Review

Reviews 9.5

DISBELIEF

Worst Enemy

Ausgabe: RH 168

(42:59) Manche Dinge gehören einfach zusammen. Die Freiheitsstatue hat in New York zu stehen, auf die Bockwurst muss Senf, und ohne Skandale kann die Frankfurter Eintracht nicht überleben. Dementsprechend gehört auch das ultimativste deutsche Death Metal-Organ von Karsten Jäger zum Sound von DISBELIEF, der zweifelsfrei originellsten Band aus dem teutonischen Extrem-Metal-Genre. Groß waren die Zweifel bezüglich des Fortbestands der Band, nachdem "Jagger", wie der Brüllwürfel von Gott und der Welt genannt wird, die Truppe vor gut zwei Jahren verließ. Als wenig später auch noch Gitarrero Tommy Fritsch das Weite suchte, schienen DISBELIEF am Ende zu sein. Gottlob kehrte zumindest Jagger wieder auf seinen alten Posten zurück, die vakante Position des zweiten Klampfers übernahm Jan Dirk Löffler. Die Zwangspause haben die Südhessen offensichtlich zum intensiven Songwriting genutzt, denn "Worst Enemy" ist die mit Abstand beste Veröffentlichung des Quintetts. Schon lange habe ich nicht mehr einen solch bitterbösen und gleichzeitig wunderschönen Wutklumpen gehört - eine grandiose Synthese aus modernem Death Metal (Morgoth zur "Odium"-Phase), alles niederwalzendem Doom und nervenzerschmetterndem Extrem-Hardcore der Marke Neurosis oder Earth Crisis. Eine Wand von Gitarren, die dich zu erdrücken droht, Melodien, die wie heißes Kerzenwachs deinen Körper erschauern lassen, qualvolle Schreie, mal wutgeladen, mal die Erlösung verkündend - quasi vertonter S/M. Kurzum: Das intensivste Heavy Metal-Erlebnis seit langem. Kniet nieder vor eurem schlimmsten Feind, denn er wird euch süße Lust bringen...

Autor:
Frank Albrecht

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