Review

Reviews 8.5

AMORPHIS

Tuonela

Ausgabe: RH 143

Top oder Flop? Sekt oder Selters? Die Finnen sind mit ihrem vierten Longplayer an dem Punkt angelangt, an dem Paradise Lost schon vor einigen Jahren mit "Draconian Times" waren: Sie scheinen sich mit "Tuonela" endgültig von ihren Death Metal-Roots verabschieden zu wollen, ohne sich dabei richtig untreu zu werden. Wie das gehen soll? Ganz einfach: Inzwischen wird der Platz hinter dem Mikro nur noch von Pasi Koskinen eingenommen, dessen klare Stimme auf "Elegy" zwar erst einmal gewöhnungsbedürftig war, jedoch mittlerweile zum neuen Markenzeichen der Band wurde. Und wenn wirklich mal - wie in 'Greed' - gegrowlt werden muß, übernimmt das Goldkehlchen diese Parts gleich mit, was den Vorteil hat, daß sich Tomi Koivusaari vor allem on stage voll und ganz seinen sechs Saiten widmen kann. An den meisten anderen Trademarks ihrer Musik halten die Nordlichter jedoch fest: Die Klampfenarbeit ist unüberhörbar AMORPHIS, und Folkeinflüsse gibt es wieder reichlich. Bedauerlich ist nur, daß nach dem Weggang von Keyboarder Kim Rantala die verrückten und spacigen Seventies-Einflüsse auf der Strecke geblieben sind. Das neue Material, das immer noch einen ordentlichen 70er-Touch hat - in 'Rusty Moon' kann man beispielsweise einige Jethro Tull-Einflüsse entdecken -, klingt im Vergleich zum Vorgänger etwas gitarrenorientierter und ziemlich relaxt. Leider aber nicht so relaxt, um in Cannabisrauch-geschwängerte Monster Magnet-Sphären vorzustoßen. Größtes Manko der alles in allem überdurchschnittlichen CD: Echte Überflieger-Songs fehlen, Ohrwürmer wie 'Black Winter Day' oder Gänsehautnummern wie 'My Kantele' sucht man vergeblich.

AMAZON EMPFEHLUNG

Interessante Artikel:


Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen.