Review

Reviews 9.5

ALTER BRIDGE

One Day Remains

Ausgabe: RH 209

(55:25)

Mit etwa 30 Millionen verkaufter Einheiten ihrer drei Alben „My Own Prison“ (´97), „Human Clay“ (´99) und „Weathered“ (2001) waren Creed die erfolgreichste Rockband der letzten Dekade, bevor Anfang diesen Jahres der Vorhang fiel, weil die Chemie zwischen Sänger Scott Stapp und seinem Songwriting-Partner Mark Tremonti (g.) nicht mehr stimmte. Daraufhin forcierte Letztgenannter die Arbeit an seinem Sideproject ALTER BRIDGE, die - verstärkt durch Scott Phillips an den Drums (ebenfalls Creed), Ur-Creed-Tieftöner Brian Marshall und Sänger Myles Kennedy - inzwischen eine „richtige“ Band sind und mit „One Day Remains“ schon nach kurzer Zeit ein wunderbares Debüt am Start haben.

Wie Stapp verfügt auch der ehemalige Frontmann von The Mayfield Four über eine außerordentlich leidenschaftliche, inbrünstige Stimme, ohne seinen exzentrischen Vorgänger zu kopieren. So lässt bei einigen Tracks sogar Ex-„Soundgärtner“ Chris Cornell ganz dezent aus der Ferne grüßen. In jedem Fall ergänzen sich Gesang und der organische, mit Modern-Rock-, Grunge-, Soul- und Metal-Elementen gespickte Classic-Rock der Band auf fast unheimliche Art und Weise. Dabei verpacken ALTER BRIDGE ihren Weltschmerz in pathetische Breitwandepen, die von Tremontis unverkennbarem Gitarrenspiel angetrieben werden. Mit der ersten Singleauskopplung ´Open Your Eyes´ und den ähnlich intensiven Balladen ´Broken Wings´, ´In Loving Memory´ (Marks unlängst verstorbener Mutter gewidmet), ´Down To My Last´ oder ´Shed My Skin´ berührt einen die Band so tief in der Seele, dass nicht nur sensiblen Zeitgenossen schnell die Tränen kommen. In ganz großen Gefühlen schwelgen konnten Creed schon in Perfektion. Zwischendrin präsentiert sich der Vierer aber auch immer mal wieder von seiner harten, fast metallischen Seite, so z.B. beim treibenden Titelsong, ´Metalingus´ (nur Cunnilingus ist besser!) oder dem eher ungewöhnlichen ´Watch Your Words´.

Makellos abgerundet wird „One Day Remains“ - nur für den lahmarschigen Opener ´Find The Real´ gibt es einen halben Punkt Abzug - von einem stilvollen Cover und einem mächtigen Sound, für den überraschenderweise nicht Creed-Haus- und Hofproduzent John Kurzweg, sondern Ben Grosse (Filter, Fuel, Sevendust) sorgte.

Was für ein Einstand!

Autor:
Buffo Schnädelbach

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