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REVIEW 8,5 24.07.2019

(Dynamit, RH 387, 2019)

THE NEW ROSES - Nothing But Wild

Hut ab - der Vierer aus Wiesbaden konnte sich bis jetzt mit jedem Album steigern, und Shows mit Größen wie den Scorpions oder Kiss sind ja weiß Gott auch keine schlechten Referenzen. THE NEW ROSES machen jetzt also Ernst und legen mit „Nothing But Wild“ einen beeindruckenden 13-Tracker ab, der tatsächlich bis zum Ende hochwertig rockt und so etwas wie „Füllerware“ gar nicht erst anbietet. Ganz im Gegensatz zu so manch „etablierter“ Band, muss man an dieser Stelle dringend einfügen. Die „Neurosen“ (kicher...) spulen von vorne bis hinten das Repertoire des breitbeinigen US-Rock ab, Kiss werden öfter mit Ohohoho-Stadionchören „zitiert“, manches erinnert aufgrund der angenehm angerauten Stimme von Sänger/Gitarrist Timmy an die besten Momente von Cinderella, aber auch Freunde von AOR-Göttern wie Bryan Adams ('Heartache') kommen auf ihre Kosten. Und ab und zu blitzt sogar eine Prise Rotzrock auf. Trotz des engen Rahmens wechseln sich alle Härtegrade permanent ab, wobei sich der schmissige Opener 'Soundtrack Of My Life' und die tolle Sommer-Single 'Down By The River' als größte Ohrwürmer entpuppen. Die Kunst der Deutschen besteht darin, NIEMALS auch nur ein Quentchen „deutsch“ zu klingen. Als Redakteur wartet man förmlich darauf, der Band endlich eine Peinlichkeit reinwürgen zu können - vergebens. Ob es am Ende reicht? Bis jetzt sind alle Bands aus diesen Breitengraden, die amerikanischer als Amerikaner sein wollten, krachend gescheitert. Selbst Pink Cream 69, die ihre Sache schon sehr gut machten... „Nothing But Wild“ ist beängstigend perfekt, für meinen Geschmack fast etwas zu aalglatt, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Hier reiht sich Hit an Hit!

REVIEW 8 24.07.2019

(Dynamit, RH 387, 2019)

DARKTHRONE - Old Star

New Wave Of Black Heavy Doom? Der Mensch neigt dazu, Dinge in eine Schublade stecken zu wollen, und der genannte Schriftzug könnte zumindest die Richtung, aber nicht das ganze Ausmaß des nunmehr 18. DARKTHRONE-Albums erfassen, auf dem sich Fenriz und Nocturno Culto mal wieder als wahre Riffmeister entpuppen. Eine wirklich großartige Produktion (dynamisch, organisch, kräftig und transparent) formt das Fundament, um die Fühler in Richtung des traditionellen Doom à la frühe Candlemass, Proto-Black-Metal à la Hellhammer und klassischen Heavy Metal auszustrecken und mit der ursprünglichen DARKTHRONE-Atmosphäre (rau, kalt, melancholisch) zu versiegeln. Ein Highlight ist definitiv 'The Hardship Of The Scots', mit dessen Anfangsriff sie locker auf dem Keep It True auftreten könnten, ehe ein totaler „Satanic Rites“-Moment zäh wie kraftvoll einschlägt, der dann auch wieder vergeht und vom ersten Motiv samt raffiniert darübergelegtem Solo abgelöst wird und nach einer kurzen Spannungspause wieder eine andere Wendung (und ein weiteres geiles Riff) (an)nimmt. Auch kleine, fein gestreute Details wie das in unterschiedlicher Höhenlage und Verzerrung gedoppelte Riff am Ende von 'Alp Man' oder die unterschwellig wütende Tempoerhöhung der Gitarre in 'Duke Of Gloat', auf das auch wieder eine zerreißende Melodie folgt, machen „Old Star“ zu einem spannenden Werk, das zwar sehr im Zeichen der Achtziger steht, aber trotzdem nicht staubig klingt. Dafür gibt's acht von zehn „Ughs!“.

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REVIEW 19.06.2019

(Dynamit, RH 386, 2019)

MY DYING BRIDE - A Harvest Of Dread

Mit „A Harvest Of Dread“ veröffentlichen MY DYING BRIDE eine wahrlich reizvolle Compilation. Auf fünf CDs wird die Karriere der traurigen Engländer auf eine interessante Art und Weise zusammengefasst. Während die ersten beiden CDs aus den jeweiligen Lieblingsliedern der Protagonisten Aaron Stainthorpe und Andrew Craighan bestehen, wartet CD Nummer drei mit dem ersten Demo „Towards The Sinister“ und Vorproduktions-Raritäten auf. Dies wird vor allem interessant, wenn man Düster-Welthits wie ´A Sea To Suffer In´, ´From Darkest Skies´ oder ´Your Shameful Heaven´ in einem völlig anderen Gewand erleben kann. Die vierte CD enthält weitere Pre-Production-Songs sowie rare Lieder von 7“- und EP-Veröffentlichungen, wie zum Beispiel das anbetungswürdige Swans-Cover ´Failure´. Die fünfte und letzte CD beinhaltet ein Live-Konzert aus dem Jahr 1997, welches soundtechnisch absolut hörenswert ist und „glücklicherweise“ die meisten Verzweiflungshymnen der Band aufweisen kann. Als wäre das nicht alles schon genug, um sofort in den nächsten Plattentempel zu kriechen, stecken die Scheiben in einem Hardcover-CD-Buch in LP-Größe. Dieses besteht aus der Biografie, Interviews sowie unzähligen nie veröffentlichten Fotos in fantastischer Qualität. Wer nun immer noch zögern sollte, sich diesen Almanach der Verzweiflung zuzulegen: Das Teil kostet umgerechnet knapp unter 50 Euro. Plus eine Packung Taschentücher.

REVIEW 7,5 19.06.2019

(Dynamit, RH 386, 2019)

BATUSHKA - Hospodi

Keine Frage, BATUSHKA umgibt live eine besondere Aura, aber gerade bei einem so aufwendig und filigran gestalteten visuellen Konzept ist es interessant, die Musik außerhalb dieses Kontexts zu hören. „Hospodi“ ist das zweite Album der polnischen Black-Metaller, die sich aktuell untereinander im Rechtsstreit befinden und momentan an kaum jemandem vorbeiziehen, ohne Eindruck zu hinterlassen. Grundsätzlich hat „Hospodi“ einen noch moderneren Touch als das Debüt „Litourgiya“, enthält aber die gleichen Trademarks. Besonders stark ist neben dem Spiel mit der Kirche und ihren religiösen Symbolen vor allem der atmosphärische Teil der Platte: BATUSHKA kreieren wirklich Gänsehaut machende Melodien (´Polunosznica´), die sie eindrucksvoll mit extremeren Riffs überlappen, sodass entweder eine gewaltige, mächtige Atmosphäre emporsteigt, bei der man das lodernde Bühnenfeuer vorm inneren Auge sehen kann, oder sich das überschlagende Extreme der Musik noch weiter ausdehnt. Die modernen, harten Breaks und fett aufgefahrenen Riffs (z.B. in ´Utrenia´ oder ´Tretij Czas´) reißen allerdings zu sehr aus dem stimmungsgeladenen Kontext und rücken das Ganze in einen massentauglichen, kommerziellen Rahmen ohne Ecken und Kanten - doch ansonsten gelingt BATUSHKA das Spiel mit Kontrasten und Dynamiken recht gut. „Hospodi“ ist also eher was für den Behemoth- als für den Bathory- oder Katharsis-Fan - und der aktuelle Hype zumindest zum Teil gerechtfertigt.

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