Review

Reviews 5.5

ANVIL

Back To Basics

Ausgabe: RH 203

(43:14)

Dass man von einer Band, die ungefähr 78 Jahre im Geschäft ist, eine gewisse Basis-Qualität erwarten darf, ist klar. Und die wird auch geboten. ABER: Die Pflicht-Performance reicht halt nicht, wenn man der Meinung ist, eine halbwegs legendäre Metal-Truppe zu sein. In der Kür schludern sich ANVIL dermaßen einen ab, dass Platz 58 im Soundcheck absolut verdient ist. Nix gegen Allerwelts-Riffing, solange es rockt und für ein Zucken in den Nackenwirbeln sorgt. Doch die Performance von Sänger Lips erstickt gute Ansätze mit einer beängstigenden Beharrlichkeit im Keim. Der Pudelfrisuren-Rentner singt dünn, zum Teil regelrecht schief. Wo andere Fronter aus diesem Umstand so etwas wie Individualität entwickeln (höre z.B. den auch nicht gerade stimmgewaltigen und wenig notenfesten Suicidal-Tendencies-Mike), leiert Lips streckenweise unerträglich in der Gegend herum. Zudem folgen seine Gesangslinien häufig völlig unkreativ dem jeweiligen Gitarren-Riff und münden in stumpfen Refrains, die im schlimmsten Fall nix weiter als ein stupides Wiederholen des Songtitels sind. Eingängige Hooks sind was anderes... Als ob das auch der Band aufgefallen wäre, sollen überflüssige Leadgitarren-Fills die kreativen Löcher stopfen, nerven aber ebenfalls. Ach nö...

Autor:
Jan Jaedike

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