Review

Reviews 9.0

AUTOPSY

The Headless Ritual

Ausgabe: RH 315

Peaceville/Edel (44:21)

Mit dem AUTOPSY-Abschied „Shitfun“ und der Abscess-Demo-Compilation „Urine Junkies“ zeigte ein offenbar demoralisierter und desillusionierter Chris Reifert 1995 Kritikern wie Musikbusiness mehr als nur beide Stinkefinger. Posthum endlich für die Pionierleistungen an der Death-Metal-Front gewürdigt, kommt die exhumierte Legende seit der 2010er EP „The Tomb Within“ und dem Comebackalbum „Macabre Eternal“ wieder ohne plakative Fäkalinjurien aus. Trotzdem verkörpern ihre akustischen und lyrischen Horrorszenarien brillant die Abgründe des Genres. Dabei sind partielle stimmliche Anlehnungen an den frühen Pete Steele u.a. im Opener ´Slaughter At Beast House´ laut Chris ebenso Zufall (und eher der Whiskey-Pulle geschuldet) wie der unterbewusste Tribut an ´Evil Dead´ von Reiferts ehemaligem Bandkollegen Chuck Schuldiner in ´She Is A Funeral´. Nicht nur der Britendreier Paradise Lost, Anathema, My Dying Bride hat den Doomdeath im frühen Peaceville-Stall geprägt, sondern maßgeblich auch AUTOPSY („Mental Funeral“). ´Coffin Crawlers´, ´Flesh Turns To Dust´, aber auch das instrumentale Titelstück rufen dies besonders laut in Erinnerung. Im Kontrast zu den Slayer-artigen Soli der schnellen Tracks ist die Leadgitarre dabei besonders morbide und überraschend melodisch angelegt.

Autor:
Björn Thorsten Jaschinski

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