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REVIEW 19.11.2014

(DVD - Musik, RH 331, 2014)

GUNS N' ROSES - Appetite For Democracy - Live At The Hard Rock Casino - Las Vegas

(Universal) Der Werbesticker, dass es sich bei „Appetite For Democracy“ um den ersten Konzertfilm der Gunners seit 1992 handelt, bringt das GUNS N´ROSES-Dilemma auf den Punkt: Seit eben diesem Jahr hat die Band nämlich weniger durch musikalische Großtaten als durch Skandale, den anhaltenden Medienboykott von W. Axl Rose, ein sich schwindelerregend schnell drehendes Personalkarussell und die 15 Jahre dauernde Warterei auf das „Chinese Democracy“-Album von sich reden gemacht. Gut 20 Jahre nach der Hochzeit der Band stellt sich bei jedem Release zwangsläufig die Frage nach der aktuellen Relevanz. Nun soll es also ein Konzertfilm aus dem Rentner- und Revueshow-Paradies Las Vegas richten und die Gruppe wieder in der öffentlichen Wahrnehmung ankommen lassen. Damit das klappt, wurde nicht nur bei den Aufnahmen und der Produktion geklotzt, sondern auch bei den erhältlichen Ausstattungsvarianten, denn „Appetite For Democracy“ gibt es als 3D-Blu-ray, Standard-DVD und dann natürlich noch als Deluxe-Edition, bei der das Konzert auf Doppel-CD beigelegt wird, mitsamt hochwertiger Verpackung und einem Coverartwork, das geschickt den Bogen zu den Anfängen der Band schlägt. Zwei Stunden und 45 Minuten lang ist das Greatest-Hits-Paket, das die Gruppe spiel- und soundtechnisch inmitten einer State-of-the-art-Produktion von ihrer Schokoladenseite zeigt, aber auch klarmacht, dass GUNS N´ROSES nichts mehr mit der eigenen Legende zu tun haben. Für Gefährlichkeit und Rebellion stehen längst andere Künstler, man selbst begreift sich anno 2014 als achtköpfige Big Band, bei der vor allem Axl Rose mehr als einmal zur (stimmschwachen) Karikatur seiner selbst verkommt. Einzig die Kurzinterviews mit den sympathisch bis verpeilt wirkenden Bandmitgliedern Dizzy Reed (keys), Tommy Stinson (b.), Ron „Bumblefoot“ Thal (g.) und DJ Ashba (g.) ermöglichen einen kleinen Einblick hinter die Kulissen, der Rest von „Appetite For Democracy“ ist perfekt inszeniertes Popcorn-Entertainment.

REVIEW 19.11.2014

(DVD - Musik, RH 331, 2014)

LAMB OF GOD - As The Palaces Burn

(Sony) Eigentlich sollte Don Argott für LAMB OF GOD eine Doku über Die-hard-Fans in exotischen Ländern produzieren, bei der die Band nur am Rande eine Rolle spielen sollte. Durch die Festnahme von Randy Blythe in Prag und die Anklage wegen vorsätzlichen Totschlags eines Fans (den er absichtlich von der Bühne gestoßen haben soll und der später seinen Verletzungen erlag) nimmt der Film eine überraschende und fesselnde Wendung. Blythe sitzt 38 Tage in Haft und wird erst gegen eine Kaution von 400.000 Dollar wieder auf freien Fuß gesetzt. Argott fängt sowohl die berührenden Bilder von Randys Heimkehr ein als auch den wenige Monate später stattfindenden, zermürbenden Prozess in Prag, bei dem Randy bis zu zehn Jahre Haft drohen (letztlich kommt es zu einem Freispruch). Argott beweist nach der Pentagram-Doku „Last Days Here“ einmal mehr, wie gut er sich das Vertrauen der Protagonisten erarbeiten kann, wodurch er auch mit der Kamera draufhalten darf, wenn die Musiker sich die eine oder andere Träne wegdrücken müssen. Dadurch ist „As The Palaces Burn“ ein sehr emotionaler Film geworden, der aufgrund seiner Abkehr von den üblichen musikbezogenen Themen in der gleichen Liga wie Metallicas „Some Kind Of Monster“ und „The Story Of Anvil“ spielt. Nachdem der Streifen Anfang des Jahres im Kino zu sehen war, ist er nun auch mit reichlich Bonusmaterial auf DVD erhältlich: Neben einem ausführlichen Q&A mit der Band und Argott finden sich auf der zweiten DVD 90 Minuten größtenteils sehenswertes Bonusmaterial. Neben weiteren Fanporträts enthält die Bonus-DVD auch die kompletten Interviews mit Slash und dem verstorbenen Gwar-Fronter Oderus Urungus, der sowohl mit als auch ohne Maske viel zu sagen hatte. Das einzige Manko: Beide DVDs sind komplett untertitelfreie Zone.

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REVIEW 24.09.2014

(DVD - Musik, RH 329, 2014)

JON LORD - CELEBRATING JON LORD

DVD des Monats Es beginnt mit Tränen: In der Eröffnungsrede zu diesem Charity-Konzert, das gleichzeitig eine tiefe Verbeugung vor dem 2012 verstorbenen Orgelgiganten Jon Lord ist, schafft es Jons Witwe nur mit Hilfe ihres Schwagers Ian Paice, halbwegs die Fassung zu bewahren. Auch die folgenden Stunden stehen im Zeichen der Trauer um einen geliebten Menschen und geachteten Musiker, allerdings haben die aufgeführte, größtenteils von Jon (mit)geschriebene Musik und der unvergleichliche britische Humor, mit dem fast alle Ansagen glänzen, sicht- und hörbar eine heilsame Wirkung und legen sich wie Balsam auf die Wunden der Musiker und Zuschauer. In der ehrwürdigen Londoner Royal Albert Hall zelebrieren Jons Ex-Kollegen von Deep Purple, sein enger Freund Paul Mann samt Orchester und Legenden wie Bruce Dickinson (der abgeranzt wie sein eigener Roadie in einer Maiden-Kutte über die Bühne schlurft), Paul Weller, Glenn Hughes und Rick Wakeman über 40 Jahre Rock- und Lord-Geschichte, die von frühen Artwoods-Nummern über Paice-Ashton-Lord-Stücke bis hin zu diversen Purple-Songs und klassischen Kompositionen („Sarabande“!) reicht. Die orchestralen Arrangements, mit denen Purple-Klassiker wie ´Lazy´ oder ´Perfect Strangers´ veredelt werden, sind dabei genauso bemerkenswert wie die Gesangsleistungen von Hughes (immer noch eine Hammerstimme!), Dickinson oder The-Temperance-Movement-Fronter Phil Campbell. Einiges wirkt wegen der kurzen Vorbereitungszeit ein wenig improvisiert (u.a. Wakemans Parts), was diesen Event aber nur noch lebendiger und mitreißender macht – Sir Lord wird an besagtem Abend mit Sicherheit mit einem gütigen, zufriedenen Lächeln auf dem Gesicht an seiner Himmelshammond gesessen haben. Ein Teil der Verkaufserlöse dieser auf Blu-ray, DVD und CD erhältlichen Großartigkeit geht übrigens an Forschungsprojekte, die giftfreie Krebsbehandlungsmethoden entwickeln.

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