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REVIEW 8.5 23.10.2019

(Dynamit, RH 390, 2019)

ANGEL WITCH - Angel Of Light

Das selbstbetitelte 1980er ANGEL WITCH-Debüt mag auf „Neuankömmlinge“ zuerst ein wenig spröde wirken (vom sofort killenden Titelsong abgesehen), hat den „test of time“ aber so gut bestanden wie kaum ein zweites Album: Man kann sich an dieser Platte einfach nicht satthören, auch nicht nach fast 40 (!) Jahren. Die späten Nachfolger „Screamin´ N´ Bleedin´“ (1985) und „Frontal Assault“ (1986) stellen dagegen - vor allem wegen ebendieser ersten Visitenkarte sowie ihrer ansehnlichen Schäbi-Metal-Artworks - lediglich (recht teuer gewordene) Sammlerstücke dar, erst mit dem 2012er Comeback „As Above, So Below“ war man in der Lage, stilistisch und qualitativ an den Erstling anzuknüpfen. Ich habe zwar nicht das Gefühl, dass dem Ding ein besonders großer kommerzieller Erfolg zuteilgeworden ist, aber es hat die Band zumindest wieder ins Rampenlicht gerückt - auch live. „Angel Of Light“ rundet das klassische Triple weitere sieben Jahre später nun brillant ab, Mainman Kevin Heybourne präsentiert nicht nur einen der immer noch besten Gitarrensounds der Szene, sondern auch eine erneut schlicht zwingende Mixtur aus unnachahmlichen Signature-Riffs, sinnigen Solo-Ausflügen sowie einem unaufgeregten Songwriting mit diesen typischen Halb-Refains, die man am Anfang gerne mal „überhört“, die sich aber im Ohr einnisten wie Willi Wurm. Zwei der insgesamt acht Songs sind unspektakulär (´We Are Damned´, ´I Am Infamy´), der Rest changiert zwischen richtig gut (´Window Of Despair´, Titeltrack) und verdammt brillant - mit dem kleinen Hit ´Comdemned´ und dem zurückhaltenden ´The Night Is Calling´, das Bootlegger bereits seit den Achtzigern kennen und das in seiner aktuellen Inkarnation stark an Black Sabbath zu „Headless Cross“-Zeiten erinnert, an der Spitze. Nach wie vor: „You´re the angel I adore!“

REVIEW 8 23.10.2019

(Dynamit, RH 390, 2019)

UNE MISÈRE - Sermon

Weite, Einöde, dunkle Winter, schroffe Landschaften - Island bietet allerlei Erklärungen für die düstere Musik und Kunst, die auf der Insel geschaffen wird. Was für Touristen faszinierend ist, proklamieren UNE MISÈRE in einer YouTube-Doku zum Album als Gefängnis ihrer Jugend. UNE MISÈRE verfallen unter diesen Bedingungen aber nicht in stereotypischen Black Metal: Während sich der fette Basssound schon beim Opener 'Sin & Guilt' wärmend um die Kopfregion schmiegt, schmiedet das Sextett intensiven Hardcore mit Death-Metal-Einflüssen, die Magengrube massierenden Grooves und Melancholie. Das eine oder andere Mal (in 'Sermon' oder 'Beaten') erinnern die Songs an neun Maskenträger aus Iowa. Hinten raus werden die Lieder allerdings schwächer, und der anfängliche Drive nutzt sich ab. Insgesamt präsentieren die Jungs auf ihrem Debüt aber ein recht eigenständiges Klangbild, das vor allem in den Intros immer wieder von sehnsüchtigen Grundnoten geprägt wird. In der Doku betonen die Musiker, dass sie unbedingt aus dem von der restlichen Musikwelt abgeschnittenen Island rauswollen, das in den vergangenen Jahren bei Reisenden wie Metal-Fans zum beliebten Geheimtipp geworden ist. Auch die aufgekeimte Island-Liebe verschaffte UNE MISÈRE bereits erfolgreiche Roadburn- und Wacken-Auftritte sowie einen großen Label-Deal. Mit noch dazu viel Ehrgeiz und einem guten Konzept sind sie also auf dem besten Weg in die Welt. Da ist die harte, kalte Heimat wohl doch eher Segen als Fluch.

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