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DOKKEN

Tooth And Nail

Auch wenn das Backcover des „Tooth And Nail“-Albums Schlimmes erahnen lässt, sollte man sich von den geschmacklosen Outfits und Pudel-Frisuren der Herrschaften George Lynch (g.), Don Dokken (v.), Mick Brown (dr.) und Jeff Pilson (b., v.) nicht abschrecken lassen, denn an den handwerklichen Qualitäten dieser Ausnahmemusiker gibt es absolut nichts zu bemängeln.

Bereits das DOKKEN-Debüt „Breaking The Chains“ wusste mit exzellentem Melodic-Rock zu überzeugen; das nachfolgende „Tooth And Nail“ behielt diese Tradition bei und hatte neben einer konsequenten Ausprägung des Stils auch eine weitaus druckvollere Produktion zu bieten. Tracks wie der treibende Titelsong, das groovige ´When Heaven Comes Down´ oder das extrem eingängige ´Into The Fire´ - noch heute fester Bestandteil jedes DOKKEN-Livegigs - sind Paradebeispiele exquisiten Hardrock-Songwritings. Und bei aller Kommerzialität dieser Scheibe soll niemand vergessen, welche Rolle Gitarrenhexer George Lynch im damaligen Line-up spielte. Noch bevor Virtuosen wie Yngwie Malmsteen oder Tony MacAlpine in der Szene erschienen, läutete Mr. Lynch in der Tradition von Großmeister Eddie Van Halen die Shredding-Ära ein.

Nicht zuletzt aufgrund der exponierten Rolle des Leadgitarristen kam es ständig zu internen Bandkonflikten mit Mainman Don Dokken, die schließlich zum Split führen sollten. Auf „Tooth And Nail“ konnten die Spannungen zwischen den beiden Protagonisten noch in kreative Höchstleistungen umgewandelt werden, ehe die persönlichen Differenzen schließlich unüberbrückbar wurden. „Tooth And Nail“ jedenfalls zeigt DOKKEN von ihrer besten Seite: Der Sound ist noch nicht so glatt gebügelt, wie das bei den Nachfolge-Scheiben der Fall war, George Lynch brilliert mit mannschaftsdienlichem Gitarrenspiel und verleiht den vornehmlich von Don Dokkens charakteristischer Stimme dominierten Songs zusätzlichen Tiefgang. Kein Wunder, dass es die Band bei diesem Potenzial als einer der wenigen Melodic Rock-Acts geschafft hat, sich ins neue Jahrtausend hinüberzuretten.

Autor:
Thomas Kupfer

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