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REVIEW 26.10.2016

(DVD - Musik, RH 354, 2016)

CORONER - Autopsy

(Century Media/Sony) Gleich drei DVDs und eine CD werfen CORONER in die Waagschale, um ihre Wiedervereinigung zu dokumentieren. An erster Stelle steht natürlich der gute Film von Bruno Amstutz und Lukas Rüttimann. Doch Vorsicht: Untertitel in Deutsch sind beim Schwizerdütsch der drei Protagonisten und ihrer Weggefährten Celtic Frost, Stephan Eicher & Co. dringend einzustellen, sonst versteht man nur die Hälfte, und das wäre schade. Denn tatsächlich gibt es selbst um eine Band wie CORONER, die seinerzeit – im Vergleich zu den wilden Beerbong-Thrashern aus Amiland – als ein bisschen brav galt, jede Menge Anekdoten und natürlich eine feine Entstehungsgeschichte, die ich in dieser Form auch noch nicht kannte. Dass die Schweizer Metal-Intelligenzija mit Alben wie „Punishment For Decadence“ oder „No More Color“ hingegen Vorbild für einen Nerd wie Mikael Åkerfeldt waren, verwundert kein bisschen, ist aber trotzdem eine späte Genugtuung für das stets unterbewertete Trio. Dass die Reise schon zu Lebzeiten der Band nicht in den siebten Himmel ging, hing auch mit Labelchef Karl Walterbach zusammen, der im Videointerview mal wieder mit zwiespältigen, aber auf seine Art „authentischen“ Aussagen auffällt. Interessant ist das Gesagte für Kenner des Noise-Labels allemal. DVD Nummer zwei ist ein Zusammenschnitt mit Livemusik verschiedener Reunion-Shows, die die Band in erstaunlich guter Form zeigt. Eigentlich schade, dass man sich hier nicht auf ein Konzert mit besserem Sound und Licht konzentriert. Die dritte DVD enthält eine Sammlung alter Clips sowie das legendäre „Live In East Berlin“-Konzert von 1990. Komplettiert wird dieses Set durch eine Acht-Track-Best-of-CD. Mit dieser Box nimmt Original-Drummer Marky Edelmann leider seinen Hut, man darf gespannt sein, ob Bassist/Sänger Ron Broder und Wundergitarrist Tommy Vetterli 2017 noch einmal eine kreative Höchstleistung für den Euro-Thrash vollbringen werden.

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REVIEW 28.09.2016

(DVD - Musik, RH 353, 2016)

KISS - Kiss Rocks Vegas

(Eagle Rock) Wenn eine Rockband ein Multi-Show-Engagement in Las Vegas präsentiert, gehört sie zum Genre-Establishment (was bei KISS jetzt eh nicht zu bezweifeln ist), hat aber ihren kreativen Zenit für gewöhnlich längst hinter sich (was bei KISS nicht mal die Band selbst abstreitet). Also stellt man sich vor ein zahlungskräftiges und recht gesittetes Auditorium, präsentiert eine State-of-the-art-Show (die Casinos dort sind ungefähr so groß wie ´ne Arena in einer europäischen Metropole) und geht bei der Setlist auf Nummer sicher, um das „casual“ Publikum nicht zu vergraulen. Auf „Kiss Rocks Vegas“ sind zwei Songs jünger als 30 Jahre (was ganz besonders schade ist, wenn man sich vor Ohren führt, wie fett das für KISS-Verhältnisse brandneue ´Hell Or Hallelujah´ rockt), und von den noch älteren überrascht kein einziger, auch wenn ´Parasite´ und ´Deuce´ hier immerhin formidabel knallen. Dass die Show keine 90 Minuten dauert – geschenkt. Dass Paul Stanleys Stimme auch bei einer nachbearbeiteten Liveaufnahme oftmals so brüchig klingt, dass man für die kommende „KISS Kruise“ angekündigten „Creatures Of The Night“-Granaten wie ´Danger´ und ´Keep Me Comin´´ eher mit Unbehagen entgegensieht – egal. Komposition und physische Konstitution sind auf „Kiss Rocks Vegas“ nur ein Teil des Puzzles. Der Mitschnitt ist dermaßen perfekt inszeniert (Bühne, Effekte, Sound, Kamera, Schnitt), dass man nur noch staunend vor dem Fernseher sitzt, vorausgesetzt, man gehört nicht zu den Leuten, die chronisch dem Original-Line-up und seinen hochenergischen Mittsiebziger-Performances hinterhertrauern. Zudem gibt´s als Bonus sieben Akustik-Live-Tracks, die normalerweise einer spendablen Klientel auf Kreuzfahrten und Meet & Greets vorbehalten sind.

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