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REVIEW 23.01.2019

(Buch, RH 381, 2019)

JOHN NIVEN - Kill ´Em All

Mit „Kill Your Friends“, einer rabenschwarzen Satire auf die Musikindustrie, gelang John Niven 2008 ein Überraschungserfolg, der 2015 auch verfilmt wurde. In seinem aktuellen Roman „Kill ´Em All“ lässt Niven den legendären Protagonisten wiederauferstehen: Der ehemalige A&R-Manager Steven Stelfox genießt im Jahre 2017 ein geruhsames Jetset-Leben und nimmt nur noch gelegentlich hochdotierte Beraterjobs in der Musikindustrie an. Einen solchen bietet ihm auch sein alter Kollege James Trellick an, der mittlerweile CEO der größten amerikanischen Plattenfirma ist. Sein Künstler Lucius Du Pre ist der erfolgreichste Popstar auf Erden, hat aber leider eine Vorliebe für kleine Jungs und Drogencocktails. Es ist nun an Stelfox, den Junkie für die geplante Comeback-Tour wieder fit zu machen und einen Erpressungsversuch abzuwenden. Genau der richtige Job für den skrupellosen Stelfox, der keinerlei moralische Bedenken hat und bekanntlich über Leichen geht. Dass das gesellschaftliche Klima mittlerweile von Populismus, der puren Gier und großen Lügen bestimmt wird, spielt ihm dabei in die Karten. Allerdings weiß man in dieser Zeit der Unsicherheit natürlich nie, was als Nächstes geschieht. „Kill Your Friends“-Leser werden sich in der vor Zynismus strotzenden Schreibe, die kein gutes Haar am Musikbusiness lässt, sofort wohlfühlen. Doch die Welt ist in den letzten Jahren eine andere geworden, und so profitiert „Kill ´Em All“ enorm von der gesellschaftspolitischen Dimension, die Niven meisterhaft in die Geschichte verwoben hat. Dank der flüssigen deutschen Übersetzung von Nivens Stammübersetzer Stephan Glietsch stellt „Kill ´Em All“ ein kurzweiliges Lesevergnügen dar – vorausgesetzt man ist bereit, in menschliche Abgründe zu blicken.

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REVIEW 19.12.2018

(Buch, RH 380, 2018)

DEEP PURPLE - Deep Purple In Rock - Der lange Weg zu einem Meisterwerk

Mal Hand aufs Herz: Wer hätte gewusst, wie der ursprüngliche Titel von ´Speed King´ lautete? ´Kneel And Pray´. Diese kleine Quizfrage mag schon andeuten, dass „Deep Purple In Rock – Der lange Weg zu einem Meisterwerk“ nicht gerade leichte Lektüre für diejenigen ist, die sich in kompakter Form mit der Historie der englischen Hardrock-Pioniere beschäftigen möchten. Wer sich jedoch tiefgreifend mit dem Entstehen und der Wirkungsgeschichte eines der wichtigsten Hardrock-Alben aller Zeiten auseinanderzusetzen bereit ist, für den öffnet DEEP PURPLE-Archivar Simon Robinson (u.a. auch „Whitesnake – The Definitive Biography“ zusammen mit John Tucker) seine Schatzkiste. Und in der Tat ist die Informationsfülle auf den 168 Seiten fast erdrückend, Robinson und sein Co-Autor Stephen Clare präsentieren eine Vielzahl von Zitaten aus der damaligen Musikpresse, ergänzt durch eigene Interviews. So entsteht ein überaus lebhaftes Gesamtbild. Ihre Recherche wird gekrönt von den originalen Tagebuchauszügen Roger Glovers. Mehr geht nun wirklich nicht. Nur hier und da übertreiben es Robinson und Clare ein bisschen, etwa wenn bestimmte Live-Interpretationen des „In Rock“-Materials haarklein musiktheoretisch auseinandergenommen werden. Das stört ein wenig den insgesamt angenehmen Lesefluss, beweist aber noch einmal mit Nachdruck, dass sich das Autorenteam eben nicht mit halben Sachen zufriedengeben wollte.

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