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REVIEW 25.07.2018

(Buch, RH 375, 2018)

LED ZEPPELIN - Led Zeppelin - Musik und Mythos

Martin Popoff (Hannibal) UFO, Deep Purple, Rainbow – der kanadische Journalist Martin Popoff ist ein ausgemachter Spezialist in Sachen Hardrock der siebziger Jahre. Doch während sich seine vorangegangenen Werke aufgrund unzähliger exklusiver O-Ton-Interviews als übersprudelnder Quell an Ersthand-Informationen entpuppten, ist „Led Zeppelin – Musik und Mythos“ ein etwas anderes Biest. Aufgezeichnete Gespräche mit Robert Plant, Jimmy Page, John Paul Jones und John Bonham hat Popoffs Archiv (aus naheliegenden Gründen) kaum zu bieten. Deswegen hat er für sein neues Buch einen anderen Ansatz gewählt, der im Klappentext wie folgt beschrieben ist: „Martin Popoff erzählt die Geschichte von LED ZEPPELIN anhand ihrer 81 Songs, die auf Platten erschienen sind.“ Dazu schlüpft der Autor über die gesamte Strecke der 256 Buchseiten in die Rolle des Hobbydrummers. Der Leser ist oftmals gefordert, sein musiktheoretisches Wissen aufzufrischen. So heißt es etwa bei der Analyse von ´The Ocean´: „Zum Glück spielt die Band ein wenig mit dem Takt, einer Art 7/8 (oder abhängig von der Zählweise 15/8), indem sie beim Intro und dem Ersatz-Refrain einen Beat unterschlägt (im Kontrast zum 4/4 der Strophe).“ Übersetzer und Lektor schlagen sich wacker. Nur können auch sie nicht verhindern, dass die Lektüre sich mit zunehmender Dauer immer dröger gestaltet. Komplettisten kommen an dem schön aufgemachten Schmöker, der durch ein sachliches Layout besticht, nicht vorbei – Neueinsteiger sollten allerdings wohl lieber erst mal auf eine der herkömmlichen Biografien zurückgreifen.

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REVIEW 23.05.2018

(Buch, RH 373, 2018)

VAN HALEN - Teufelspakt - Die Ära mit David Lee Roth

Noel E. Monk (Hannibal Verlag) Nein, wir machen das Fass nicht wieder auf und diskutieren, ob es sich bei dem VAN HALEN-Line-up der ersten sechs Alben um das einzig wahre handelt oder ob auch die Phase mit Sammy Hagar am Mikro ihre Berechtigung hatte. Noel E. Monk, der die Band im Zeitraum von 1978 bis 1985 erst als Tourmanager und dann als Personal Manager betreute, konzentriert sich in seinem Buch auf die goldene Ära mit Diamond Dave, denn nach dessen Abschied endete auch sein Engagement bei der Band, die wie kaum eine andere das Lebensgefühl Kaliforniens auf die größten Bühnen der Welt transportierte. Monk übernimmt die Band vor ihrer ersten US-Tour im Vorprogramm von Journey und Ronnie Montrose (die kurz zuvor beendete Sex-Pistols-Tour durch die USA, die Monk als Tourmanager halbwegs unfallfrei überstanden hat, qualifiziert ihn in den Augen des Labels…) und begleitet sie bis zum Ausstieg von Roth, der 1985 seine Solokarriere startet. Ein Reißer im Stile von „The Dirt“ ist „Teufelspakt“ zwar eher nicht, denn Monk musste sich nach seinem Rauswurf vertraglich dazu verpflichten, einige Jahrzehnte lang kein Buch über VAN HALEN zu schreiben, was detaillierten Erinnerungen abträglich gewesen sein dürfte, aber zwischen den Zeilen des knapp 400 Seiten starken Buches erkennt man eine Band, in der Michael Anthony meist den Posten des unbedarft-unschuldigen Bassers gab, während Eddie und Alex Van Halen als heftig saufende Koks-Zombies für die Skandale zuständig waren. David Lee Roth natürlich nicht zu vergessen, den Monk als größenwahnsinnige Primaballerina porträtiert, seine Frontmann-Qualitäten gemeinsam mit Eddies bahnbrechendem Gitarrenstil aber als DEN Erfolgsfaktor bei VAN HALEN einzuordnen weiß. Der endgültige Absturz der Band beginnt, als man Michael Anthony nach Veröffentlichung des „1984“-Albums rückwirkend (!) seine Songwriting-Credits aberkennt und selbst der gigantische Verkaufserfolg der Platte die übergroßen Egos von Eddie Van Halen und David Lee Roth nicht mehr ins Gleichgewicht bringen kann. Wie gesagt: „Teufelspakt“ ist kein lupenreines Skandal- oder gar Enthüllungsbuch, aber der Leser bekommt einen guten Einblick in das (frühe) Innenleben der Band und die Charakterzüge der einzelnen Mitglieder.

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REVIEW 23.05.2018

(Buch, RH 373, 2018)

Hellraisers

Axl Rosenberg und Christopher Krovatin (Race Point Publishing) Sekundärliteratur nicht-enzyklopädischer Art ist im Metal-Bereich gar nicht so zahlreich. „Sound Of The Beast“ nennt sich der absolut unverzichtbare Blick von Ian Christie auf die Genese des Heavy Metal. Dazu kommt mit „Louder Than Hell“ die empfehlenswerte Oral-History von Jon Wiederhorn und Katherine Turman. Formell füllen Axl Rosenberg und Christopher Krovatin mit ihrer „Complete Visual History Of Heavy Metal Mayhem“ also durchaus eine Lücke. Und der hübsch gezeichnete Schleimmonsterchen-Umschlag kann auf jeden Fall punkten. Für einen Bildband ist die Auswahl der Abbildungen auf den 288 Seiten allerdings insgesamt zu herkömmlich, gefühlt jedes zweite oder dritte Bandfoto ist bekannt und stammt aus dem Fundus einschlägiger Fotoagenturen. Rosenberg und Krovatin haken zwar alle Pflichtfächer ab (von Proto Metal über die NWOBHM bis zum Black Metal), kratzen dabei allerdings oftmals nur an der Oberfläche und verlassen nur selten die rein deskriptive Textebene. Stilistisch ist das Narrative von einem leicht ironisierenden Duktus geprägt, der an „School Of Rock“ erinnert und stellenweise in Klamauk abzudriften droht. „Hellraisers“ ist zweifelsohne ein schön anzuschauender Grobüberblick über die Geschichte des Heavy Metal, ein Crashkurs für den gebildeten Laien. Insider, die im Schlaf die Anzahl der Tage, die Varg Vikernes im Knast verbracht hat, runterbeten können, werden allerdings wenig Futter für die Erhöhung ihres Bildungsstands finden.

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