Review

Reviews 8.5
Classic Rock Hard Rock

AUDREY HORNE

Devil’s Bell

Label: Napalm/Universal
Dauer: 48:30
Erscheinungsdatum: 22.04.22
Ausgabe: RH 419

Sie haben einfach Stil und Klasse: Wo andere Bands mit der Tür ins Haus fallen und wüst nach vorne rocken, nehmen sich AUDREY HORNE beim Album-Opener gut zwei Minuten Zeit, ehe Sänger Toschi in die Nummer einsetzt und schnell klarmacht, dass das norwegische Classic-Rock-Powerhouse immer noch zum Besten gehört, das die Szene zu bieten hat. Alles wie immer also? Ja und nein. Immer noch beherrscht kaum eine andere Band das Kokettieren mit den offensichtlichen Einflüssen und das gleichzeitige Einbauen augenzwinkernder stilistischer Querverweise so gut wie das Quintett aus dem hohen Norden. Eine Neuerung gibt´s aber doch zu vermelden: In den vier Jahren, die seit der Veröffentlichung des Albumvorgängers „Blackout“ vergangen sind, hat man sich anscheinend gründlich durch das Schaffenswerk von Iron Maiden gewühlt, wie nicht nur, aber doch am deutlichsten das Instrumental ´Return To Grave Valley´ beweist, das als lupenreine Hommage an die Eiserne Jungfrau durchgeht. Verwundert ist man nach dem Durchlauf von „Devil´s Bell“ lediglich darüber, dass AUDREY HORNE die eigene Steilvorlage bei der Nummer ´Toxic Twins´ nicht verwandeln und dem Song eben kein Aerosmith-Lick oder -Solo spendieren. Aber das allzu Naheliegende zu vermeiden, ist eben auch eine Form von Klasse.

Autor:
Thomas Kupfer

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