Review

Reviews 4.5

ARCHITECTS

All Our Gods Have Abandoned Us

Ausgabe: RH 349

PLUS-MINUS

Epitaph/Indigo (46:15)
Schon mit ihrem letzten Album zogen ARCHITECTS Konsequenzen aus der Schelte, die sie sich für das allzu süßliche „The Here And Now“ (2011) eingehandelt hatten, aber auch ihre aktuellen Songs betreffend ist es nicht so, als sei Koketterie mit Post-Hardcore für Emo-Kids völlig passé. Keyboards unterfüttern die Stücke auf „All Our Gods Have Abandoned Us“ durchweg, und dass einzig Frontmann Sam Carters melodische Parts für griffige Momente sorgen, sollte hinsichtlich der Güte der Kompositionen zu bedenken geben. Die Breakdowns wurden mit Ansage platziert, und am Ende hat das Quintett nichts weiter getan, als sich u.a. von Fredrik Nordstöm (Soilwork, In Flames) ein glattes und gewollt rührseliges Einerlei aus Genre-Konventionen produzieren zu lassen. Architekten der Flussbegradigung sind sie geworden, diese Briten.
Andreas Schiffmann
4,5

ARCHITECTS haben einen selbstironischen, typisch britischen Humor und machen sich schon seit geraumer Zeit einen Spaß daraus, in Interviews zu erzählen, dass die jeweils nächste Scheibe die härteste wäre, um endlich kommerziell erfolgreicher zu werden. Insofern würden die sympathischen Bengel diese Minuskritik wohl nur mit einem charmanten Grinsen kommentieren. Sam Carter & Co. machen einfach, worauf sie Bock haben, und damit sind sie bislang ganz vorzüglich gefahren. Ob „All Our Gods Have Abandoned Us“ nun die Erwartungshaltung der Szene-Polizei (sei es nun Emo, Post-Hardcore, Metalcore oder was auch immer) erfüllt oder nicht, dürfte ihnen herzlich egal sein. Zu den konkreten Kritikpunkten meines flussbegradigenden Kollegen Schiffmann: Da das Material mit massiver Sub-Bass-Power nun mal voll auf Laut/leise-Dynamik setzt, verwundert es wenig, dass die vielen Breakdowns sich ankündigen - das liegt nun mal in der Natur der Sache. Die Nörgelei an den Keyboards kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen, da diese atmosphärisch dezent und nicht etwa kitschig plakativ sind. Griffige Momente mag jeder für sich anders definieren, aber unabhängig vom Gesang (tolle Texte mal wieder!) mache ich diese auch an den wuchtigen Bass-Grooves und catchy Riffs fest, die u.a. ´Downfall´, ´The Empty Hourglass´ und ´From The Wilderness´ auszeichnen. Ergo: das nächste starke Architects-Album!
Marcus Schleutermann
8

Autor:
Marcus Schleutermann
Andreas Schiffmann

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