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REVIEW 8.0 22.01.2020

(Dynamit, RH 393, 2020)

STEVE HARRIS' BRITISH LION - The Burning

Auch wenn seit dem ersten „Soloalbum“ von Steve Harris bereits satte acht Jahre vergangen sind, ist „The Burning“ dennoch ein nahezu exaktes Spiegelbild des Debüts. Die Parallelen reichen dabei bis hin zum dramaturgischen Aufbau - wie schon der Erstling wird auch „The Burning“ mit einer Uptempo-Nummer eröffnet (´City Of Fallen Angels´) und durch eine Ballade abgeschlossen (´Native Son´). Wieder mal zeigt sich: Steve Harris ist ein Gewohnheitsmensch. Aber wie schon bei der Feuertaufe von BRITISH LION sollte man einen Fehler tunlichst vermeiden, nämlich Quervergleiche zum Werk von Iron Maiden zu ziehen. Dies verbietet sich allein schon aufgrund des Sängers Richard Taylor, der nicht besser oder schlechter ist als Bruce Dickinson, dessen Stimmumfang und Tonalität aber einfach komplett anders gelagert sind. Die Maxime kann also nur heißen, den elf neuen Stücken mit offenem Visier zu begegnen. Und dabei fällt auf, dass die Songreihenfolge ein wenig unglücklich gewählt ist, denn die wirklichen Highlights finden sich im letzten Drittel. Allen voran das bereits live ausgiebig getestete ´Spit Fire´. Aber auch ´Land Of The Perfect People´ mit einer starken Hookline und fast AOR-tauglicher Sensitivität. ´Bible Black´ geht mit seinen zahlreichen Tempowechseln als die vielleicht dynamischste Nummer des Albums durch. Der Harris´sche Hardrock-Sound fußt jederzeit im Hier und Jetzt und ist zu keiner Zeit rückwärtsgewandt. Was heutzutage fast schon wieder erfrischend ist. Unterm Strich bleibt ein höchst eigenständiges, künstlerisch absolut integeres Werk, das wohl abermals vom Gros der Maiden-Fans mit Nichtachtung gestraft werden wird, allerdings nicht ohne die Herzen einer kleinen, eigenen Anhängerschaft zu berühren. BRITISH LION sind und bleiben BRITISH LION. Nicht Iron Maiden. Und das ist auch völlig in Ordnung so.

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REVIEW 8,5 22.01.2020

(Dynamit, RH 393, 2020)

ANNIHILATOR - Ballistic, Sadistic

Jeff Waters hat seine Versprechen (weitgehend) eingehalten. „Ballistic, Sadistic“ ist ein Neustart für ANNHILATOR. Gitarre, Bass und Drums grooven und hämmern endlich wieder organischer miteinander, der Billigsound der letzten Veröffentlichungen ist hoffentlich ein für allemal vergessen. Auch der Gesang klingt ehrlicher und spontaner. Damit ist noch nicht alles Gold, was glänzt, aber der Rahmen für einen der besten Heavy-Metal-Gitarristen der Welt ist zumindest würdig. Fans des gepflegten Geschredders kommen hier erneut auf ihre Kosten, die Geschwindigkeit ist größtenteils atemberaubend, die Präzision der Riffs, Soli und Licks eine wahre Wonne. Kleinere Schwächen gibt es allenfalls beim Songwriting zu vermelden. Nach 17 Alben wiederholt sich so einiges im ANNIHILATOR-Camp, das wurde auch auf der kürzlich absolvierten Tour deutlich. Dennoch ist der typische, „galoppierende“ Doublebass-Beat ein Markenzeichen des Kanadiers geworden. Macht immer wieder Spaß und kann auch abendfüllend sein. Mit 'Lip Service' (er meint „Cunnilingus“...) hat sich sogar so was wie ein Beinahe-Remake von 'Knight Jumps Queen' auf die Platte geschlichen. Man muss das wohl alles nicht so ernst nehmen. Die Platte zeichnet sich zwar durch viel Wut und Punk-Attitüde aus, wirkt aber längst nicht so verkrampft wie sonst. 'Armed To The Teeth', 'Psycho Ward' und 'That's Life' haben den richtigen Funken Melodie abgekriegt, ab der Album-Mitte kommen noch zahlreiche Thrash-Granaten zum Zuge, die nicht viel schlechter als die Debüt-Hymne 'Welcome To Your Death' durchs Gelände knattern. Auf ein gewitztes Thrash-Epic à la 'Alison Hell' müssen wir hingegen wohl noch warten, aber der Anfang ist immerhin gemacht.

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REVIEW 8.5 18.12.2019

(Dynamit, RH 392, 2019)

MYSTIC PROPHECY - Metal Division

Tapetenwechsel bei MYSTIC PROPHECY: Nach sieben Studiodrehern für die teutonische Hartwurst-Schmiede Massacre in Serie steht das Power-Metal-Flaggschiff aus dem Allgäu ab sofort bei Roar! aus Griechenland unter Vertrag. Natürlich setzen Goldkehlchen/Produzent R.D. Liapakis, der die Band vor knapp 20 Jahren im beschaulichen Kurort Bad Grönenbach gründete, und seine MitstreiterInnen auf ihrem aktuellen, bis dato wohl härtesten Opus wieder auf alle Zutaten, die ein gutes Genrewerk ausmachen. Zum Beispiel wunderbare Gesangslinien, etliche Melodien mit Ohrwurmcharakter, kernige Riffs und töfte Gitarrensoli. Abgeschmeckt wurde das Ganze mit reichlich Bombast, einer kräftigen Prise Pathos und Metal-Klischees galore, wie man anhand von Songtiteln wie ´Metal Division´, ´Eye To Eye´, ´Hail To The King´ und ´Here Comes The Winter´ und dem quietschbunten Cover inklusive Dämon, Höllenhund Zerberus und zahllosen Totenschädeln unschwer erkennen kann. Highlights sind neben der verflixt eingängigen Midtempo-Hymne ´Dracula´ vor allem ´Curse Of The Slayer´, ´Victory Is Mine´ und der ruppige Nackenbrecher ´Die With The Hammer´, bei denen das Faible der Kapelle für Bay-Area-Thrash-Legenden wie Testament durchschimmert. Kurzum: Mit ihrem elften Studioalbum liefern MYSTIC PROPHECY erneut Qualitätsarbeit ab und untermauern ihren Ruf als einer der besten internationalen Power-Metal-Acts. Hinter Sabaton, Powerwolf, Hammerfall, Gamma Ray oder der Ami-Kulttruppe Iced Earth musste sich das Quintett eh noch nie verstecken. Für Fans dieser Bands, aber auch von Judas Priest, Accept oder Primal Fear ist „Metal Division“ demnach Pflicht.

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