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REVIEW 8.5 21.03.2018

(Dynamit, RH 371, 2018)

AXEL RUDI PELL - Knights Call

Nicht dass es der Wattenscheider Gitarrist, heutzutage wohl so erfolgreich wie nie, nötig hätte, aber es ist an der Zeit, an dieser Stelle noch mal eine Lanze zu brechen: Ja, der Katalog von AXEL RUDI PELL - „Knights Call“ stellt Studioalbum Nummer 17 (!) seit „Wild Obsession“ von 1989 dar - ist stilistisch eher gediegen homogen als experimentell an der Grenze des Machbaren, und ja, auch das Songwriting an sich hat sich, wenn man darunter in erster Linie das Arrangement versteht, nur wenig verändert im Laufe der Jahre. Aber es zeige mir mal jemand eine Melodic-Metal- oder Hardrock-Band nicht nur national, sondern auch international, die eine ähnliche Fülle an Platten in der Vita und sich dabei KEINEN einzigen Ausfall geleistet hat - mir fallen da außer eben Pell lediglich die Pretty Maids ein. Warum mir „Knights Call“, wie immer angenehm warm von Axel selbst und Charlie Bauerfeind produziert und natürlich wieder mal von den unaufgeregten und gerade deswegen herausragenden Vocals von Johnny Gioeli gekrönt, nun noch einen Ticken besser gefällt als seine paar direkten Vorgänger, weiß ich nicht, vielleicht weil immer öfter immer schneller irgendeine neue Sau durchs Dorf getrieben wird, vielleicht aber auch nur, weil man die knappe Stunde hier einfach nicht leid wird und es vor Höhepunkten nur so klingelt in den Lauschern: Von den getragenen, überlangen „Epics“ gefällt mir diesmal ´The Crusaders Of Doom´, simpel und effektiv, am besten (obwohl mit ´Tower Of Babylon´ auch die übliche ´Kashmir´-Verbeugung nicht fehlt), im Metier „kurz (nun ja, kürzer) und knackig“ geht´s mit ´The Wild And The Young´ und ´Wildest Dreams´ direkt meisterlich los, aber hinten raus wippen ebenfalls noch Kopf und Fuß. Oder um es mit einem weiteren Songtitel so ironiefrei wie ernst gemeint zu sagen: Long live Rock!

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REVIEW 9.0 21.03.2018

(Dynamit, RH 371, 2018)

BLACKBERRY SMOKE - Find A Light

Im nicht gerade üppig mit neuen Bands überfluteten Southern-Rock-Genre sind BLACKBERRY SMOKE mit jeder Tournee dem Titel „die neuen Lynyrd Skynyrd“ näher gekommen, es fehlte eigentlich nur noch das „unsterbliche“ Klassiker-Album im Portfolio. Auf „Holding All The Roses“ war man eine halbe Stunde lang im Zielkorridor, während „Like An Arrow“ stellenweise uninspiriert wirkte. Die 13 Songs von „Find A Light“ sind jedoch über jeden Zweifel erhaben. Die Langhaar-Bartträger klingen NOCH tiefenentspannter, seit in Atlanta die Gesetze für Marihuana-Besitz gemildert wurden, und lassen viel frische Luft in Form von stetigen Tempovariationen und genrefremden Stilmitteln rein. Klar, Southern Rock existiert gleich neben Country, und ohne Steel Guitar, Hackbrett und Violine wäre auch dieses Album nicht komplett, aber das Frage-Antwort-Spiel mit ein paar Gospel-Sängerinnen in ´I´ll Keep Ramblin´´ dürfte in der stockkonservativen Südstaaten-Szene einer Revolution gleichkommen. Der Mittel- und Höhepunkt eines Albums, das ansonsten eine ausgewogene Mischung aus Hardrockern (beim schwer stampfenden ´Flesh And Bone´ kommen Boogie-Kopfschüttler auf ihre Kosten!) und authentischen, kaum besser zu inszenierenden Lagerfeuerballaden bietet. Vor allem Gitarrist/Sänger Charlie Starr, dessen lebensnahe Texte superverständlich sind, verschafft dem Zuhörer eins ums andere Mal Gänsehautmomente. ´Medicate My Mind´, ‚´I´ve Got This Song´ und ´Seems So Far´ sind potenzielle Hits zum Mitsingen und Mitheulen, haben aber mit dem rockigen Ear Candy ´Run Away From It All´ einen stolzen Mitbewerber. BLACKBERRY SMOKE haben also endlich „ihr“ Album. Den Support-Slot auf der Lynyrd-Skynyrd-Abschiedstour haben sie ja bereits kassiert.

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REVIEW 8.0 21.02.2018

(Dynamit, RH 370, 2018)

VOJD - The Outer Ocean

Bietet schon jemand „Rock´n´Roll Consulting“ an? Es ist mir ein absolutes Rätsel, warum sich die im Underground sehr geschätzten Schweden Black Trip nach u.a. dem Ausstieg ihres Drummers Jonas Wikstrand (für ihn kam der 53-jährige Order-Of-Isaz-Schlagwerker Anders Bentell) in VOJD umbenannt haben - nur um, allen Unkenrufen und eigenem Bekunden zum Trotz, mit „The Outer Ocean“ ein Album aufzunehmen, das durchaus wie der dritte Black-Trip-Dreher klingt - mit etwas geringerer NWOBHM-Schlagseite, dafür ein paar „Experimenten“ mehr. Die gute Nachricht: „Typisches“ Band-Futter wie der Classic-Hardrock-Anfang ´Break Out´/´On An Endless Day Of Everlasting Winter´, das erneut auf einen ollen Scorpions-Groove zurückgreifende ´On The Run´, das zügige ´Heavy Skies´ oder das - auch das findet sich noch - Thin-Lizzy-Generikum ´Delusions In The Sky´ zündet spätestens nach dem zweiten, dritten Durchlauf, vielleicht wären es mit einer etwas strafferen Produktion sogar die Hookline-technisch zwingendsten, ähem, Black-Trip-Songs überhaupt. Die schlechte Nachricht: Die erwähnten „Experimente“ sind leider durchweg für die Katz´. Das ruhige ´To The Light´ fällt am Ende kaum auf, und den versponnenen Psych-Rock des Titelsongs können andere Acts einfach besser, den völlig missratenen „Blues“ ´Dream Machine´ muss man hingegen regelrecht ertragen, ein schon nicht mehr „nur“ langweilender, sondern schlicht nervender Totalausfall, wie er im Buche steht. Noch mal: Alles in allem läuft „The Outer Ocean“ durchaus als starkes, manchmal sogar sehr starkes Retro-Hardrock-Album ins Ziel und löst den letztmonatigen Deadheads-Dreher im Player prima ab. Ich habe halt nur irgendwie das Gefühl, dass die Platte im VÖ-Dschungel komplett untergehen wird...

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