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REVIEW 10 25.09.2019

(Dynamit, RH 389, 2019)

ATLANTEAN KODEX - The Course Of Empire

Ein Album wie „The Course Of Empire“ zu besprechen, ist eine gleichermaßen dankbare wie undankbare Aufgabe. Dankbar deswegen, weil man eine willkommene „Ausrede“ hat, die heiligen Redaktionshallen über Wochen mit fantastischer Musik zu beschallen, undankbar hingegen, weil es schlicht nicht einfach ist, die passenden Worte zu finden, ohne sich in Superlativen zu ergehen. ATLANTEAN KODEX sind, daran gibt es nichts zu rütteln, die derzeit beste Epic-Metal-Band der Welt; ihre Songs begeistern nicht nur mit komplex ausgefeilter Kompositionskunst, mitreißenden Melodien und einer Liebe fürs Detail, die ihresgleichen sucht, sondern sie wirken auch - im positivsten Sinne - wunderbar anachronistisch. Das Soundgewand von „The Course Of Empire“ ist den Bayern ein Stück weit roher und heavier als das des Vorgängers „The White Goddess“ geraten, und ja, es gibt auf den ersten Hör auch weniger offenkundige Hits. Das bedeutet allerdings nicht, dass ATLANTEAN KODEX auf einmal nicht mehr nach ATLANTEAN KODEX klingen, ganz im Gegenteil: In ihren allerbesten Momenten (während 'Chariots' etwa, auch während des Titeltracks oder 'He Who Walks Behind The Years') tönt die Band nicht zuletzt dank der noch mal deutlich gesteigerten Leistung von Sänger Markus Becker und der songdienlich eingesetzten Chöre epischer als je zuvor, stellenweise wirkt „The Course Of Empire“ sogar eher wie ein Film-Soundtrack als ein Heavy-Metal-Album. Atemberaubend schön, unfassbar mitreißend, über alle Maßen bewegend. Ich bin mir sicher, dass dieses Album den „test of time“ genau wie seine Vorgänger mit Bravour bestehen wird - und ob man „The Course Of Empire“ unter dem Strich jetzt als etwas schwächer, gleichwertig oder sogar noch besser als „The White Goddess“ und „The Golden Bough“ empfindet, ist letzten Endes vermutlich wirklich eine Sache des persönlichen Geschmacks.

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REVIEW 8.0 28.08.2019

(Dynamit, RH 388, 2019)

SACRED REICH - Awakening

SACRED REICH waren noch nie große Freunde ausufernder Alben, mit den acht Songs von „Awakening“ unterbieten sie aber sogar noch die 32:34 Minuten ihres 1987er Debüts „Ignorance“. Problematisch und ein weiterer Grund zum Mosern wäre das allerdings nur, würden die verdienten Arizona-Thrasher insgesamt schwächeln und mit der kompletten A-Seite sowie dem B-Seiten-Abschluss ´Revolution´ und ´Something To Believe´ NICHT ihre besten Schoten seit „The American Way“ (von 1990!) raushauen (der B-Seiten-Beginn mit ´Killing Machine´ und ´Death Valley´ pröttelt leider ein wenig vor sich hin). Jedenfalls habe ich das tatsächlich erst fünfte Studioalbum von Phil Rind & Co. jetzt schon öfter gehört als die ´93er und ´96er Schoten „Independent“ (noch halbwegs okay...) und vor allem „Heal“ (nun ja...) in zweieinhalb Dekaden. Wirklich schnell wird es auf „Awakening“ zwar nur bei ´Divide & Conquer´, erwähntem ´Revolution´ und ´Manifest Reality´ mit seinen deutlichen Slayer-Momenten; im Gegensatz zu weiten Teilen der Konkurrenz stanken SACRED REICH aufgrund ihrer ausgefeilteren Songwriting-Skills aber auch im Midtempo zumindest in ihrer Hochphase (siehe oben) niemals ab, und auch diesmal liefern sie ihre besten Hooks, wenn sie Geschwindigkeit rausnehmen (´Salvation´, ´Something To Believe´). Dass die Wahl des Producers Arthur Rizk, der neben Cavalera Conspiracy bislang vor allem für Underground-Highlights wie Sumerlands, Crypt Sermon, Devil Master und Eternal Champion verantwortlich zeichnete, im ersten Moment gewagt anmutet, ist eher der eigenen Erwartungshaltung geschuldet: Nimmt man ein wenig die Bässe raus, was zumindest bei meiner digitalen Promo unbedingt vonnöten ist, entpuppt sich der Sound der Platte als herrlich organisch und im schönsten Sinne „unperfekt“!

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