Review

Reviews 8.5

BETHLEHEM

Mein Weg

Ausgabe: RH 212

(73:51)

Die wahren Könige grotesker Lyrik im ehemaligen Kaiserreich sind nicht Eisregen, sondern immer noch BETHLEHEM. Die Grevenbroicher legen nach dem streitbaren Musikhörspiel „Schatten aus der Alexanderwelt“ ein Album vor, das zweifellos einige versprengte Fans der Band wieder heimholen wird. Voller Anmut, aber auch mit metallischer Härte, zischt die Eröffnungstroika ´Aalmutter´, ´Allegoria´ und ´Knochenkorn´ am Ohr vorbei. BETHLEHEM selbst sind kaum wiederzuerkennen. Bombast und eine Traurigkeit, die selbst Katatonia und My Dying Bride nur in ihren besten Tagen zustande brachten, entführen den Hörer in eine andere Welt. Elegischer Doom, getragen von hypnotisierenden zweistimmigen Gitarren und einem Gesang, der wie ein eisiger Schauer den Rücken hinabwandert. Einen so kraftvollen, über mehrere Oktaven so sauber gesungenen Klargesang hört man selten.

„Mein Weg“ straft alle Lügen, die bereits das Ende der Band vorzeitig verkündet haben. Ein Chamäleon scheint das wahre Vorbild von Bartsch & Co. zu sein. Und dass die Herren Stil haben, beweist die Coverversion von Frank Sinatras ´My Way´, die sich als Hidden Track am Ende der CD befindet. Ein sehr galanter Weg, das baldige Ableben der Band anzukündigen.

In der Tat, es war ihr Weg, der Weg von BETHLEHEM, unverstanden, eigenwillig, einzigartig. Und dank dieses großen Finalepos noch lange im Gedächtnis nachhallend.

Autor:
Volkmar Weber
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