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REVIEW 9.5 01.09.2021

(Dynamit, RH 411, 2021)

PORTRAIT - At One With None

Dieses Coverartwork! Dieser Opener! Diese Gitarrenläufe! Diese Stimme! PORTRAIT bringen mit „At One With None“ erneut ein Kunststück fertig, das heutzutage leider nur noch verdammt wenigen Gruppen gelingt (Atlantean Kodex etwa, Year Of The Goat ebenfalls und mit Sicherheit auch Ghost - die allesamt musikalisch allerdings völlig anders gelagert sind...): Sie erzeugen vom ersten Ton an ein Gänsehaut-Feeling, das man über die gesamte einstündige Lauflänge nicht wieder los wird. Dass die Schweden einen harten Mercyful-Fate-Einschlag haben, dürfte jedem bekannt sein, der sich schon mal mit der Band beschäftigt hat, und die Maiden- und Priest-Einflüsse, die auf den letzten Longplayern mal mehr und mal weniger durchschimmerten, hat man inzwischen perfekt ins eigene Soundgefüge integriert. Das soll nun freilich im Umkehrschluss nicht heißen, dass PORTRAIT sich auf einmal in irgendeiner Form am „Mainstream“ anbiedern würden - ganz im Gegenteil, um den vollen Detailreichtum der acht Songs zu erfassen, braucht es (wie schon bei den Vorgängern) mehrere konzentrierte Hördurchläufe. Kein Problem, denn nichts fällt leichter, als die Platte nach dem Mega-Finale ´The Gallow´s Crossing´ wieder auf die A-Seite zu drehen. Oder um es in einem Satz auf den Punkt zu bringen: Wenn man sich als Metal-Fan in diesem Monat nur eine einzige neue Scheibe ins Regal stellen möchte, dann sollte es definitiv „At One With None“ sein.

REVIEW 9.0 01.09.2021

(Dynamit, RH 411, 2021)

RAGE - Resurrection Day

RAGE sind zwar seit jeher ein Garant für qualitativ hochwertige Outputs, aber es war nicht unbedingt damit zu rechnen, dass der 26. Longplayer „Resurrection Day“ den umjubelten Vorgänger „Wings Of Rage“ zu toppen vermag. Zumal ein Wechsel im Line-up zu verzeichnen ist: Für Gitarrist Marcos Rodriguez kamen Stefan Weber und Jean Bormann in die Band, die erstmals seit den Neunzigern wieder für doppelte Gitarren-Power bei RAGE sorgen. Ihr Engagement macht sich nicht nur durch eine breitere Gitarrenwand bezahlt. Die beiden konnten sich auch mit zahlreichen Ideen ins Songwriting einbringen und sorgen unter der Ägide von RAGE-Kopf Peavy Wagner dafür, dass „Resurrection Day“ sich durch die RAGE-typische stilistische Bandbreite auszeichnet, gleichzeitig aber extrem homogen klingt. Schon das eröffnende Titelstück verbindet thrashige Klänge mit Orchester-Arrangements, während bei der ersten Single ´Virginity´ meisterhaft moderne Grooves mit einem hymnischen Refrain verstrickt werden. ´Monetary Gods´ wandert hingegen auf den Pfaden von ´Straight To Hell´, bietet aber den besseren Chorus. Die unter die Haut gehende Ballade ´Black Room´ toppt sogar alles, was RAGE in den letzten Jahren an ruhigeren Nummern veröffentlicht haben. Der einzige Track, der stilistisch etwas aus dem Rahmen fällt, ist das vom Renaissance-Komponisten Giorgio Mainero inspirierte ´Traveling Through Time´, das auf den ersten Hör etwas nach generischem Mittelalter-Metal klingt, auf Dauer aber seinen ganz eigenen Charme versprüht. Und ganz am Ende steht mit ´Extinction Overkill´ noch ein echter Killer-Track mit Thrash-Schlagseite. RAGE wurden zwar nie beerdigt, aber mit so einem starken Album feiert man gern den „Resurrection Day“!

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REVIEW 9.0 01.09.2021

(Dynamit, RH 411, 2021)

BRAINSTORM - Wall Of Skulls

VÖ: 17.09. Nach vielen Jahren, in denen BRAINSTORM zumeist nur als Geheimtipp unter dem Radar flogen, konnten sie mit ihrem letzten Album „Midnight Ghost“ endlich den verdienten Erfolg feiern. Kein Wunder, dass „Wall Of Skulls“ den 2018 eingeschlagenen Weg mit Produzent Seeb Levermann (genau, der Orden-Ogan-Onkel) konsequent weitergeht und mit moderat modernisiertem Sound sowie gestrafftem Songwriting einen stilsicheren Brückenschlag zwischen den Hörgewohnheiten älterer und jüngerer Hörer schafft. Die unfreiwillige Corona-Pause hat dabei gleich zwei positive Effekte gehabt: Zum einen hat die angestaute Energie ein Ventil benötigt, sodass der Anteil der schnellen Songs diesmal besonders hoch ausgefallen ist (exemplarisch sei der herausragende Doublebass-Brecher ´Where Ravens Fly´ genannt), und zum anderen hat Andy B. Franck die zusätzliche Zeit dazu genutzt, viele bereits fertige Passagen noch mal im Detail zu verbessern und neu einzusingen - und zwar mit Erfolg. Die kitschfreien Gesangslinien sind raffiniert aufgebaut und führen mehrheitlich zu fantastischen, hymnenhaften Refrains, allen voran beim epischen Singalong ´Glory Disappears´ (ich sehe vor meinem geistigen Auge bereits das komplette Publikum mit weit ausgebreiteten Armen mitsingen) sowie den knallharten ´My Dystopia´ und ´Stigmatized (Shadows Fall)´. Als Sahnehäubchen gibt es mit Peavy von Rage und Seeb (siehe oben) noch zwei Gastsänger, die bei ´Escape The Silence´ und ´Turn Off The Light´ (geiles Riff im Prieschd-Stil!) Andy mit ihren prima passenden Stimmen ideal ergänzen. Angesichts der bärenstarken Diskografie ist es schwer, das beste Album der Schwaben zu küren, aber ich würde mich zu der Aussage hinreißen lassen, dass BRAINSTORM es mit „Wall Of Skull“ abgeliefert haben. So geht Power Metal!

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