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REVIEW 8.0 25.04.2018

(Dynamit, RH 372, 2018)

RIOT V - Armor Of Light

Die neun Punkte für das 2014er RIOT V-„Debüt“ stehen nach wie vor felsenfest, „Unleash The Fire“ war die Überraschung seiner Zeit, ein wunderbares, leichtes und lockeres Heavy-Metal-Album, das nicht nur die Geschichte RIOTs vom Hardrock der frühen Tage bis zum 1990er „The Privilege Of Power“-Geniestreich komprimieren konnte, sondern vor allem mit formidablem Songwriting glänzte. Der Erfolg der Platte dürfte die Amerikaner selbst ein wenig überrascht haben, und den leichten Druck merkt man dem Nachfolger „Armor Of Light“ an, denn der Dreher klingt mit seiner homogeneren Power-Metal-Lastigkeit, die ich gar nicht mal so sehr (ausschließlich) in Richtung „Thundersteel“ drücken würde, „europäischer“ (mit dem „Bombast“-Lowlight ´Ready To Shine´) und damit auch weniger spontan, so, als wolle man es der Zielgruppe unbedingt recht machen; dazu kommt ein deutlicher qualitativer Abfall hinten raus mit, man muss das leider so sagen, vier lupenreinen Skip-Kandidaten am Ende (die Bonus-Neuinterpretation von ´Thundersteel´ lag uns noch nicht vor). Dennoch: Mit über 55 Minuten ist das Album lang genug, um es in „Empfehlenswert“-Regionen zu drücken, die ersten acht Tracks laufen nämlich bis auf das generische ´Messiah´ haste nicht gesehen durch, eine EP mit dem flotten Opener ´Victory´, der knackigen Hymne ´Heart Of A Lion´, dem Midtempo-Meisterbrief ´Angel´s Thunder, Devil´s Reign´ sowie dem zurückhaltenden (eine „richtige“ Ballade gibt´s leider nicht) ´Set The World Alight´ wäre sogar der Wahnsinn und würde als Achtziger-Vinyl-Eigenproduktion heutzutage mindestens 666 Euro erzielen. Sonst noch was? Ja, klar: Todd Michael Hall ist immer noch der perfekte „neue“ RIOT-Frontmann, und Mike Flyntz und Nick Lee spielen wie schon auf dem Vorgänger fast alle anderen aktuellen Gitarren-Tandems komplett an die Wand. Da muss man sich die komischen Pröttel-Bassdrums eben irgendwie schönhören...

REVIEW 8.5 25.04.2018

(Dynamit, RH 372, 2018)

SPIDERS - Killer Machine

»Wäre Alice Cooper mit Stevie Nicks verheiratet, ihr Kind hieße „Killer Machine“« - normalerweise tun sich Bands mit einer Selbstverortung ja schwer (es soll auch nicht ihre Aufgabe sein), in diesem Falle liegt SPIDERS-Super-Frontfrau Ann-Sofie Hoyles aber nicht falsch, der Mix aus Garage Rock, Roots-Hardrock und klassischem Pop, den ihre Band nun zum dritten Mal raushaut, hat, so straight er im Grunde komponiert sein mag, etwas Versponnenes, Ungreifbares, ohne dabei auch nur eine Sekunde in stets latent prätentiösen Indie-Regionen zu wildern (höre Kadavar), und auch frühe Girlgroups wie die Runaways oder, ähem, Girlschool schimmern immer wieder durch. Hinten raus evozieren ´So Easy´ und die Ballade ´Don´t Need You´ fast schon die Landsfrauen/-männer Blues Pills, besonders stark zeigen sich die Spinnen aber in der ersten Hälfte, wenn knarzig-warm produzierte Talentproben wie der No-bollocks-Opener ´Shock And Awe´, ´Burning For You´ oder der Rockdisco-Feger ´Like A Wild Child´ selbst nach massivem Playlist-Einsatz nicht an Reiz verlieren, und dann wäre da ja noch Track Nummer zwei: ´Dead Or Alive´ ist mit seiner typisch schwedischen Monster-Hookline im Refrain, die die Tradition von Abba bis Ghost fortführt, für mich schon jetzt der Song des Jahres, ein simpler Zehn-Punkte-Über-Ohrwurm, der einen trotz (oder gerade wegen) seiner fein gesponnenen Melancholie sofort die Welt umarmen lässt. Genial bis zum Gehtnichtmehr!

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REVIEW 8.5 21.03.2018

(Dynamit, RH 371, 2018)

PRIMORDIAL - Exile Amongst The Ruins

In seiner Sólstafir-Live-Rezi schrieb Wolfgang im letzten Monat, es ginge mittlerweile wahrscheinlich vor allem darum, das Niveau einigermaßen zu halten. Nun, das ist wohl die Krux von Bands, die jahrelang sehr gute bis formidable, im gewissen Sinne sogar szeneprägende Platten veröffentlicht haben. Auch PRIMORDIAL erfinden das Rad, mit dem sie sich bewundernswerterweise nahezu gleichzeitig vorwärts, rückwärts und zur Seite bewegen, nicht mehr neu, sie klingen aber nach wie vor frisch und motiviert, man glaubt Frontmann Alan Averill aufs Wort, wenn er berichtet, dass vor dem Aufnehmen von „Exile Amongst The Ruins“ eine Art Selbstreflexion stattgefunden hat, bei der Authentizität und Relevanz im Fokus standen. Album Nummer neun, konzentriert produziert von Ola Ersfjord (Dead Lord, Tribulation, Dread Sovereign), ist in diesem Sinne denn auch keine Revolution, aber qualitativ erneut weit über dem, was Hinz und Kunz ohne Unterlass in den Markt quetschen, vielleicht trotz einer gewissen Homogenität, die nur ganz Nörgelige als Gleichförmigkeit verunglimpfen, ein bisschen weniger eingängig als zuletzt, dafür in seinen pathosschwangeren Momenten, dem brillanten Opener ´Nail Their Tongues´ mit seinem Black-Metal-Ausbruch zum Beispiel oder dem herzzerreißenden ´Stolen Years´, das jeden Mann in der zweiten Lebenshälfte zu Tränen rührt, noch mitreißender und gefangen nehmender, noch direkter. Und apropos „Homogenität“: Die Ausnahme von der Regel heißt ´To Hell Or The Hangman´ und ist eine smarte Gothrock/Darkwave-Verbeugung inklusive „tanzbarer“ Drum-Beats, die viel besser in den PRIMORDIAL-Kosmos passt, als selbst offenere Ohren denken mögen. Wenn´s nach mir ginge: mehr davon!

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