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REVIEW 8.5 11.01.2019

(Dynamit, RH 380, 2018)

NAILED TO OBSCURITY - Black Frost

Keine Ahnung, ob der Label-Aufstieg zum Branchenriesen Nuclear Blast den Niedersachsen NAILED TO OBSCURITY einen Kreativitäts- und Qualitätsschub verliehen hat, aber Fakt ist: Mit „Black Frost“ erreicht der Fünfer ein neues Level - musikalisch gereift, atmosphärisch unheimlich dicht, sodass man mittlerweile auf Augenhöhe mit Bands wie Katatonia, Opeth oder Ghost Brigade agiert. Die sieben von V. Santura (Triptykon, Secrets Of The Moon, Obscura) kraftvoll und transparent produzierten Epen atmen, fließen und besitzen eine enorme Strahlkraft. Dabei umschiffen NAILED TO OBSCURITY mit ihrem progressiv angehauchten Death/Dark-Metal jegliche Klischees und finden mit „Black Frost“ ihre komplett eigene Nische. Die beiden Gitarristen spielen wunderbare Melodien, die immer wieder zum Träumen verleiten (´Black Frost´), aber auch die nötige Härte lässt man nicht außen vor und hämmert bisweilen ganz schön heftige Riffs. Einen großen Satz nach vorne hat zudem Sänger Raimund gemacht, der mächtig an seinen cleanen Vocals gearbeitet hat und eine erstaunliche Variabilität an den Tag legt, explizit nachzuhören im an neuere Katatonia erinnernden, herrlich melancholischen ´Tears Of The Eyeless´. „Black Frost“ ist Musik für nachdenkliche Menschen, für kalte Winterabende vor dem Kamin, aber „Black Frost“ ist auch Musik für lebensfrohe Menschen, die sich auf den nächsten Frühling freuen. Eine Platte mit Suchtpotenzial. Grandios!

REVIEW 9 04.01.2019

(Dynamit, RH 380, 2018)

LEGION OF THE DAMNED - Slaves Of The Shadow Realm

Kollege Jaedike hat es bereits in seinem Vorabbericht im letzten Heft angedeutet: Der siebte LEGION OF THE DAMNED-Longplayer „Slaves Of The Shadow Realm“ ist ein Knaller geworden und zeigt die Tulpen-Thrasher so energiegeladen, frisch und angriffslustig wie schon lange nicht mehr. Die Riffs und die Andy-Classen-Produktion knallen ohne Ende, Maurice Swinkels keift und geifert mit einer Bösartigkeit, die ihresgleichen sucht, dazu das punktgenaue, treibende Power-Drumming von Erik „Möllemann“ Fleuren, und fertig ist die vielleicht beste Legion-Platte seit dem sagenhaften „Malevolent Rapture“-Debüt aus dem Jahre 2007. Egal, ob man den Laser bzw. die Nadel bei mörderischen Abrissbirnen wie 'Nocturnal Commando' oder bei eher Midtempo-lastigen, fiesen Bangern der Kategorie Titelsong absetzt, Legion sind eine Macht und eine Vernichtungsmaschine. Die eher black-metallischen Vibes im Gitarrensound/Spiel von Twan Van Geel bringen eine höllische Garstigkeit in die Legion-Mucke und bescheren dem Quartett somit einen unverwechselbaren Sound. Die Qualität der Scheibe ist durchgehend sehr hoch, als absolute Übersongs möchte ich euch aber noch die brutale Thrash-Granate 'Warhounds Of Hades' und das abschließende, von einem Killer-Riff angetriebene 'Dark Coronation' mit auf den Weg geben. „Slaves Of The Shadow Realm“ könnte tatsächlich das „Reign In Blood“ von LOTD werden. Welcome back, guys!

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REVIEW 7.5 07.12.2018

(Dynamit, RH 379, 2018)

METAL CHURCH - Damned If You Do

„Damned if you do, damned if you don´t“? Ja, ein bisschen. Wie bei ALLEN Alben der Seattle-Legende seit „Hanging In The Balance“ von 1993 (!) gilt natürlich auch beim Kauf des frischesten Drehers: 1999 hat mit dem Comeback „Masterpeace“ ein neues Zeitalter begonnen, das - damit muss man sich einfach abfinden - qualitativ ein anderes ist als die Anfänge; Maßstäbe setzende Songs wie ´Metal Church´, ´Beyond The Black´, ´Watch The Children Pray´ oder ´Date With Poverty´ schreibt man eben wahrscheinlich nur in der eigenen Sturm-und-Drang-Phase. Die besten Stücke von „Damned If You Do“, der Titeltrack, das ungewöhnlich arrangierte ´The Black Things´ oder der Hit des Albums, das melodisch sehr konzentrierte ´Revolution Underway´, bewegen sich dabei auf dem Niveau der stärksten 45 Minuten des 2016er Vorgängers „XI“ - was im Umkehrschluss allerdings bedeutet, das man bei der diesmaligen Gesamtlänge weitere Abstriche in Kauf nehmen muss, denn die aktuelle Dreiviertelstunde kommt leider nicht ohne Ausfälle aus, bereits das an dritter Stelle platzierte ´By The Numbers´ ist ein kleiner Stinker, und ´Guillotine´ oder ´Monkey Finger´ tönen nicht überzeugender, eher im Gegenteil. Was auch „Damned If You Do“ letzten Endes aus dem Sumpf der Mittelmäßigkeit rettet, sind neben ´ner Handvoll wirklich gelungener Kompositionen dementsprechend die immer noch unnachahmlichen Vocals von Mike Howe sowie das Erste-Sahne-Gitarrenspiel Kurdt Vanderhoofs - und selbst Letzteres muss man sich ein wenig erarbeiten, denn die dumpfe Produktion entpuppt sich ebenfalls nicht gerade als förderlich. Aber auch das kennen wir ja seit mittlerweile beinahe 20 Jahren...

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REVIEW 8.0 23.11.2018

(Dynamit, RH 379, 2018)

NEW LIGHT CHOIR - Torchlight

Wahrscheinlich muss man 140 werden, um als sogenannte „Kultband“ zu reüssieren (Ashbury, Cirith Ungol, Heavy Load), etwas, das Neunziger-Giganten (rein qualitativ jetzt...) wie Anacrusis oder Thought Industry also noch bevorsteht. Und dann gibt´s da ja aktuellere Szene-Genossen, die von ein paar wenigen Fans über alles geliebt und von diversen Medien in den Himmel geschrieben werden, die „kommerziell“ aber trotzdem kein Bein auf den Boden kriegen, die noch nicht mal im Underground besonders nachgefragt sind, deren Platten tatsächlich wie Blei in den Regalen liegen, so ehrlich darf man sein. Hammers Of Misfortune sind ein solcher Fall, Corsair ebenfalls, auch The Neptune Power Federation droht dieses Schicksal - und NEW LIGHT CHOIR aus North Carolina. Deren „Volume II“-Talentprobe von 2015 war ein völlig eigenständiges, irgendwo verqueres, aber immer hochmelodisches Superalbum zwischen Psych- und Classic Rock à la early Rush, NWOBHM, erwähnten Thought Industry sowie Post-Punk, Shoegaze und Deathrock, das alles versehen mit eher poppigen, Placebo/a-ha-mäßigen Vocals, wurde von High Roller aber bereits nach kurzer Zeit für ´nen Appel und ´n Ei verramscht. Der Nachfolger „Torchlight“ erscheint nun via Svart und knüpft nahtlos an: Der Refrain von ´Queen Of Winter´ wirkt nur am Anfang spröde, ´Adamantine´ stellt den großen Hit dar (quasi ´July Sky 2.0´), und dass man neuerdings sogar mit Black Metal flirtet (´Firebird´, noch deutlicher bei ´Psalm 6´), ist ein weiteres angenehmes Geschmäckle, das die neue Platte NOCH abwechslungsreicher macht. Auch wenn NEW LIGHT CHOIR den großen Durchbruch wohl auch diesmal nicht schaffen werden: Greift zumindest IHR zu, wenn ihr cool, schön und erfolgreich sein wollt. Soll in hundert Jahren schließlich niemand behaupten, es hätte an EUCH gelegen...

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