Review

Reviews 7.0

BULLET FOR MY VALENTINE

Gravity

Ausgabe: RH 374

Spinefarm/Universal (42:20)
Nehmen wir an, dieses Album wäre ein Club. Vor dem Eingang lungern die Teenager herum, die noch zu jung sind, um hinein zu dürfen. Man beschallt sie als Trostpreis mit dem Opener wie ein Highschool-Filmchen. Einmal drinnen, ballern einem aus Richtung des ersten Tanzflurs druckvolle Riffs entgegen. Betritt man jedoch das Glitzerzimmer unter der Discokugel, fallen einem die Synthies auf. Ein Bleepen und Blubbern. Wandnischen enthalten Achtziger-Dekoration. Hinter Plexiglas schwimmen Meeresbewohner wie in der Schlafnische von „Sea Quest DSV“. Hat man diese Phase hinter sich, wartet im Herzen des Gebäudes der Main Floor. Groß, gestenreich und gesichtslos. Flammentätowierte tanzen gemeinsam mit Buchhaltern zu Reißern aus dem Rock-Radio. Selig singen sie die plakativen Chöre mit, als wären es echte songschreiberische Ideen. Einige eilen zur Tanzfläche, weil sie vermuten, unveröffentlichtes Material von Linkin Park zu hören. Nur wer sich durch diese Massenkirmes kämpft, findet den Geheimraum hinter dem schweren Vorhang. Hier spielt man echten Metalcore mit herrlichen Kombinationen aus Gebrüll, Gesang, Melodie und Breakdowns. Nur wenige Minuten währt diese echte Freude, dann stolpert man schweißgebadet hinaus auf den Hinterhof, wo ein sanfter Chill-out die Nacht ausklingen lässt.

Autor:
Oliver Uschmann

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