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REVIEW 25.09.2019

(DVD - Musik, RH 389, 2019)

HELLOWEEN - United Alive

Eines vorweg: Ich bin wirklich, wirklich, wirklich kein Fan von Konzertauslesen, für die Aufnahmen von mehreren Gigs zusammengeschnitten werden (nicht in Audioform und als DVD schon überhaupt nicht), aber wenn man eine Live-Veröffentlichung denn unbedingt so angehen möchte, dann gibt es sicherlich wenig Möglichkeiten, das besser als HELLOWEEN mit „United Alive“ zu tun. Die Kürbisköpfe haben diverse Gigs ihrer großen „Pumpkins United“-Reunion-Sause in Bild und Ton aufgezeichnet und präsentieren mit „United Alive“ ein Paket, das einen hervorragenden Eindruck von dem liefert, was während der vielerorts ausverkauften und von Fans und Presse begeistert aufgenommenen Tour abging. Bild und Ton sind schlichtweg fantastisch, die Show eine Vollbedienung in Sachen Breitwand-Unterhaltung, und die Fans sind, man kann es nicht anders sagen, fanatisch im positivsten Sinne. Obendrauf gibt´s sehenswertes Bonusmaterial, wie etwa eine kurze Doku zur Tour, sämtliche zwischen und während der Songs eingespielte Video-Schnipsel, Bonustracks und, und, und... Verwirrend ist allerdings, dass nicht alle veröffentlichten Varianten identische Inhalte bieten: Während die DVD- und Blu-ray-Versionen unter „United Alive“ laufen und Aufnahmen aus Wacken, Sao Paulo und Madrid enthalten, beschränkt sich die Band für „United Alive In Madrid“, also die Fassung, die auf CD und Vinyl erscheint, auf die Madrid-Show. Sei´s drum: Echte Kürbiskopf-Fanatiker greifen sowieso zum acht (!) Discs umfassenden Earbook und sind damit sicherlich auch hervorragend bedient.

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REVIEW 20.03.2019

(DVD - Musik, RH 383, 2019)

AGNOSTIC FRONT - The Godfathers Of Hardcore

Auch wenn man anderes vermuten könnte: „The Godfathers Of Hardcore“ ist keine weitere New-York-Hardcore-Doku. Genauer betrachtet ist es nicht mal ein Film über Agnostic Front. Regisseur Ian McFarland porträtiert in erster Linie Frontmann Roger Miret. Selbst Gitarrist Vinnie Stigma (immerhin das einzige Originalmitglied) spielt nur die zweite Geige und vervollständigt – genau wie andere gegenwärtige und ehemalige AF-Musiker, Familien und Freunde – vor allem das Bild, das der Film von Miret zeichnet. Roger (eigentlich Rogelio de Jesus Miret) emigriert als Kind von Kuba nach New York, flieht als Teenager vor seinem gewalttätigen Stiefvater, lebt auf der Straße und in besetzten Häusern, findet Anfang der Achtziger mit AF und der gerade startenden HC-Szene ein neues Zuhause. Er wird viel zu früh selbst Vater, versucht seine junge Familie als Drogenkurier zu ernähren und landet im Knast. Nach der Entlassung werden AF kontinuierlich erfolgreicher. Roger bleibt der Band immer treu, zieht jedoch nach Arizona, schraubt dort an Autos rum, gründet eine neue Familie, erleidet eine Herzattacke und trägt inzwischen einen Herzmonitor. McFarland zeigt Roger sehr privat – im Vergleich zu Stigma, der auch mit Mitte 60 wie ein ewiges Kind wirkt, regelrecht introvertiert, nahezu depressiv, zugleich immer unter Strom stehend. McFarland ist Beobachter, nicht sensationsheischend, sondern im klassischen Sinne dokumentierend, was dem gesamten Film seinen Stempel aufdrückt. Die Musik bleibt eher Nebensache. Die Prügel-Pit-Fraktion der Szene wird „The Godfathers…“ langweilig finden. Im Gegenzug muss man sich kein bisschen für Hardcore interessieren, um diesen Film zu mögen.

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