Review

Reviews 8.0

COMMUNIC

The Bottom Deep

Ausgabe: RH 291

Nuclear Blast/Warner (55:14)

Gut sechs Jahre nach dem Superdebüt „Conspiracy In Mind“ und drei Jahre nach dem letzten Album „Payment Of Existence“ empfiehlt sich das norwegische Trio COMMUNIC nicht nur als musikalisches Zusatzfutter, sondern endgültig als Ersatz der (mehr oder weniger) lebenden Chaostheorie Nevermore: Der ähnlich akzentuierte progressive Power Metal von Oddleif Stensland & Co. hat im Laufe der Jahre ebenfalls eine etwas ausgeprägtere Hookdichte spendiert bekommen, wirkt dabei aber niemals sonderlich konstruiert. Was der (halb)balladesk beginnende, im Refrain geradezu explodierende, recht weit vorne platzierte, nun ja, Hit ´Flood River Blood´ für den Rest der Platte verspricht, wird melodisch zwar nicht hundertprozentig eingelöst, an herausragenden Momenten mangelt es insgesamt aber nicht: ´Facing Tomorrow´, ´Denial´, ´Voyage Of Discovery´ (sagen wir mal so: für Fans von ´The River Dragon Has Come´) oder das partiell techno-thrashige ´Destroyer Of Bloodlines´ (interessanter Chorus!) kommen trotz ihres immer vorhandenen Anspruchs angenehm unaufgeregt zum Ziel, zudem muss man der Band ein weiteres dickes Kompliment machen: Gerade für diesen relativ technischen Stil der neunziger und nuller Jahre klingt das selbstproduzierte „The Bottom Deep“ sehr organisch, die Gitarren haben einen eigenen Ton, und die Drums muten tatsächlich nur wenig „verrückt“ an.

DISKOGRAFIE

Conspiracy In Mind (2005)
Waves Of Visual Decay (2006)
Payment Of Existence (2008)
The Bottom Deep (2011)

LINE-UP

Oddleif Stensland (v./g.)
Erik Mortensen (b.)
Tor Atle Andersen (dr.)

DIE PATEN

Wer auf folgende Bands steht, dürfte auch an COMMUNIC Gefallen finden - und umgekehrt:

Nevermore * Sanctuary * Into Eternity * Scariot * Queensryche * Lethal * Tad Morose * Hexenhaus * King Diamond * Twelfth Gate * Spirit Web * Shatter Messiah

Und das sagt Frontmann Oddleif Stensland zu „The Bottom Deep“:

»Wir haben „The Bottom Deep“ in einem lokalen Studio hier in Kristiansand aufgenommen. Der Sound tönt in meinen Ohren ziemlich organisch und heavy. Es war uns wichtig, Raum für Dynamiken zu lassen und nicht allzu poliert zu klingen. Inhaltlich ist unsere neue Platte ein Konzeptalbum, das sich mit einer bestimmten Begebenheit auseinandersetzt. Mehr dazu später!«

Autor:
Boris Kaiser

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