Review

Reviews 8.5

BRAINSTORM

Liquid Monster

Ausgabe: RH 215

(51:23)

Mit „Metus Mortis“ haben sich BRAINSTORM seinerzeit ebenso beeindruckend wie elegant auf den deutschen Power-Metal-Thron geschwungen, und „Liquid Monster“ ist ein weiterer Beweis dafür, dass sie nicht daran denken, in nächster Zeit abzutreten. Schon der Opener ´Worlds Are Comin´ Through´ ist ein Song, wie ihn kaum eine zweite Band in Deutschland schreiben könnte: Mächtigste Riffs, der kraftvolle, trotzdem melodische Ausnahmegesang von Andy B. Franck und ein Refrain, der trotz aller Härte sämtliche Qualitäten einer großen Hymne aufweist, lösen schon Sekunden nach dem ersten Durchlauf Suchterscheinungen aus. Das ist schon sehr beeindruckend und bleibt die nächsten Songs lang auch auf diesem Niveau, wobei das fast beschwingte ´All Those Words´ mit seinen großartigen Gesangsmelodien einen weiteren Höhepunkt markiert.

Viel hat sich nicht geändert am Sound der Band; vielleicht ein wenig verspielter ist er geworden. Das äußert sich beispielsweise in der enorm pathetischen Ballade ´Heavenly´, dem mit etwas Psychotik angereicherten Brecher ´Despair To Drown´ oder dem mit einem dezent überfrachteten Gesangsarrangement versehenen ´Burn My Soul´. Am besten sind die Jungs jedoch noch immer dann, wenn sie ihre Gitarrengewalt mit großen Hooklines verbinden, was insbesondere in der ersten Hälfte des Albums in imposanter Regelmäßigkeit geschieht, nachzuhören beispielsweise bei ´Lifelines´, dem schleppenden ´Invisible Enemy´ oder dem mit einem fantastischen Ohrwurm-Gitarrenriff ausgestatteten ´Painside´.

Keine Frage: „Liquid Monster“ lässt die Konkurrenz nicht mal auf Sichtweite herankommen.

Autor:
Tobias Blum

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