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REVIEW 9.0 21.01.2004

(Album des Monats, RH 201, 2004)

EXODUS - Tempo Of The Damned

(54:26) Thrasher sind sich einig: „Tempo Of The Damned“ ist ein Comebackalbum geworden, das man in dieser Stärke von der Bay-Area-Legende nicht mehr erwartet hätte! Vergleiche zu den ersten beiden EXODUS-Alben mit Shouter Zetro (der auf „Tempo Of The Damned“ keinen Deut schwächer klingt als vor 15 Jahren), „Pleasures Of The Flesh“ und „Fabulous Disaster“, sind absolut angebracht und keineswegs zu hoch gegriffen. Ultrafett und heavy, aber auch absolut zeitgemäß produziert, schlägt „Tempo Of The Damned“ ab der ersten Note von ´Scar Spangled Banner´ ein wie eine Bombe! Mit dem schon auf einer limitierten Tour-EP veröffentlichten ´War Is My Sheppard´ (dem zweiten Highclass-Thrasher), dem an Overkill erinnernden Stampfer ´Blacklist´, dem brutalen, aber auch sehr eingängigen ´Shroud Of Urine´, dem alten Demo-Klassiker ´Impaler´, dem langsameren, etwas melodischeren Groover ´Throwing Down´ (mit bluesigem Gitarrensolo) oder dem abschließenden, an alte „Bonded By Blood“-Abrissbirnen angelehnten Titelsong ´Tempo Of The Damned´ folgt ein Volltreffer auf den anderen. Old-School-Thrasher wie Destructions Schmier springen schon seit Monaten vor Begeisterung im Dreieck! EXODUS sind so stark wie in den Achtzigern, ohne dabei im Geringsten altbacken oder überholt zu klingen, verleugnen aber auch nie ihre Thrash-Roots. Dieses Kunststück gelingt bekanntlich nicht vielen reformierten Bands. Hammer!

REVIEW 9.5 12.11.2003

(Album des Monats, RH 199, 2003)

MACHINE HEAD - Through The Ashes Of Empires

(53:40) Dieses Album hatte (fast) keiner auf der Rechnung. Seien wir mal ehrlich: MACHINE HEAD starteten vor Jahren äußerst fulminant, haben es aber im Laufe der Zeit geschafft, sich selbst zu demontieren. Zwar konnte man sich jedes weitere Album irgendwie „schönhören“; insgeheim sympathisierte man aber schon mit der Liga der MH-Hasser, die die „Burn My Eyes“-Folgewerke als Dartscheiben gebrauchten. Doch Schluss mit lustig. Herr Flynn hat die auferlegte Selbstkasteiung der letzten Jahre nicht nur weggesteckt. Nein, er ist währenddessen zu dem Robert Flynn gereift, der er schon immer sein wollte. Widersprüchlich und sensibel, aber dennoch dickköpfig und zu allem entschlossen. „Through The Ashes Of Empires“ ist großes Metal-Kino, was nicht nur der epochale Albumtitel verdeutlicht. Musikalisch gleicht die Platte einem Husarenritt. Apathisch in Trance auf den Asphalt gekotzt, aber detailverliebt und vielschichtig wie nie zuvor. Die superb produzierte Scheibe besitzt genügend Transparenz, um jede Stimmung passend einzufangen. Von superharten Thrash/Groove-Monstern bis hin zu stillen, fast balladesken Akustik-Einsprengseln ist hier alles vertreten. Robert schreit, flucht, schimpft, keift, droht, leidet, schluchzt, flüstert und betet. Es hängt von jedem selbst ab, wie intensiv er sich auf MACHINE HEAD und Robert Flynn einlassen will. Wer ganz nah auf Tuchfühlung gehen sollte, muss sich in jedem Fall gut anschnallen, damit es ihn nicht gleich in der ersten Kurve aus der Bahn schleudert. Der Kontrast zwischen Musik und Lyrik wurde selten ergreifender und aufwühlender in Szene gesetzt. Was so fulminant mit ´Imperium´ startet und derart melancholisch und tragisch in ´Descend The Shades Of Night´ endet, verdient nur ein Prädikat: Weltklasse.

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REVIEW 10.0 15.10.2003

(Album des Monats, RH 198, 2003)

DISBELIEF - Spreading The Rage

(57:13) Es gibt - vor allem in England - Magazine, die ab und zu das „gefährlichste Rockalbum aller Zeiten“ abfeiern. Zuletzt waren das u.a. (sicherlich nicht unberechtigt) „Nevermind“ von Nirvana, „Rated R“ von den Queens Of The Stone Age und „Relationship Of Command“ von At The Drive-In. Dem soll an dieser Stelle einer draufgesetzt werden: „Spreading The Rage“ ist nach „Reign In Blood“, „At The Heart Of Winter“ und „Honour - Valour - Pride“ für meinen Geschmack das gefährlichste Extrem-Metal-Album. Und dieses Meisterwerk kommt von einer Band, die mich mit ihren frühen Veröffentlichungen nicht gerade aus der Reserve locken konnte. Erstmals geplättet war ich, als die 2001er Scheibe „Worst Enemy“ auf mich niederprasselte. Der ebenfalls bärenstarke Nachfolger „Shine“ war - dies weiß man nach dem Genuss von „Spreading The Rage“ - eine Art Zwischenstufe in der Metamorphose der hessischen Band vom puren Death-Metal-Act zu einem universellen Kraftpaket. DISBELIEF gelingt es auf wundersame Weise, eine knappe Stunde lang epische Stahlteppiche mit spartanischem Minimalismus zu verbinden, Extrem-Wurzeln mit modernen, stilfremden Einflüssen nahtlos zu verschmelzen, pure Aggression mit einer klischeefreien Form des Emo-Genres zu kombinieren. Sprich: So eine Platte kann entstehen, wenn man Death Metal der Marke Bolt Thrower lebt, die Deftones wirklich an sich ranlässt, Neurosis gleichermaßen liebt und erleidet, Voivod respektiert und den zeitlosen Wahnsinn von Killing Joke mutig benutzt - und wenn man sich dazu ein spielerisches wie auch kompositorisches Niveau erarbeitet hat, von dem unzählige Brutalcombos nur träumen können. Die überwiegend im Midtempo donnernde, aber dennoch allumfassende Musik in Verbindung mit Andy Classens bis dato ausgereiftester Produktion wird im Falle von DISBELIEF beinahe beispiellos bereichert durch Karsten Jägers Stimme. Faszinierend krank - mehr fällt mir dazu nicht ein. Was dieser Typ abartig grunzschreit, um im nächsten Moment (erstmals) auch Gänsehaut-verdächtig zu singen, kann fast nicht diesseitig sein! Ja, extremster Metal vermag auch die Seele zu rühren. Das hier ist die Faszination der Rockmusik: Alle Beteiligten kochen nur mit Wasser, aber Gourmetkost ist das Resultat. P.S.: Eigentlich ist es quasi verboten, Unantastbares wie Killing Joke zu covern. Bei DISBELIEF und ihrer wunderschönen Interpretation von ´Democracy´ machen wir aber gerne eine Ausnahme. Hoffentlich bekommt Jaz Coleman das Stück mal zu hören...

REVIEW 9.0 17.09.2003

(Album des Monats, RH 197, 2003)

HAREM SCAREM - Higher

(37:39) Geht´s eigentlich noch cooler? Auch auf ihrem 30. (!) Release "Higher" präsentieren sich die Kanadier wieder als eine der besten Hardrock-Combos der Welt - und das in alter und fast schon erschreckender Frische. Würde mich nicht wundern, wenn man als Mutter eines HAREM SCAREM-Bandmitglieds mächtig Angst hat, dass sich der Sohnematz tagtäglich ´n Kilo nicht legalisierter Upper reinpfeift... Wie dem auch sei: "Higher" tönt am ehesten wie der Studio-Vorgänger "Weight Of The World" mit stärkeren Power-Pop-Schlenkern. Zurück zu den Rubber-Tagen, dabei aber auch mit riesengroßen Arena-Hooks spielend, liefern HAREM SCAREM u.a. mit den großartigen ´Reach´ (klingt wie King´s X, wenn die sich mal locker machen würden), ´Waited´, ´Torn Right Out´, der fast schon Def-Leppard-mäßigen Ballade ´Higher´, dem Mitsing-Kracher ´Lucky Ones´ oder dem recht AOR-lastigen ´Lies´ NUR Hits ab, die spätestens nach dem dritten Durchlauf süchtig machen. Dazu kommt der Über-Kracher ´Give It To You´ - würden die Goo Goo Dolls (Strophen) mit Kiss in absoluter Hochform (Hammer-Refrain) gemeinsame Sache machen, das Resultat klänge wie dieser Song. Wahrscheinlich nur nicht so großartig. Ihr braucht klischeefreien Hardrock mit Wohlfühlgarantie, der aber trotzdem einen gewissen Anspruch hat? Ihr wollt, dass euch beim Hören einer CD mal so richtig die Sonne aus dem Arsch scheint? Dann rennt in den nächsten Plattenladen und tauscht eure profanen Euros gegen dieses erneute Meisterstück. "Higher" geht´s kaum noch!

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REVIEW 8.5 20.08.2003

(Album des Monats, RH 196, 2003)

ARCH ENEMY - Anthems Of Rebellion

(43:26) Klammheimlich und ohne große Allüren haben sich ARCH ENEMY in den letzten zwei Jahren nach ganz oben gespielt. Und nicht nur in Kontinentaleuropa sieht es für das Quartett plus Steuerfrau Angela Gossow nach großer Ernte aus: In England wird man die gemeinsame Tour mit Nevermore headlinen, und in den USA gehört man zu DEN Metalbands der Stunde. Der Druck dürfte im Vorfeld der Aufnahmen zur neuen Platte immens gewesen sein, was man "Anthems Of Rebellion" aber zu keiner Sekunde anhört. Im Gegenteil: Das 43-minütige Album - Songwriting-mäßig die erste wirkliche Zusammenarbeit von Angela und dem Rest der Band - drückt locker-flockig mal eben nahezu die komplette Death-Metal-Konkurrenz an die Wand, sollte aufgrund seines Abwechslungsreichtums und der einmal mehr grandiosen Gitarrenarbeit aber auch für Power- und Prog-Aficionados eine astreine Wertanlage darstellen. Nackenbrecher wie ´Silent Wars´, ´We Will Rise´ oder ´Despicable Heroes´ walzen alles platt, werden von einer fast schon Soilwork-artigen Nummer wie ´End Of The Line´ aber perfekt aufgelockert. Die beiden Höhepunkte des 13-Trackers heißen allerdings ´Leader Of The Rats´ und vor allem ´Dead Eyes See No Future´ (wie auch?). Vor allem letztere Nummer dürfte schon in wenigen Wochen ein kleiner Genre-Klassiker sein und in jedem härteren Tanztempel zur Grundausstattung gehören. Hier tanzt der Bär, hier fegt der Mob - toll in Szene gesetzt von Ex-Sabbat-Gitarrist Andy Sneap, der mit den "Hymnen der Rebellion" einmal mehr beweist, dass er mittlerweile in der ersten Reihe der Knöpfchendreher angekommen ist. Logisches Fazit: "Anthems Of Rebellion" ist der erwartete und erhoffte Kopfknacker und erscheint in der Erstauflage als Doppel-CD mit fünf (Jewel-Case) bzw. sechs (Digipack) Bonustracks. Yippieh!

REVIEW 9.0 23.07.2003

(Album des Monats, RH 195, 2003)

NEVERMORE - Enemies Of Reality

(40:53) Ehrlich gesagt weiß ich bis heute noch nicht, warum ich seinerzeit keine zehn Punkte auf das letzte NEVERMORE-Album "Dead Heart In A Dead World" gegeben habe. Vermutlich, weil ich insgeheim gehofft hatte, dass die Metalheads aus Seattle nochmals einen drauflegen könnten. Dabei kann man besagtes "Dead World..."-Scheibchen realistisch und nüchtern betrachtet nicht mehr übertreffen. "Enemies Of Reality" erreicht das Niveau der Vorgängerplatte dann auch nicht ganz, ist aber weit davon entfernt, so etwas wie eine Enttäuschung zu sein. Dafür ist das Songmaterial zu erhaben. Alleine die Gitarrenarbeit von Jeff Loomis ist einmal mehr eine Klasse für sich. Es ist einfach Wahnsinn, wie genial dieser Mann gefühlvolle Melodien und brutalste Riffs miteinander verknüpfen kann, ohne dass der rote Faden verloren geht. Und auch Frontmann Warrel Dane packt wieder endlos viel Seele in seine Gesangslinien - da gibt´s die Gänsehaut gleich im Dutzend. Generell haben NEVERMORE an Aggressivität noch einen Zacken zugelegt, wirken etwas thrashiger als beim letzten Album - höre das heftige Riffmassaker ´Seed Awakening´ oder das mit Morbid-Angel-ähnlichen Gitarrenläufen ausgestattete ´Ambivalent´. Auf der anderen Seite gibt´s wieder emotional aufwühlende Nummern wie ´Tomorrow Turned Into Yesterday´, ´Who Decides´ oder den Titeltrack, die allesamt mit traumhaft schönen Melodien bestückt sind. Und dann wären da noch Songs, die erst nach dem x-ten Durchlauf ihr volles Aroma entfalten, wie beispielsweise ´Never Purify´, dessen Kombination aus ultra-heftigen Riffs und einem höchst eingängigen Refrain nur auf den ersten Blick keinen Sinn ergibt. Lediglich das Klangcollagen-ähnliche ´Noumenon´ bleibt auch auf Dauer ziemlich sperrig. Ergibt unterm Strich 9,5 Punkte für das Songmaterial, wovon aber noch ein halber Punkt für die Produktion abgezogen werden muss - ist zwar irgendwie gemein, weil die Band nix dafür kann, aber objektiv betrachtet klingt die Scheibe etwas zu komprimiert. Produzent Kelly Gray hat hier keinen einwandfreien Job abgeliefert und den Sound der Band zu sehr eingeengt. Wirkt so, als würde man versuchen, eine viel zu große Schachtel in eine zu kleine Schublade zu stecken - oder als ob man mich in ein Girlie-Shirt quetschen wollte. Andererseits kann man sich auf die Dauer aber durchaus an den Sound gewöhnen, und die Songs alleine rechtfertigen eindeutig glatte neun Punkte. Well done!

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REVIEW 8.5 25.06.2003

(Album des Monats, RH 194, 2003)

STAIND - 14 Shades Of Grey

(62:32) Zyniker, die bisher genüsslich darauf verwiesen haben, dass STAIND ihren Erfolg ausschließlich einer Reihe von Balladen und den dazugehörigen Schwarzweiß-Videos zu verdanken hätten, werden ihre Meinung revidieren müssen, denn „14 Shades Of Grey“ kommt einem musikalischen Befreiungsschlag gleich. Verbreitete das mit Platin-Auszeichnungen überhäufte Vorgänger-Album, „Break The Cycle“ noch eine düster-melancholische Atmosphäre, so hält diesmal ein gesunder Optimismus Einzug in die Songs, die zudem an musikalischer Klasse gewonnen haben. Schon die unerwartet knackige Single-Auskopplung ´Price To Play´ macht klar, dass sich das Quartett nicht länger auf die Rolle als „Balladen-Band“ festlegen läßt, sondern die bisherigen Trademarks locker-lässig variiert. Sicher, die typischen STAIND-Hymnen, die von der markanten Stimme Aaron Lewis´ dominiert werden, sind allgegenwärtig, aber es sind die experimentelleren Songs, die „14 Shades Of Grey“ zum echten Klasse-Album machen. Stücke wie das mit Rush-Einflüssen gespickte ´How About You´, die Alice-In-Chains-beeinflusste Layne-Staley-Hommage ´Layne´ oder das dramatische, mit Streicher-Passagen aufgepeppte ´Outro´ beweisen nachdrücklich, dass STAIND ihre Songwriting-Hausaufgaben gemacht haben und auf dem besten Weg sind, ihr Potenzial endgültig auszuschöpfen. Erstmalig in ihrer Karriere ist es der Band gelungen, ihr traumwandlerisch sicheres Gespür für Melodien mit Langzeitwirkung mit dererlei kompositorischen Feinheiten zu kombinieren. Da ist es nur logisch, wenn „14 Shades of Grey“ folgerichtig zur „Platte des Monats“ in dieser Ausgabe gekürt wird.

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REVIEW 9.5 23.04.2003

(Album des Monats, RH 192, 2003)

SOILWORK - Figure Number Five

(40:50) Ist "Figure Number Five" schon jetzt die beste Metal-Platte des Jahres? Keine Ahnung. Jedenfalls ballert SOILWORKs Neue so weit alles weg, was in den letzten Monaten erschienen ist und stellt genau das Album dar, das man sich von den Schweden, die sich seit Jahren konstant steigern, erhofft hatte. "Figure Number Five" ist der Arschtritt, den die Szene so dringend braucht, und begeistert mit einer jeden Headbanger ansprechenden Mischung aus rasiermesserscharfem Thrash, schwedischem Death Metal, technischem Progressive Metal und leichten Nu-Metal-Einflüssen der System-Of-A-Down/Mudvayne-Kategorie. SOILWORK haben ihre Roots nicht vergessen und klingen dabei trotzdem topmodern - ein Spagat, der nur den wenigsten Acts gelingt. Der Opener ´Rejection Role´, das verschachtelte ´Overload´, das an Devin Townsend erinnernde ´Light The Torch´, der Gothic-beeinflusste Ruhepol ´Departure Plan´, das kompromisslose ´The Mindmaker´ oder die alles killende Abrissbirne ´Distortion Sleep´ sind lupenreine Hits, die es sich sofort im Langzeitgedächtnis gemütlich machen und dabei Suchtpotenzial offenbaren. Auf Grund der unzähligen versteckten Feinheiten vor allem im Gitarrenbereich lässt einen "Figure Number Five" auch nach 50 Hördurchgängen (selbst ausprobiert!) noch durchdrehen wie beim ersten Mal. Die Herren Wichers/Frenning gehören spätestens ab jetzt zu den geilsten Gitarren-Duos der Szene, die Rhythmus-Fraktion setzt Akzente, Ex-Evergrey-Keyboarder Sven Karlsson überzeugt mit ansprechenden Ideen, und Frontmann Björn "Speed" Strid brüllt entweder wie Phil Anselmo nach drei Jahren Gesangsunterricht oder lässt melodische Vocals der absoluten Extraklasse los. Dazu gesellt sich eine glasklare, aber trotzdem enorm druckvolle Produktion, für die Wichers & Co. selbst verantwortlich zeichnen. "Figure Number Five" gehört ohne Zweifel in JEDE gottverdammte Metal-Sammlung und dürfte die Band dorthin katapultieren, wo sie hingehört: nach ganz oben. Buy or fucking die, sukkaz!

REVIEW 8.5 19.03.2003

(Album des Monats, RH 191, 2003)

CHILDREN OF BODOM - Hate Crew Deathroll

(39:56) Wenn Chefglatze Götz K. ins Schwärmen gerät, bin ich anfangs immer ein wenig skeptisch. Dafür sind unserem Herrn und Meister in der Vergangenheit einfach zu häufig die Gäule durchgegangen. Remember "The X-Factor" von Maiden oder den Judas-Priest-Flop "Jugulator"! Im Falle des neuen CHILDREN OF BODOM-Albums "Hate Crew Deathroll" hat unser Herr und Meister im Studioreport der letzten Ausgabe den Nagel allerdings exakt auf den Kopf getroffen: Die Finnen verbinden auf ihrem vierten Langeisen in der Tat die Brutalität von Slayer mit der Virtuosität und Musikalität von Acts wie Stratovarius oder Rainbow. Wohl dem, der Ausnahmemucker wie Randy-Rhoads-/Ritchie-Blackmore-Jünger Alexi Laiho (g./v.) und Tasten-Crack Janne Warman in seinen Reihen weiß, die dem Sound in der Schnittmenge zwischen Death-, Power-, Bombast- und Classic Metal ganz entscheidend ihren Stempel aufdrücken. Dabei wird Hauptsongwriter Laiho nicht nur seinem Ruf als glänzender Musiker, sondern auch als weit überdurchschnittlich talentierter Komponist und Arrangeur gerecht. Dementsprechend smooth flutschen die Highlights der Scheibe wie der zeitgemäße Opener ´Needled 24/7´, die erste Singleauskopplung ´You´re Better Off Dead´ oder die düstere Slo-Mo-Hymne ´Angels Don´t Kill´ schon nach einigen wenigen Kostproben durch die Gehörgänge. Selbst wenn mir stilistisch vergleichbare Werke wie Soilworks letztes Opus "Natural Born Chaos" oder "Reroute To Remain" von In Flames noch einen Tick besser gefallen, hat der erfreulich abwechslungsreiche, von Anssi Kippo fett produzierte neue Longplayer der Bodom-Kids das Format zum Klassiker. Dass sich an den gewöhnungsbedürftigen, heiser bis derben Vocals von Master Alexi wie üblich die Geister scheiden werden, liegt in der Natur der Sache bzw. des Genres.

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