Review

Reviews 9.5

COUNT RAVEN

High On Infinity

Ausgabe: RH 76

COUNT RAVEN sind Kommerzkacker! Sagen zumindest einige Leute, die vorgeben, es wissen zu müssen.Warum? Keine Ahnung. Scheint etwas damit zu tun zu haben, dass die drei Schweden eine Form des Doom-Metal spielen, die auch für Otto-Normalbanger verdaulich ist und eben nicht nur den kleinen, angeblich elitären Kreis der Die-hard-Doomer anspricht. Das kann mir als altem Doomschädel nur lieb und recht sein, denn ich würde mich freuen, wenn das Trio aus dem Land der unmöglichen Möbelhäuser endlich mal fünfstellige Verkaufszahlen verbuchen könnte. Die Zeichen stehen gut, denn COUNT RAVEN klingen eher wie Candlemass oder Solitude Aeturnus, als dass sie sich mit Saint Vitus oder Cathedral vergleichen lassen würden. Dafür alleine sorgt schon Gitarrist/Sänger Fodde, der stimmlich gesehen der kleine Bruder von Ozzy sein muss. Außerdem bewegen sich die drei Grafen erstaunlich oft im Midtempo-Gefilden, so dass der alte Gag mit dem Bierholen zwischen zwei Snareschlägen hier völlig unangebracht wäre. Keine Frage: Mit "High On Infinity" könnten die dreiSchweden als erste Doom-Band seit Candlemass Akzeptanz bei Fans aus dem normalen Metal-Lager finden, ohne dabei die eigenen Anhänger vergrault zu haben. Schließlich ist "High On Infinity" das stärkste Stück Doom, was in diesem Jahr veröffentlicht wurde.

Autor:
Frank Albrecht

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