrelang sehr gute bis formidable, im gewissen Sinne sogar szeneprägende Platten veröffentlicht haben. Auch PRIMORDIAL erfinden das Rad, mit dem sie sich bewundernswerterweise nahezu gleichzeitig vorwärts, rückwärts und zur Seite bewegen, nicht mehr neu, sie klingen aber nach wie vor frisch und motiviert, man glaubt Frontmann Alan Averill aufs Wort, wenn er berichtet, dass vor dem Aufnehmen von „Exile Amongst The Ruins“ eine Art Selbstreflexion stattgefunden hat, bei der Authentizität und Relevanz im Fokus standen. Album Nummer neun, konzentriert produziert von Ola Ersfjord (Dead Lord, Tribulation, Dread Sovereign), ist in diesem Sinne denn auch keine Revolution, aber qualitativ erneut weit über dem, was Hinz und Kunz ohne Unterlass in den Markt quetschen, vielleicht trotz einer gewissen Homogenität, die nur ganz Nörgelige als Gleichförmigkeit verunglimpfen, ein bisschen weniger eingängig als zuletzt, dafür in seinen pathosschwangeren Momenten, dem brillanten Opener ´Nail Their Tongues´ mit seinem Black-Metal-Ausbruch zum Beispiel oder dem herzzerreißenden ´Stolen Years´, das jeden Mann in der zweiten Lebenshälfte zu Tränen rührt, noch mitreißender und gefangen nehmender, noch direkter. Und apropos „Homogenität“: Die Ausnahme von der Regel heißt ´To Hell Or The Hangman´ und ist eine smarte Gothrock/Darkwave-Verbeugung inklusive „tanzbarer“ Drum-Beats, die viel besser in den PRIMORDIAL-Kosmos passt, als selbst offenere Ohren denken mögen. Wenn´s nach mir ginge: mehr davon!

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REVIEW 8.5 21.03.2018

(Dynamit, RH 371, 2018)

AXEL RUDI PELL - Knights Call

Nicht dass es der Wattenscheider Gitarrist, heutzutage wohl so erfolgreich wie nie, nötig hätte, aber es ist an der Zeit, an dieser Stelle noch mal eine Lanze zu brechen: Ja, der Katalog von AXEL RUDI PELL - „Knights Call“ stellt Studioalbum Nummer 17 (!) seit „Wild Obsession“ von 1989 dar - ist stilistisch eher gediegen homogen als experimentell an der Grenze des Machbaren, und ja, auch das Songwriting an sich hat sich, wenn man darunter in erster Linie das Arrangement versteht, nur wenig verändert im Laufe der Jahre. Aber es zeige mir mal jemand eine Melodic-Metal- oder Hardrock-Band nicht nur national, sondern auch international, die eine ähnliche Fülle an Platten in der Vita und sich dabei KEINEN einzigen Ausfall geleistet hat - mir fallen da außer eben Pell lediglich die Pretty Maids ein. Warum mir „Knights Call“, wie immer angenehm warm von Axel selbst und Charlie Bauerfeind produziert und natürlich wieder mal von den unaufgeregten und gerade deswegen herausragenden Vocals von Johnny Gioeli gekrönt, nun noch einen Ticken besser gefällt als seine paar direkten Vorgänger, weiß ich nicht, vielleicht weil immer öfter immer schneller irgendeine neue Sau durchs Dorf getrieben wird, vielleicht aber auch nur, weil man die knappe Stunde hier einfach nicht leid wird und es vor Höhepunkten nur so klingelt in den Lauschern: Von den getragenen, überlangen „Epics“ gefällt mir diesmal ´The Crusaders Of Doom´, simpel und effektiv, am besten (obwohl mit ´Tower Of Babylon´ auch die übliche ´Kashmir´-Verbeugung nicht fehlt), im Metier „kurz (nun ja, kürzer) und knackig“ geht´s mit ´The Wild And The Young´ und ´Wildest Dreams´ direkt meisterlich los, aber hinten raus wippen ebenfalls noch Kopf und Fuß. Oder um es mit einem weiteren Songtitel so ironiefrei wie ernst gemeint zu sagen: Long live Rock!

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