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REVIEW 9.5 23.04.2003

(Album des Monats, RH 192, 2003)

SOILWORK - Figure Number Five

(40:50) Ist "Figure Number Five" schon jetzt die beste Metal-Platte des Jahres? Keine Ahnung. Jedenfalls ballert SOILWORKs Neue so weit alles weg, was in den letzten Monaten erschienen ist und stellt genau das Album dar, das man sich von den Schweden, die sich seit Jahren konstant steigern, erhofft hatte. "Figure Number Five" ist der Arschtritt, den die Szene so dringend braucht, und begeistert mit einer jeden Headbanger ansprechenden Mischung aus rasiermesserscharfem Thrash, schwedischem Death Metal, technischem Progressive Metal und leichten Nu-Metal-Einflüssen der System-Of-A-Down/Mudvayne-Kategorie. SOILWORK haben ihre Roots nicht vergessen und klingen dabei trotzdem topmodern - ein Spagat, der nur den wenigsten Acts gelingt. Der Opener ´Rejection Role´, das verschachtelte ´Overload´, das an Devin Townsend erinnernde ´Light The Torch´, der Gothic-beeinflusste Ruhepol ´Departure Plan´, das kompromisslose ´The Mindmaker´ oder die alles killende Abrissbirne ´Distortion Sleep´ sind lupenreine Hits, die es sich sofort im Langzeitgedächtnis gemütlich machen und dabei Suchtpotenzial offenbaren. Auf Grund der unzähligen versteckten Feinheiten vor allem im Gitarrenbereich lässt einen "Figure Number Five" auch nach 50 Hördurchgängen (selbst ausprobiert!) noch durchdrehen wie beim ersten Mal. Die Herren Wichers/Frenning gehören spätestens ab jetzt zu den geilsten Gitarren-Duos der Szene, die Rhythmus-Fraktion setzt Akzente, Ex-Evergrey-Keyboarder Sven Karlsson überzeugt mit ansprechenden Ideen, und Frontmann Björn "Speed" Strid brüllt entweder wie Phil Anselmo nach drei Jahren Gesangsunterricht oder lässt melodische Vocals der absoluten Extraklasse los. Dazu gesellt sich eine glasklare, aber trotzdem enorm druckvolle Produktion, für die Wichers & Co. selbst verantwortlich zeichnen. "Figure Number Five" gehört ohne Zweifel in JEDE gottverdammte Metal-Sammlung und dürfte die Band dorthin katapultieren, wo sie hingehört: nach ganz oben. Buy or fucking die, sukkaz!

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REVIEW 8.5 19.03.2003

(Album des Monats, RH 191, 2003)

CHILDREN OF BODOM - Hate Crew Deathroll

(39:56) Wenn Chefglatze Götz K. ins Schwärmen gerät, bin ich anfangs immer ein wenig skeptisch. Dafür sind unserem Herrn und Meister in der Vergangenheit einfach zu häufig die Gäule durchgegangen. Remember "The X-Factor" von Maiden oder den Judas-Priest-Flop "Jugulator"! Im Falle des neuen CHILDREN OF BODOM-Albums "Hate Crew Deathroll" hat unser Herr und Meister im Studioreport der letzten Ausgabe den Nagel allerdings exakt auf den Kopf getroffen: Die Finnen verbinden auf ihrem vierten Langeisen in der Tat die Brutalität von Slayer mit der Virtuosität und Musikalität von Acts wie Stratovarius oder Rainbow. Wohl dem, der Ausnahmemucker wie Randy-Rhoads-/Ritchie-Blackmore-Jünger Alexi Laiho (g./v.) und Tasten-Crack Janne Warman in seinen Reihen weiß, die dem Sound in der Schnittmenge zwischen Death-, Power-, Bombast- und Classic Metal ganz entscheidend ihren Stempel aufdrücken. Dabei wird Hauptsongwriter Laiho nicht nur seinem Ruf als glänzender Musiker, sondern auch als weit überdurchschnittlich talentierter Komponist und Arrangeur gerecht. Dementsprechend smooth flutschen die Highlights der Scheibe wie der zeitgemäße Opener ´Needled 24/7´, die erste Singleauskopplung ´You´re Better Off Dead´ oder die düstere Slo-Mo-Hymne ´Angels Don´t Kill´ schon nach einigen wenigen Kostproben durch die Gehörgänge. Selbst wenn mir stilistisch vergleichbare Werke wie Soilworks letztes Opus "Natural Born Chaos" oder "Reroute To Remain" von In Flames noch einen Tick besser gefallen, hat der erfreulich abwechslungsreiche, von Anssi Kippo fett produzierte neue Longplayer der Bodom-Kids das Format zum Klassiker. Dass sich an den gewöhnungsbedürftigen, heiser bis derben Vocals von Master Alexi wie üblich die Geister scheiden werden, liegt in der Natur der Sache bzw. des Genres.

REVIEW 10.0 19.02.2003

(Album des Monats, RH 190, 2003)

THE EXPLOITED - Fuck The System

(33:37) Herrje, was soll man hierzu noch groß schreiben? Dass es lange, verdammt lange gedauert hat, bis uns Wattie endlich seinen neuen musikalischen Amoklauf um die Lauschlappen geknallt hat? Hiermit geschehen! Ob sich das Warten gelohnt hat? Scheiße, klar doch! Zweifel gab´s eh keine. Die olle Kampfsau hat es spielend geschafft, die Power des letzten Geniestreichs "Beat The Bastards" unbeschadet ins neue Millennium zu transportieren, wo die letzten verbliebenen, authentisch wirkenden Asselpunks zwar wie ein Anachronismus anmuten, aber immer noch ihre Berechtigung haben. Man muss sich nur all die (politischen und musikalischen) Katastrophen und Entgleisungen der letzten Jahre vor Augen halten, um schnell zur Erkenntnis zu gelangen, dass die Menschheit Bretter wie ´Fuck The System´, ´Fucking Liar´, ´Holiday In The Sun´ (was für ein Einstiegs-Triple!), ´You´re A Fucking Bastard´, ´There Is No Point´, ´Noize Annoys´, ´Chaos Is My Life´ oder ´Violent Society´ verdient hat. Außerdem kann der Mann gar nicht anders, als seine - wie immer verdammt echt und ungekünstelt klingende - Wut an sämtlichen interplanetarischen Instanzen im Studio rauszulassen. Auskotzen mit Stil halt! Besser als jemandem auf der Straße die Fresse einzuschlagen. Wobei anzumerken wäre, dass Watties Gekeife und Gebelle nach wie vor einem Rudel angepisster Pitbulls zur Ehre gereicht. "Fuck The System" ist jedenfalls mal wieder DAS perfekte akustische Abführmittel zum Frustabbau. Denn der wiegt auch im Jahr 2003 tonnenschwer. Vor allem angesichts der (leider) immer noch Legion zählenden Heerscharen von zahn- und gesichtslosen Pop/Punk-Acts, denen ein Tritt in den mit Majorkohle verstopften Allerwertesten zu wünschen wäre. Ein schwerwiegendes Verbrechen, das nicht ungesühnt bleiben darf und wird. Wattie & Co. werden´s schon richten! They are the fuckin´ law! Bleibt noch zu erwähnen, dass nicht pausenlos Gas gegeben wird und der eine oder andere megafiese Midtempo-Stampfer Einzug in das bandtypisch räudig inszenierte und von genialem Gitarrengeschredder veredelte Soundmassaker gehalten hat. Sonst noch was? Ach ja: Fuck yeah! Punk´s not dead!

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REVIEW 9.5 15.01.2003

(Album des Monats, RH 189, 2003)

MASTERPLAN - Masterplan

(50:53) Wenn du an einem solch kritischen Punkt deiner Karriere angekommen bist, gibt´s eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder landest du den Gongschlag des Jahres, oder du gehst gnadenlos unter und darfst demnächst als Gemüsekistenstapler morgens um halb drei auf dem Großmarkt antreten. Uli Kusch und Roland Grapow brauchen sich nach ihrem Fifty-fifty-Abflug/Rausschmiss bei Helloween ganz sicher keinen neuen Rappelwecker neben die Koje zu stellen: Die beiden sind auf dem besten Weg, mit ihrer brandneuen Formation zur Melodic-Power-Metal-Sensation 2003 zu avancieren. Sie haben ein phantastisch eingängiges Hit-Album komponiert, sogar einen zweiten Mix finanziert, als ihnen der erste nicht fett genug rüberkam, und sich mit dem Norweger Jorn Lande den kernigsten und vielseitigsten Sänger Europas ins Line-up geholt. MASTERPLAN bauen nur ansatzweise (u.a. ´Heroes´ mit Gast-Stimme Michael Kiske) auf ihre Vergangenheit als Kürbispflücker. Ihr Schwerpunkt liegt auf rhythmisch sahnig unterlegter Saftschinkenpower (Pommes rotweiß oder wat? - Red.), sattem, modernem Riffing und ideenreich arrangierten Songstrukturen. Für solche Alben muss die Random-Taste an den CD-Playern erfunden worden sein: Selbst wenn der Apparat 500 Jahre durch die Tracklist hüpft, wird er unter den elf Nummern keine Schwachstelle finden. Düsterer Kathedralen-Doom mit Orgelbreitwand (genial: ´Bleeding Eyes´ und ´Soulburn´) offenbart ebenso seine einsame Klasse wie mitreißende Kracher der Sorte ´Crystal Night´, die Schmachtfetzen-Ballade ´Into The Light´ oder das schlicht gigantische Groove-Monster ´Enlighten Me´. Inklusive des prächtigen Cover-Artworks und der plastisch formulierten Lyrics, die um die Klischee-Wortfetzenkiste einen geschickten Bogen machen, stimmt hier einfach alles.

REVIEW 8.5 11.12.2002

(Album des Monats, RH 188, 2002)

AUDIOSLAVE - Audioslave

(65:28) Gitarre und Bass eingestöpselt, Effektpedale zurechtgerückt, Schlagzeugfelle nachgespannt, Mikro fiepfrei ausgepegelt und ab durch die Mitte! Die Rage Against The Machine-Rumpfmannschaft und Ex-Soundgarden-Röhre Chris Cornell überlegen nicht lange, wie sie ihre unterschiedliche musikalische Vergangenheit unter einen Hut bekommen können, sondern rocken einfach unbeschwert und mit ordentlich Feuer im Hintern drauflos. Ihr in gerade mal drei Wochen entstandenes AUDIOSLAVE-Album verlässt sich im Wesentlichen auf zwei Arten von Songs: harte, höllisch groovende Riff-Monster mit R.A.T.M.-Unterbau und räudigem Early-Soundgarden-Gesang (herausragend: das Opening-Trio ´Cochise´, ´Show Me How To Live´ und ´Gasoline´ sowie das stampfende ´Set It Off´) und relaxtere Halbballaden mit leichten Anklängen an die ebenfalls von „Audioslave“-Producer Rick Rubin betreuten letzten beiden Red Hot Chili Peppers-Scheiben (Highlights: ´What You Are´, ´Like A Stone´ und ´Shadow On The Sun´). Zwischendurch packt Tom Morello sogar mal ´ne Akustikgitarre aus und schüttelt sich bei ´Getaway Car´ völlig überraschend ein lupenreines Bluessolo aus dem Ärmel. Seine typischen Noise- und Effektparts hat er zwar beibehalten, baut sie jedoch seltener und diskreter in die kompakten Rocknummern ein. Nach hinten raus betritt er mit seinen Kollegen gar absolutes Neuland und verblüfft mit der wehmütigen Lonesome-Cowboy-Lagerfeuer-Schmonzette ´I Am The Highway´, der unwiderstehlichen, rhythmisch an Portishead erinnernden Trance/Drum´n´Bass-Abfahrt ´Hypnotize´ und dem wie eine Light-Version von Tool klingenden Düsterbatzen ´Bring ‘em Back Alive´. Unterm Strich reicht „Audioslave“ in Sachen Innovation und Ohrwurm-Faktor nicht ganz an die Höhepunkte der R.A.T.M.- bzw. Soundgarden-History heran, weiß ansonsten aber ohne nennenswerte Abstriche zu überzeugen. Cornell singt so emotional wie seit „Badmotorfinger“ nicht mehr, die Texte haben Tiefgang und durchaus auch sozialkritische Ansätze, und die Herren Morello, Commerford und Wilk zocken nach wie vor den beeindruckendsten Groove-Rock diesseits des Andromeda-Nebels.

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REVIEW 8.5 13.11.2002

(Album des Monats, RH 187, 2002)

OPETH - Deliverance

(61:52) Obwohl ich die stil- und geschmackvoll zwischen Todesblei und Progressive Rock hin- und herpendelnden Schweden schon immer interessant fand, konnte mich keine der bisherigen Scheiben so richtig überzeugen. Etwas anders verhält es sich mit dem aktuellen, in ein superfettes Soundgewand gekleideten Rundling. Dabei soll "Deliverance" lediglich der erste Teil eines sich über zwei Alben erstreckenden Konzepts sein, dessen von Porcupine Tree-Mastermind Steven Wilson produzierter Nachfolger "Damnation" im März nächsten Jahres nachgeschoben werden soll. Die fünf traditionell überlang gehaltenen neuen Songs beackern vertrautes Terrain und geizen auch nicht mit progressiven Schlenkern, wobei der metallische Unterbau an manchen Stellen einen aufregend klingenden Psychedelic-Anstrich verpasst bekommen hat. Der gut elfminütige Opener ´Wreath´ knallt schon mal mächtig rein und geht trotz zahlreicher Breaks als härtestes Stück der Scheibe durch, obwohl der anschließende, mit ´nem furiosen, Voivod-mäßigen Beginn durchstartende 13-minütige Titelsong anfangs nicht minder heftig durch die Botanik pflügt. Aufgelockert wird ´Deliverance´ durch ruhige Zwischenparts, die nicht zuletzt auf Grund der cleanen Vocals (ich tippe hier einfach mal auf Steven Wilson) stark an Porcupine Tree erinnern und auf den eigentlichen Höhepunkt der Scheibe einstimmen: ´A Fair Judgement´ ist recht melancholisch gehalten und kann in der ersten Hälfte mit den schönsten Gitarrenharmonien der Scheibe aufwarten. Dem Instrumental ´For Absent Friends´ folgen zwei weitere Longtracks, die zwar gut, aber leider nicht mehr zwingend ausgefallen sind. Dies ergibt vor allem dank der ersten drei Nummern eine saustarke Scheibe, die neugierig auf den zweiten Teil macht. Bis der erscheint, gilt es allerdings alle Details und Nuancen von "Deliverance" zu erfassen. Wer dann noch Zeit hat oder ganz allgemein von Mikael Akerfeldts Gesang nicht genug kriegen kann, sollte mal in die ebenfalls diesen Monat erscheinende zweite Bloodbath-Scheibe reinhören, wo sich der Mann zu fiesestem Old-School-Geknüppel kompetent den Wolf gurgelgrunzt. Ein schönes Kontrastprogramm.

REVIEW 8.0 16.10.2002

(Album des Monats, RH 186, 2002)

PARADISE LOST - Symbol Of Life

Nach zwei fast reinrassigen Popscheiben mit Electro-Schlagseite („One Second“, „Host“) ließen die Berufs-Melancholiker aus Yorkshire auf ihrem letzten Opus „Believe In Nothing“ die Klampfen wieder recht amtlich braten, ohne zu ihren Death/Gothic Metal-Wurzeln zurückzukehren. Ähnlich verhält es sich mit Studioalbum Nummer neun, mit dem PARADISE LOST gleichzeitig auf einem halben Dutzend Hochzeiten tanzen. Ob Gothic, Darkwave, Metal, Cyber-Rock, Electro oder Pop - auf „Symbol Of Life“ verwischen die Genre-Grenzen derart, dass man sich Sorgen um die Zielgruppe der Herren Holmes, Mackintosh, Aedy, Edmondson und Morris machen muss. Auf Grund des hohen Crossover-Faktors dürften vermutlich nur tolerante Vertreter der genannten Musikrichtungen auf die samt und sonders tanzbaren Kompositionen (darunter befindet sich mit ´Xavier´ auch ein Dead Can Dance-Cover) abfahren. Andererseits macht das gerade den Reiz der von Computerfreak Rhys Fulber (u.a. Fear Factory) erfreulich authentisch produzierten Scheibe aus. Anstatt sich selber musikalische Schranken aufzuerlegen, sind die Düsterheimer von der Insel ständig auf der Suche nach neuen Einflüssen, Aufnahmetechniken und Ideen, um ihre von Verzweiflung und Weltschmerz, Dramatik, Pathos und Leidenschaft dominierten Moll-Hymnen ohne jeglichen Identitätsverlust weiterzuentwickeln. Und im Gegensatz zu ihrer Schwächephase Ende der Neunziger ist das der Combo auf ihrem neuesten Silberling auch wieder gelungen. Mit „Symbol Of Life“ ist das zwischenzeitlich verloren geglaubte Paradies wieder ein ganzes Stück näher gerückt. Lauschgift: das von einem mächtigen Chorus getragene ´2 Worlds´, der getragene Ohrwurm ´Mystify´ und der überraschend heftige Gefühlsausbruch ´Channel For The Pain´.

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REVIEW 8.5 18.09.2002

(Album des Monats, RH 185, 2002)

LACUNA COIL - Comalies

Es ist zugegebenermaßen nicht mehr sonderlich aufregend und spannend, einen neuen Rundling der italienischen Dark/Gothic-Metaller in die Anlage zu pfeffern, zumal das stilistische Terrain spätestens seit dem letzten Album "Unleashed Memories" klar abgesteckt ist und man als geneigter Fan genau weiß, was man von Cristina und ihren Mannen erwarten darf. Altbekanntes in neuer Verpackung gibt's demnach auch auf "Comalies" zu belauschen - und warum auch nicht? Die eigentliche Frage ist nur, ob man es geschafft hat, das Niveau der saustarken Vorgänger zu halten, was nach den ersten drei Songs mit einem lautstarken „Logo!“ beantwortet werden muss. Die Konsequenz und Konstanz, mit der die sympathische Band ihr Ding auf einem gleichbleibend hohen Level durchzieht, nötigt einem jedenfalls jede Menge Respekt ab, zumal das Gros des einmal mehr unter Aufsicht von Produzent Waldemar Sorychta in den Woodhouse Studios eingetüteten Materials Hitpotenzial aufweist und sich entsprechend gut in den Tanztempeln der Republik machen dürfte. LACUNA COIL haben das musikalische Rad zwar nicht neu erfunden, den hauseigenen, mittlerweile lieb gewonnenen Sound indes um ein paar Nuancen verfeinert und damit weiter perfektioniert. Letztendlich ist man also doch noch für die eine oder andere Überraschung gut. Und obwohl die Scheibe vor Anspieltipps nur so überquillt, möchte ich an dieser Stelle einfach mal das traumhaft schöne, relaxte ´Daylight Dancer´ hervorheben. So, und jetzt ab in den Laden, denn das Teil könnt ihr bedenkenlos abgreifen und ins Regal stellen!

REVIEW 9.0 21.08.2002

(Album des Monats, RH 184, 2002)

THRESHOLD - Critical Mass

THRESHOLD waren wirklich nicht zu beneiden, als sie sich an die Arbeiten zu ihrem neuen Album machten. Denn einem außergewöhnlichen Götterwerk wie „Hypothetical“ einen ebenbürtigen Nachfolger zur Seite stellen zu wollen, ist alles andere als eine leichte Aufgabe. Doch das britische Aushängeschild in Sachen Prog Metal hat Nerven bewiesen und dank des Festhaltens an der Maxime, sich musikalisch niemals plump wiederholen zu wollen, ganze Arbeit abgeliefert. Aber keine Sorge: Es geht hier weniger um die klangliche Neuerfindung einer Band, als vielmehr um effektive Feinjustierungen in Sachen Sound und Arrangements. THRESHOLD bleiben demnach auch im Jahre 2002 unverkennbar THRESHOLD - und damit auch ein Garant für erbarmungslos guten Prog Metal der monumentalen und riffbetonten Sorte. „Critical Mass“ baut lückenlos auf dem gewaltigen Sound seines Vorgängers auf, klingt jedoch über weite Teile dichter, sperriger und schwermütiger. Der 1999 zur Band gestoßene Andrew MacDermott unterstreicht dabei einmal mehr, dass er der beste jemals bei den Briten in Lohn und Brot gestandene Sänger ist, und sorgt mit seiner warmen Stimme innerhalb der originär-unterkühlt wirkenden Soundberge für angenehme Kontraste. Wie auch schon die letzten drei Studioscheiben, ist „Critical Mass“ ein Album voller Emotionen und packender Epik geworden, das es zu entdecken gilt - wobei man in jedem Song dem Augenblick entgegenfiebern darf, in dem einen urplötzlich auftauchende melodiöse Aha-Erlebnisse überrollen. Hört euch nur mal das aus ´Phenomenon´, ´Choices´ und ´Falling Away´ bestehende Eingangs-Triple an! Kurz und schmerzlos: „Critical Mass“ ist ein weiterer Klassiker aus dem Hause THRESHOLD - obwohl „Hypothetical“ dank der lebendigeren Songschreibe noch einen Zacken spritziger ausfiel.

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