Teaser

REVIEW 8.0 28.06.2017

(Album des Monats, RH 362, 2017)

ICED EARTH - Incorruptible

Century Media/Sony (54:11) Jon Schaffer ist ganz sicher einer der besten Songwriter der zeitgenössischen Metalszene, den Abstand auf seine Vorbilder Priest und Maiden haben ICED EARTH trotz des guten Karrierestarts aber nie verringern können. An der starken Stimme des derzeitigen Sängers Stu Block liegt das kein bisschen, sein Timbre rettet auch auf „Incorruptible“ einiges. Die Kernfrage, die mich beim Anhören von „Incorruptible“ umtreibt, ist, ob sich Schaffer einen Gefallen damit getan hat, nun auch noch die Produktion mithilfe eines Toningenieurs in seinem eigenen Studio anzuleiten. So verständlich es auch ist, dass Musiker heute auf ihren eigenen Füßen stehen müssen, vermisse ich auf dem Album vor allem das Bandfeeling, das die großen Genre-Klassiker (zum Teil auch die von ICED EARTH) angetrieben hat. „Incorruptible“ klingt ziemlich eindeutig nach einer One-Man-Show. Präzise, aber trotz des guten Sounds auch ein bisschen steril und von Perfektionsdrang getrieben. Das ist schade, denn Schaffer hat hier mit ´Great Heathen Army´ und ´Clear The Way (December 13th 1862)´ einige seiner besten Schlachthymnen überhaupt abgeliefert. Vor allem letztere markiert einen künftigen Genre-Klassiker, den Maiden nicht besser komponiert hätten. Zwischen diesen beiden Album-Polen geht es kompakter zur Sache. ´Black Flag´, ´Defiance´ und ´The Veil´ bestechen mit starken Gesangsmelodien von Block, das harte ´Seven Headed Whore´ mit knackigen Gitarrenbreaks. Derlei Emotionen hätte man gerne in allen Bereichen der Platte gehört. Die (wenigen) balladesken Teile klingen allerdings genauso gefühllos wie das Quasi-Instrumental ´Ghost Dance (Awaken The Ancestors)´. Eine gute Platte, bei der - trotz des „Album des Monats“-Titels - leider Potenzial verschenkt wurde. DISKOGRAFIE (Studioalben) Iced Earth (1990) Night Of The Stormrider (1991) Burnt Offerings (1995) The Dark Saga (1996) Days Of Purgatory (Demos & Re-Recordings, 1997) Something Wicked This Way Comes (1998) Horror Show (2001) Tribute To The Gods (Coveralbum, 2002) The Glorious Burden (2004) Framing Armageddon (2007) The Crucible Of Man (2008) Dystopia (2011) Plagues Of Babylon (2014) Incorruptible (2017) LINE-UP Stu Block (v.) Jon Schaffer (g./keys) Jake Dreyer (g.) Luke Appleton (b.) Brent Smedley (dr.) DIE PATEN Wer auf folgende Acts steht, dürfte auch auf „Incorruptible“ abfahren: Demons & Wizards * Blind Guardian * Brainstorm * Nevermore * Metallica * Megadeth * Ashes Of Ares * Annihilator * Overkill * Savatage * Vicious Rumors * Judas Priest * Charred Walls Of The Damned * Savage Circus * The Tea Party (kleiner Spaß...)

REVIEW 9.0 24.05.2017

(Album des Monats, RH 361, 2017)

SÒLSTAFIR - Berdreyminn

Season Of Mist/Soulfood (57:38) Was die Texte angeht, so hat es Gitarrist und Sänger Aðalbjörn „Addi“ Tryggvason im Interview dieser Ausgabe verraten, bohren die Isländer auf ihrem mittlerweile sechsten Studioalbum das ganz dicke Brett und erzählen Geschichten über Naturkatastrophen, häusliche Gewalt, Narzissmus, Depressionen und Alkoholismus. Typisch für eine Band, die angibt, von trostlosen Szenerien fasziniert zu sein, die diese Themen anpackt, sie aber eben nicht mit verzweifelt klingender Musik unterlegt. Klar, Tryggvason leidet, während er sein Innerstes nach Außen kehrt und die Songs interpretiert, aber diese Stücke sind keine, bei denen man reflexartig zur Rasierklinge greift, um sich die Pulsadern aufzuschlitzen. Ganz im Gegenteil: „Berdreyminn“ fährt in seiner Häufung die wohl besten Melodien der bisherigen SÓLSTAFIR-Karriere auf und bietet inmitten der vorherrschenden melancholischen Grundatmosphäre immer wieder Momente der Hoffnung. Vor diesem Hintergrund macht selbst der Albumtitel, der übersetzt „jemand, der von kommenden Ereignissen träumt“ bedeutet, Sinn, denn abgesehen von Pink Floyd fällt mir kaum eine andere Band als das Quartett aus Island ein, die es mit ihren Soundscapes schafft, eine ähnlich verträumte, manchmal mystische Stimmung zu erzeugen. Das macht SÓLSTAFIR zu musikalischen Grenzgängern, deren Sound mit Begriffen wie „Heathen Metal“, Post- oder Artrock nur ungenügend beschrieben ist. In Schubladen einordnen lassen sich diese Freigeister schon lange nicht mehr, spätestens mit dem Vorgänger „Ótta“ hat man endgültig seine eigene kleine Nische in einem überhitzten Genre gefunden. „Berdreyminn“ setzt diese Entwicklung konsequent fort, kombiniert Metal-Einflüsse mit Folk, Streichern oder auch mal Piano-Klängen und schwankt ständig zwischen Drama und Epik. Ein fantastisches, im wahrsten Sinne des Wortes progressives Album mit Gänsehautgarantie! DISKOGRAFIE (Alben) Í Blódi og Anda (2002) Masterpiece Of Bitterness (2005) Köld (2009) Svartir Sandar (2011) Ótta (2014) Berdreyminn (2017) LINE-UP Aðalbjörn „Addi“ Tryggvason (v./g.) Sæþór Maríus Sæþórsson (g.) Svavar Austman (b.) Hallgrímur Jón Hallgrímsson (dr.) DIE PATEN Wer auf folgende Acts steht, dürfte auch „Berdreyminn“ in sein Herz schließen: Árstíðir Lífsins * In The Woods... * Helrunar * Slægt * Pink Floyd * Sigur Rós * Primordial * Moonsorrow * Falkenbach * Secrets Of The Moon * Mono * Enslaved * Macabre Omen * Bathory * Godspeed You! Black Emperor

Teaser

REVIEW 8.5 26.04.2017

(Album des Monats, RH 360, 2017)

THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA - Amber Galactic

Nuclear Blast/Warner (50:15) Der eine Kollege zum anderen, als ich am Dortmunder Stadtgarten heute Morgen in die U-Band gestiegen bin: „Ey, Bruder, chill mal dein Leben!“ Ich so zu mir selbst: „Assklah, läuft!“ - und dann im Büro mit „Amber Galactic“ sofort dem Affen Zucker gegeben und schön locker gemacht, schließlich wackeln auch beim dritten THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA-Album die Hüften von ganz alleine, die Soilwork-Homies Björn „Speed“ Strid und David Andersson haben hier mit u.a. Arch-Enemy/Spiritual-Beggars-Basser Sharlee D´Angelo erneut ´ne lupenreine AOR/Melodic/Classic-Rock-Veranstaltung auf Band gezimmert, die von einem ähnlich hingebungsvollen Musikverständnis zeugt wie nicht nur die ersten beiden Platten der Truppe, sondern z.B. auch wie der (zu Recht) in den letzten Monaten extrem gefeierte Horisont-Dreher „About Time“. Oder mit anderen Worten: Um Songs wie den entspannten Rock-Disco-Feger ´Star Of Rio´, die Toto-Verbeugung ´Domino´ oder die Europe-mäßige Ruhepause ´Jennie´ (nee, nicht ´Carrie´) an den Start zu kriegen, muss man seine Lektionen über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte gelernt haben, da reicht es nicht, dass Mutti irgendwann mal ´ne zerkratzte Journey-LP im Schrank stehen hatte. Davon abgesehen - und auch das verbindet dieses Orchester hier mit Horisont - ist allzu intensive Interpretation oder Rezeption gar keine Pflicht, bereits beim Rock Hard Festival werden Speed & Co. zeigen, dass ihnen schlicht und einfach dermaßen der Lorenz aus dem Allerwertesten scheint, dass sich sogar der misanthropischste Black-Metaller spontan zwei, drei alberne Smileys ins Corpsepaint ritzen wird. Wir sind gespannt, Mandy! DISKOGRAFIE Internal Affairs (2012) Skyline Whispers (2015) Amber Galactic (2017) LINE-UP Björn „Speed“ Strid (v.) David Andersson (g.) Sebastian Forslund (g.) Sharlee D´Angelo (b.) Richard Larsson (keys) Jonas Källsbäck (dr.) DIE PATEN Wer auf folgende Acts steht, dürfte auch „Amber Galactic“ in sein Herz schließen: Horisont * Toto * Journey * Kiss * REO Speedwagon * Boston * Foreigner * Deep Purple * Chicago * 707 * Max Webster * Touch * Europe * Detective * Balance * Prism * Spys * Supertramp * Airrace * Streets

REVIEW 8.0 22.03.2017

(Album des Monats, RH 359, 2017)

THE DOOMSDAY KINGDOM - The Doomsday Kingdom

Nuclear Blast/Warner (52:17) So ganz verstehe ich das aktuelle Schaffen von Leif Edling nicht, ehrlich gesagt: Wie entscheidet er, welche Songs bei Candlemass landen (deren 2016er „Death Thy Lover“-EP bisher kein Album folgte) und welche für die stilistisch nicht sooo weit entfernten Avatarium und nun eben THE DOOMSDAY KINGDOM bestimmt sind, bei denen wiederum auch Avatarium-Gitarrist Marcus Jidell eine bedeutsame Rolle spielt? Und was ist eigentlich mit den nie aufgelösten Krux? Man weiß es nicht, man steckt nicht drin... Sicher ist nur, dass auch „The Doomsday Kingdom“, das erste Album nach der „Never Machine“-EP, wunderbar auskomponierten, oft doomigen, zudem stark und druckvoll produzierten Heavy Metal enthält, der eine deutliche Neunziger-Skandi-Schlagseite aufweist und damit ein kleines bisschen an Abstrakt Algebra (eine weitere olle Edling-Truppe) erinnert, noch viel mehr aber an Combos wie Memento Mori, Memory Garden oder weniger sakrale Veni Domine. Das bereits bekannte ´The Never Machine´ gehört auch hier zu den Höhepunkten, ´Silent Kingdom´ ist ein überraschend energetischer Einstieg, als Spitze des Eisbergs entpuppt sich nach ausführlicher Beschäftigung allerdings das weit hinten „versteckte“ ´The Silence´ mit seinen - nomen est omen - partiell balladesken Anflügen, die Wolf-Frontmann Niklas Stålvind kaum weniger charmant vermittelt, als es Jennie-Ann Smith bei Avatarium tun würde. Auch wenn diese natürlich der größere Blickfang bleibt... DISKOGRAFIE Never Machine (EP, 2016) The Doomsday Kingdom (2017) LINE-UP Niklas Stålvind (v.) Marcus Jidell (g.) Leif Edling (b.) Andreas Johansson (dr.)

Teaser

REVIEW 8.5 22.03.2017

(Album des Monats, RH 359, 2017)

MASTODON - Emperor Of Sand

Reprise/Warner (51:11) Gute Nachrichten für alle Snareporno-Aficionados: Lange bevor sich der Hörer in einem Song womöglich in Sicherheit wiegen könnte, zerhäckselt Anderweltdrummer Brann Dailor mit seinem vertrackten ADHS-Spiel auch auf dem siebten Band-Album zuverlässig jede Allerweltsrhythmik; eine Soundsignatur derentwegen das Etikett „Progger“ für MASTODON im Jahr 2017 noch immer nicht ganz falsch ist (aber auch nicht mehr ganz richtig). Schlechte Nachrichten für alle, die „Leviathan“ (2004) noch immer für das Maß aller MASTODON-Dinge halten: Das Quartett aus Atlanta setzt den Weg seiner letzten beiden Alben unbeirrt fort; chorusgesättigte Kompakt-Rocker im Mittellängenformat mit oft schrullig-pittoresken Melodiebögen dominieren, das düster brockig-barockige Prog-Opus „Crack The Skye“ (2011) oder die rabiat größenwahnsinnige Wuchtbrumme „Leviathan“ werden immer mal wieder souverän zitiert, nie aber kopiert. Warmherzige Energie ersetzt Knallhärte, kompositorische Intelligenz verdrängt prahlerische Muckerei, eine reife Band erklimmt bisher unerreichte Höhen: Der Singalong-Song ´Show Yourself´, der Fistraiser ´Ancient Kingdom´, der Wutausbruch ´Andromeda´ und der Psychotrip ´Jaguar God´ belohnen jeden Durchlauf mit neuen Entdeckungen. Ernsthaft verspielt, wie nur erwachsene Männer es sein können. Dickes Ding. DISKOGRAFIE (Studioalben) Remission (2002) Leviathan (2004) Blood Mountain (2006) Crack The Skye (2009) The Hunter (2011) Once More ´Round The Sun (2014) Emperor Of Sand (2017) LINE-UP Brent Hinds (g./v.) Troy Sanders (b./v.) Bill Kelliher (g.) Brann Dailor (dr./v.)

REVIEW 8.5 22.02.2017

(Album des Monats, RH 358, 2017)

DOOL - Now Here, There Then

Prophecy/Soulfood (50:00) Das ´(Don´t Fear) The Reaper´-Geschmäckle am Anfang von ´Golden Serpents´ ist nicht zwingend ein Wink mit dem Zaunpfahl, aber es lockt auch nicht auf eine falsche Fährte: Die HolländerInnen DOOL haben - genau wie Blue Öyster Cult in ihren grandiosesten Momenten (und auch Ghost!) - immer wieder etwas unaufgeregt Poppiges, das ihre Tiefe und Düsternis angenehm bricht und die Band sogar für Hörer interessant macht, denen The Devil´s Blood, die hier die Rhythmus-Sektion stellen, viel zu diabolisch waren und denen die Landsmänner/-frauen Gold, von denen sich Gitarrist Nick Polak eingeschlichen hat, trotz aller Eingängigkeit zu eigen arrangieren. Großen Anteil an der Homogenität der Musik DOOLs (und auch am Momentum, das die Band gerade in den Szene-Fokus rückt, keine Frage) hat natürlich Frontfrau Ryanne van Dorst, deren Punk- und LGBT-Background ein gefundenes Fressen (auch) für die Mainstrem-Medien darstellt, die andererseits mit ihren wunderbaren, hochemotionalen Vocals, die allürenfrei und unprätentiös wirken, sowie ihren lesenswerten Texten jeden Hype-Gedanken aber sofort zur Seite fegt. Zwei, drei der acht Songs, ´In Her Darkest Hour´ oder ´The Death Of Love´, sind ein wenig unauffälliger, mit dem mächtigen Zehn-Minuten-Opener ´Vantablack´, dem Super-Ohrwurm ´Oweynagat´ oder dem mit jedem Durchlauf wachsenden ´Words On Paper´ enthält „Now Here, There Then“ allerdings auch diverse Hochkaräter, die der Band im Newcomer-des-Jahres-Rennen schon jetzt die Favoritenrolle aufdrängen. DISKOGRAFIE Oweynagat (Single, 2016) Here Now, There Then (2017) LINE-UP Ryanne van Dorst (v./g.) Reinier Vermeulen (g.) Nick Polak (g.) Job van de Zande (b.) Micha Haring (dr.) DIE PATEN Wer auf folgende Acts steht, dürfte auch „Here Now, There Then“ in sein Herz schließen: The Devil´s Blood * Gold * Beastmilk * Grave Pleasures * Year Of The Goat * Ketzer * Caronte * Selim Lemouchi & His Enemies * Universe217 * Secrets Of The Moon * Urfaust * Ghost * Blue Öyster Cult * Jex Thoth * Fields Of The Nephilim * Tau Cross

Teaser

REVIEW 9.0 25.01.2017

(Album des Monats, RH 357, 2017)

KREATOR - Gods Of Violence

Nuclear Blast/Warner (51:50) Das Fazit vorneweg: Album Nummer zwei mit Meisterproduzent Jens Bogren setzt die Linie von „Phantom Antichrist“ fort. Die Änderungen gegenüber dem Vorgänger sind jedoch marginal: Längere Soli, ein paar Maiden-Melodien und eine etwas aufgeräumtere Produktion sind die wenigen Neuerungen im Konzept des Erfolgsquartetts. Die angekündigten „sinfonischen“, von Fleshgod Apocalypse kreierten Teile gehen dagegen im Mix leider nahezu unter. Los geht´s mit dem Intro ´Apocalypticon´, das künftig als Einlaufmusik bei Heimspielen von Rot-Weiß Essen zu hören ist. Eine sehr gute Wahl, ohne dass sich Mille nun für Fußball interessieren würde. Man darf hoffen, dass der Stadionsprecher die CD auch rechtzeitig ausmacht, damit beim pfeilschnellen ´World War Now´ nicht ein paar RWE-Opas von den Sitzen kippen. Ein klassischer KREATOR-Opener mit tollen Mittelteilen von Sami! ´Satan Is Real´ lebt vom starken Hauptriff, über den Refrain kann man jedoch streiten. Eingängig ist die Nummer allemal. ´Totalitarian Terror´ ist die heftigste Eruption des Albums, hier gibt Jülle im typischen KREATOR-Stil Vollgas, ehe das nächste Intro den Album-Höhepunkt ´Gods Of Violence´ ankündigt. Der Song ragt nicht nur wegen seines hymnenhaften Aufbaus, sondern auch wegen der cleveren Platzierung in der Album-Mitte heraus. ´Army Of Storms´ ist ein vorbildlich exekutierter, abwechslungsreicher Thrash-Song, zu dem die Band vor 20 Jahren niemals in der Lage gewesen wäre. ´Hail To The Hordes´ (cooler Text!) etabliert sich als neue Fan-Hymne und ´Fallen Brother´ als gradliniger Rocker für die chilenischen Stadion-Shows. So weit ist „Gods Of Violence“ ein nahezu perfektes KREATOR-Album. ´Lion With Eagle Wings´, ´Side By Side´ und ´Death Becomes My Light´ haben ihre Qualität, fallen im Album-Kontext aber auch nach mehrmaligen Durchläufen etwas ab. Man muss die Essener deshalb nicht überkritisch beurteilen: Auf welchem zeitgenössischen Metal-Album befinden sich noch sieben (!) Volltreffer? Vielmehr ist „Gods Of Violence“ die endgültige Eintrittskarte in den globalen Metal-Olymp und das erste Must-have-Album des Jahres! DISKOGRAFIE (Studioalben) Endless Pain (1985) Pleasure To Kill (1986) Terrible Certainty (1987) Extreme Aggression (1989) Coma Of Souls (1990) Renewal (1992) Cause For Conflict (1995) Outcast (1997) Endorama (1999) Violent Revolution (2001) Enemy Of God (2005) Hordes Of Chaos (2009) Phantom Antichrist (2012) Gods Of Violence (2017) LINE-UP Mille Petrozza (v./g.) Sami Yli-Sirniö (g.) Christian „Speesy“ Giesler (b.) Jürgen „Ventor“ Reil (dr.) DIE PATEN Wer auf aktuelle KREATOR steht, mag bestimmt auch: Slayer * Megadeth * Judas Priest * Dark Angel * Annihilator * Warbringer * Mortal Sin * Testament * Suicidal Angels * Destruction * Vio-lence * Sacrifice * Onslaught * Iron Maiden * Exodus * Sodom

REVIEW 8.0 23.11.2016

(Album des Monats, RH 355, 2016)

GLENN HUGHES - Resonate

Frontiers/Soulfood (52:57) Holla die Dampfwalze! Auf seinem neusten Solowerk geht der gute GLENN HUGHES ganz schön zur Sache und straft Motzbirnen, die dem gestandenen Musiker keinen Biss mehr zutrauen, vom ersten Song ´Heavy´ (mit freundlicher Unterstützung von Chad Smith am Schlagzeug) an Lügen. Der Track ist einerseits Programm auf „Resonate“, andererseits beweist der hart rockende Altmeister auch Mut zu Soul, Funk (´Landmines´, ´God Of Money´) und der bedingungslosen Belastung seiner Stimmbänder - was für ein Organ, liebe Gemeinde! Apropos Gemeinde: Langjährige Fans dürften sich über die subtilen, aber wiederkehren Purple-Referenzen via Hammond-Orgel, z.B. im etwas ruhigeren ´Steady´, freuen, bei dem Keyboarder Lachy Doley sein Meisterstück abliefert. Kurz und gut: tolle Scheibe, die stilistisch am ehesten in Richtung California Breed geht, wie Wildsau rockt und es trotzdem an Abwechslung nicht mangeln lässt. DISKOGRAFIE (Soloalben) Play Me Out (1977) From Now On... (1994) Feel (1995) Addiction (1996) The Way It Is (1999) Return Of Crystal Karma (2000) Building The Machine (2001) Songs In The Key Of Rock (2003) Soul Mover (2005) Music For The Divine (2006) First Underground Nuclear Kitchen (2008) Resonate (2016) LINE-UP Glenn Hughes (v./b./g.) Søren Andersen (g.) Lachy Doley (keys) Pontus Enborg (dr.) Chad Smith (dr.) DIE PATEN Wer die folgenden Bands mag, sollte auch „Resonate“ anchecken: Deep Purple * Free * Bad Company * Rainbow * Whitesnake * Van Halen * Foghat * Queen * Led Zeppelin * Aerosmith * Grand Funk Railroad * Humble Pie * California Breed * Black Country Communion * Vanilla Fudge * UFO * Montrose * Trapeze

Teaser

REVIEW 8.0 26.10.2016

(Album des Monats, RH 354, 2016)

TESTAMENT - Brotherhood Of The Snake

Nuclear Blast/Warner (45:51) Vier Jahre nach „Dark Roots Of Earth“ legen TESTAMENT endlich nach und veröffentlichen mit „Brotherhood Of The Snake“ den heißerwarteten Nachfolger. Und es braucht nur wenige Sekunden, um eventuellen Diskussionen über die aktuelle Form des Bay-Area-Fünfers den Wind aus den Segeln zu nehmen: Das Titelstück eröffnet das Album mit Blastbeats und Gitarren-Parts, die an Slayer erinnern, ehe sich die Nummer zu einem eingängigen Thrash-Monster samt griffigem Refrain entwickelt. Es gibt wenige Bands, die den Spagat zwischen Death-Metal-Brutalität und melodiösen Thrash-Metal-Riffs so gut beherrschen wie Chuck Billy & Co., wobei die musikalische Klasse der beteiligten Musiker eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Eine Rhythmsection aus Gene Hoglan an den Drums und Steve DiGorgio am Bass ist ein Pfund, mit dem man wuchern kann und ein Fundament, auf dem sich die Gitarristen Eric Peterson und Alex Skolnick perfekt austoben können. Da ist es nur folgerichtig, dass das inzwischen elfte Studioalbum einmal mehr als Referenzwerk in Sachen zeitgemäßer Thrash Metal über die Zielgrade geht, gerade weil die Musiker etwaige Egotrips zugunsten eines durch und durch schlüssigen Songwritings zurückgestellt haben und phasenweise sogar die Frische ihrer ersten Alben heraufbeschwören. Nach einer 30 Jahre langen Karriere muss ein Alex Skolnick eben nicht mehr jedes Soundloch mit einem klassisch inspirierten Solo zugniedeln (wenn er es tut, wie bei ´Neptune´s Spear´, geschieht das auf geschmackvolle, völlig natürliche Weise), sondern kann sich, wenn es dem Song denn hilft, vornehm zurückhalten. Fans können hier blind zuschlagen! DISKOGRAFIE (Studioalben) The Legacy (1987) The New Order (1988) Practice What You Preach (1989) Souls Of Black (1990) The Ritual (1992) Low (1994) Demonic (1997) The Gathering (1999) The Formation Of Damnation (2008) Dark Roots Of Earth (2012) Brotherhood Of The Snake (2016) LINE-UP Chuck Billy (v.) Eric Peterson (g.) Alex Skolnick (g.) Steve DiGiorgio (b.) Gene Hoglan (dr.) DIE PATEN Wer die folgenden Acts mag, wird auch bei „Brotherhood Of The Snake“ durchdrehen: Metallica * Slayer * Megadeth * Anthrax * Forbidden * Vio-lence * Kreator * Exodus * Death Angel * Lääz Rockit * Sadus * Overkill * Whiplash * Destruction * Dark Angel * Annihilator * Machine Head * Flotsam And Jetsam * Sacred Reich * Pantera

REVIEW 8.5 28.09.2016

(Album des Monats, RH 353, 2016)

OPETH - Sorceress

Nuclear Blast/Warner (56:43) Sir Åkerfeldt geht mal wieder nicht den einfachen, direkten Weg zu seinen Hörern, doch es gibt ein paar Kniffe, die den Zugang zu „Sorceress“ und dessen Klasse ein wenig erleichtern. Erstens: Betrachtet das Album nicht als in sich geschlossenes Gesamtkunstwerk. Atmosphärisch ist es nicht so kohärent wie „Pale Communion“, spätestens in der Mitte risse ein imaginärer roter Faden ab, aber die einzelnen Tracks sind längst nicht so fragmentarisch wie auf „Heritage“. Zweitens: Mikael hat nach wie vor ein ambivalentes Verhältnis zum Chorus. Orientiert euch an anderen Song-Bestandteilen, dann zünden die teils sehr spärlich gesäten Refrains umso nachhaltiger. Drittens: Åkerfeldt lässt insbesondere Drummer Martin Axenrot manchmal etwas zu viele Freiräume für (technisch superbe) Trommeltornados, indem er Gitarrenriffs bewusst rhythmisch gestaltet. Stellt euch OPETH als die Jam-Band vor, die sie live mittlerweile sind, dann wird die leichte Akzentverschiebung verzeihlich. Stilistisch, spielerisch und größtenteils auch kompositorisch erwartet den entdeckungsfreudigen Fan mal wieder innovativstes Alles-geht-Programmkino. Zusätzlich zu halbwegs erwartbarem OPETH-Metal/Prog-Crossover wie ´Sorceress´, ´The Wilde Flowers´ oder ´Chrysalis´ (so würden Ghost wahrscheinlich gerne klingen) gibt´s diesmal gelungene Verbeugungen vor Jethro Tull (die großartige Ballade ´Will O The Wisp´), Pink Floyd (das sphärische ´Sorceress 2´) und Page & Plant (das perkussiv-orchestrale Quasi-Instrumental ´The Seventh Sojourn´), das trotz seiner Härte ungewohnt sonnige ´Era´, den wie eine Storm-Corrosion-Nummer beginnenden Prog-Longtrack ´Strange Brew´ und das folkig-psychedelische, wunderschöne ´A Fleeting Glance´. Dass OPETH mittlerweile völlig jenseits aller Genre-Schubladen agieren, wird nicht jedem schmecken, die Schweden formen aus den unterschiedlichsten Einflüssen aber einen so dermaßen organischen und spannenden Sound, dass man sie anno 2016 durchaus auf eine kreative Stufe mit (auch nicht immer leicht verdaulichen) Visionären wie King Crimson stellen darf. Diskografie Orchid (1995) Morningrise (1996) My Arms, Your Hearse (1998) Still Life (1999) Blackwater Park (2001) Deliverance (2002) Damnation (2003) Lamentations (live, 2003) Ghost Reveries (2005) The Roundhouse Tapes (Live, 2007) Watershed (2008) In Live Concert At The Royal Albert Hall (Live, 2010) Heritage (2011) Pale Communion (2014) Sorceress (2016) Line-up Mikael Åkerfeldt (v./g.) Fredrik Åkesson (g.) Martin Mendez (b.) Joakim Svalberg (keys) Martin Axenrot (dr.) Die Paten Wer mit folgenden Bands etwas anfangen kann, wird „Sorceress“ bezaubernd finden: Storm Corrosion * Katatonia * Wisdom Of Crowds * King Crimson * Steven Wilson * Porcupine Tree * Jethro Tull * Pink Floyd * Anathema * Mahavishnu Orchestra * Weather Report * sehr alte Genesis * Page & Plant * The Soft Machine * Gong * Caravan * Billy Cobham * Isis

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen.