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REVIEW 8,5 19.02.2020

(Album des Monats, RH 394, 2020)

THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA - Aeromantic

Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen und eine eigentlich superpositive Kritik mit Gemäkel zu beginnen: Es ist mir - wie schon in der Vergangenheit - ein Rätsel, warum THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA, gerade mit ihrem sehr songorientierten Stil, ihre Alben derart aufblähen, dass sie an der Stunden-Grenze kratzen, denn erstens hält heutzutage (leider!) kaum noch jemand so lange durch, und zweitens finden sich so auch immer ein paar verzichtbare Geht-so-Schoten unter den (diesmal: 13) Kompositionen; im Falle von „Aeromantic“ hätte man vor allem hinten raus kürzen können, von der letzten Handvoll Tracks gehört nur das abschließende 'City Lights And Moonbeams' zu den Highlights des Albums. Nichtsdestotrotz düst auch der fünfte Longplayer des Schweden-Quintetts (plus Peters' Top-Selling-Point, den beiden Backing-„Stewardessen“ Anna und Anna; die Lust am Genuss lässt sich unser Schmecklecker, für den sich „gender“ selbst 2020 noch auf „tender“ reimt, nämlich nicht nehmen...) nachhaltig genug durch die Lüfte, um sowohl alteingesessene AOR- und Melodic-Rock-Aficionados als auch stilbewusste Szene-Hipster abzuholen, die Single 'Divinyls' gibt einen ersten Eindruck, wird vom unwiderstehlichen Ohrwurm 'This Boy's Last Summer', der Toto-Verneigung 'Curves' oder dem ruhigen 'Golden Swansdown' aber noch überholt, und die besten Momente sind dann nach wie vor nicht erwähnt: Der zuerst durchaus zähe (und überlange) Opener 'Servants Of The Air' gewinnt immer mehr dazu, das zwischen Yacht Rock und Synthwave pendelnde, später mit 'ner so amüsanten wie ernsthaft geilen Kansas-Geige gepimpte 'Transmissions' darf gerne als Ausblick auf die Zukunft gelten, und 'If Tonight Is Our Only Chance' schließlich schreit nicht nur sofort nach einem exponierten Mixtape-Platz, sondern wurde als authentische Abba-Anlehnung konzipiert, ein Experiment, das neben Ghost tatsächlich nur Björn Strid & Co. unfallfrei wagen können. Send 'em my love again!

REVIEW 9 22.01.2020

(Album des Monats, RH 393, 2020)

MAGNUM - The Serpent Rings

Ich bin ja ohnehin der Überzeugung, dass MAGNUM gar kein schlechtes Album abliefern können. „The Serpent Rings“ ist aber ein besonders starker Vertreter der Gattung Melodic Hardrock, und es scheint, als würden die Herren immer besser, je mehr sie sich ihrem 50. Bandjubiläum nähern. Ob es am runderneuerten Line-up liegt, zu dem seit Neuestem auch Dennis Ward (b.) zählt, an Bob Catleys im wahrsten Sinne des Wortes märchenhafter Stimme oder an den scheinbar unermüdlichen Songwriting-Qualitäten des Gitarristen Tony Clarkin - geschenkt. Diese Platte spielt die Stärken der Band aus, klingt melodisch-verspielt, bombastisch und episch, weiß aber trotzdem zu überraschen - etwa mit James-Bond-Vibes beim Opener 'Where Are You Eden?', dem leicht jazzigen 'House Of Kings' oder dem Groover 'Madman Or Messiah'. Also warum weiter rumschwafeln, wenn ich in der Zeit genauso gut noch mal das Album hören könnte? DISKOGRAFIE (nur Studioalben) Kingdom Of Madness (1978) Magnum II (1979) Marauder (1980) Chase The Dragon (1982) The Eleventh Hour (1983) On A Storyteller´s Night (1985) Vigilante (1986) Wings Of Heaven (1988) Goodnight L.A. (1990) Sleepwalking (1992) Rock Art (1994) Breath Of Life (2002) Brand New Morning (2004) Princess Alice And The Broken Arrow (2007) Into The Valley Of The Moonking (2009) The Visitation (2011) On The 13th Day (2012) Escape From The Shadow Garden (2014) Sacred Blood Divine Lies (2016) Lost On The Road To Eternity (2018) The Serpent Rings (2020) LINE-UP Bob Catley (v.) Tony Clarkin (g.) Rick Benton (keys) Dennis Ward (b.) Lee Morris (dr.) DIE PATEN Wer mit den folgenden Bands etwas anfangen kann, dürfte auch an „The Serpent Rings“ Gefallen finden: FM * Bonfire * House Of Lords * Triumph * Asia * Thunder * Dare * Avantasia * Pink Cream 69 * Gotthard * Pretty Maids * Treat * Eclipse * W.E.T. * Hardline * Bad English * Europe * H.E.A.T * UFO * Saga

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REVIEW 8.0 20.11.2019

(Album des Monats, RH 391, 2019)

AVATARIUM - The Fire I Long For

Der von manchen prognostizierte Durchbruch auf großer Ebene dürfte den SchwedInnen verwehrt bleiben - was nicht negativ sein muss, wenn man das kometenhafte Verglühen von Bands wie Blues Pills betrachtet. AVATARIUM hingegen lodern beständig und glühen mit fortschreitendem Karriereverlauf zunehmend heller. „The Fire I Long For“ verbreitet im Dunkel ihres Band-Kosmos wohlige Wärme und leuchtet dabei zwei Tendenzen aus: Bandgründer Leif Edling hat seinem Werk nicht mehr viel hinzuzufügen und bewegt sich innerhalb seiner Komfortzone keinen Zentimeter mehr. Weitaus mutiger sind hingegen Gitarrist und Produzent Marcus Jidell und Sängerin Jennie-Ann Smith: Ihre Songs brechen die gewohnten Schemata bewusst auf, sind tiefschürfender, emotionaler und schlichtweg besser. Vor allem ´Lay Me Down´ geht weit über das hinaus, was man gemeinhin unter „Doom Metal“ versteht (insbesondere dem Doom Metal der Candlemass-Prägung) und taucht stattdessen in eine unterschwellige Americana-Finsternis hinab. Nein, dieses Feuer ist offensichtlich noch nicht verglimmt. DISKOGRAFIE Moonhorse (EP, 2013) Avatarium (2013) All I Want (EP, 2014) The Girl With The Raven Mask (2015) Hurricanes And Halos (2017) The Fire I Long For (2019) LINE-UP Jennie-Ann Smith (v.) Marcus Jidell (g.) Mats Rydström (b.) Rickard Nilsson (keys) Lars Sköld (dr.) Wer auf folgende Bands steht, wird auch an „The Fire I Long For“ seine Freude haben: Candlemass * Black Sabbath * Tiamat * Amorphis * Ghost * Year Of The Goat * Opeth * Enslaved * Sólstafir * Jex Thoth * Uncle Acid & The Deadbeats * Universe217 * The Doomsday Kingdom * Krux * Uriah Heep * Evergrey * Lake Of Tears * Mount Salem * A Pale Horse Named Death * The Devil´s Blood

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REVIEW 8.5 23.10.2019

(Album des Monats, RH 390, 2019)

RAY ALDER - What The Water Wants

Mit Livegitarrist Mike Abdow ist an RAY ALDERs erstem „richtigen“ Soloalbum (sein Ende der Neunziger und in den frühen Nullern aktives - und tolles! - Engine-Projekt sieht er eher als Band an) neben dem Sänger selbst nur eine weitere Fates-Warning-Nase beteiligt, aber der Sound legt tatsächlich anderes nahe: Die partielle „Kühle“ evoziert (auch) Jim Matheos' aktuellen Ton (inklusive der OSI-Platten), der Bass ist so weit vorne wie sonst fast nur bei Joey Vera, und die Melodiebögen hätten auf „Darkness In A Different Light“ oder „Theories Of Flight“, sogar auf „A Pleasant Shade Of Gray“ ebenfalls keine unpassende Figur abgegeben. Ob man „What The Water Wants“, an dem des Weiteren Lords-Of-Black-Klampfer Tony Hernando und Ignite-Drummer Craig Anderson beteiligt waren, nun (modernen) Prog nennen muss, weiß ich nicht, aber die sich damit angesprochene Klientel dürfte hier sicherlich eher fündig werden als Fans der Engine-Vorbilder Deftones oder der im Interview auf diesen Seiten kommunizierten Faith No More zu „The Real Thing“-Zeiten, die Alder selbst in den Ring wirft. Neben den sowieso immer herausragenden Vocals besonders beeindruckend ist dabei das dynamische Songwriting, das Knackiges wie 'Shine' oder 'Wait' genauso offeriert wie Neunziger-Anspruchs-Kommerz (der Quasi-Titelsong 'What The Water Wanted' als unbeabsichtigtes 'Eye To Eye 2.0') oder gar nicht mal so wenig Balladeskes ('The Road', 'Some Days'), das nie ins Platte, allzu Gefühlige abdriftet, sondern sich im Gegenteil immer auf die genau richtige Art nähert. Ein starkes, unaufgeregtes Album, das im Veröffentlichungs-Trubel hoffentlich nicht untergehen wird! DISKOGRAFIE What The Water Wants (2019) LINE-UP Ray Alder (v.) Mike Abdow (g./b.) Tony Hernando (g./b.) Craig Anderson (dr.) DIE PATEN Wer mit den folgenden Bands etwas anfangen kann, dürfte auch an „What The Water Wants“ Gefallen finden: Fates Warning * OSI * Tool * Engine * Redemption * A Perfect Circle * Storm Corrosion * Steven Wilson * Porcupine Tree * The Gathering * Arch/Matheos * Riverside * Blackfield * Katatonia * Haken * Leprous * Marillion * Oceansize * Karnivool * Muse

REVIEW 8.5 25.09.2019

(Album des Monats, RH 389, 2019)

OPETH - In Cauda Venenum

Wo es doch schon im aktuellen Plattenfimen-Info steht: Mikael Åkerfeldt hat eine neue Beziehung, trägt selbstbewusst das T-Shirt der Band seiner neuen Flamme und hat beim Songwriting offensichtlich eine Euphorie erlebt, die das Album über eine Stunde lang ansteckt. So was gibt´s. Auf „Sorceress“ hatte er ja (schön versteckt) bereits seine Scheidung verarbeitet. Ist „In Cauda Venenum“ deshalb das bessere Album? So läuft das nicht. Die Platte ist anders. Es dauert eine halbe Ewigkeit, bis der Zehn-Tracker aus dem Quark kommt und man das überhaupt alles halbwegs verstanden hat. „In Cauda Venenum“ ist eine Mischung aus durchaus bissiger Sozialkritik, überkandideltem Musikantentum und Rätseln, die Hörer und Musikjournalisten in naher Zukunft noch entschlüsseln werden (einige davon findet ihr bereits in unserer Titelstory). Aber genau das macht das Album ja besonders. Es ist eben kein Wegwerfprodukt wie so vieles, es fordert eine künstlerische Auseinandersetzung ein. Der erste Song ´Dignity´ ist schon ein Wellental der Emotionen, sehr abwechslungsreich, aber nicht so geradeheraus wie ´Heart In Hand´, der härteste und zugänglichste Song des Albums. Die lebendige Produktion und das dynamische Schlagzeugspiel von Martin Axenrot kommen hier zum ersten Mal richtig zur Geltung. Die „kranken“ Streicher in ´Next Of Kin´ wirken wie der verstörende Soundtrack eines Claude-Chabrol-Films, dem süßlich-folkige Melodien gegenübergestellt werden. Meines Erachtens ein Experiment mittlerer Qualität. Auch die düstere Bassorgie ´Charlatan´, mit einer nervigen Keyboard-Melodie garniert, ist nicht ganz nach meinem Geschmack. Solche Songs kann Steven Wilson besser. Das dazwischen platzierte ´Lovelorn Crime´ ist hingegen eine balladeske Wohltat auf höchstem Åkerfeldt-Niveau. Und das gilt auch für den halbstündigen Rest des Albums. ´Universal Truth´, ´The Garroter´, ´Continuum´ und ´All Things Will Pass´ sind die vielleicht homogenste Abschlussrutsche der an Höhepunkten nicht gerade armen Bandgeschichte. Unter dem Kopfhörer ein Genuss. Es macht sich bezahlt, dass mit Stefan Boman ein Mixer hinter dem Pult saß, der das Album leidenschaftlich mit Effekten, Fades und höchst verschiedenen Klängen versehen hat. Das allein sollte aufgrund des hohen musikalischen Levels ein Grund für Fans sein, hier erneut zuzuschlagen. DISKOGRAFIE (Studioalben) Orchid (1995) Morningrise (1996) My Arms, Your Hearse (1998) Still Life (1999) Blackwater Park (2001) Deliverance (2002) Damnation (2003) Ghost Reveries (2005) Watershed (2008) Heritage (2011) Pale Communion (2014) Sorceress (2016) In Cauda Venenum (2019) LINE-UP Mikael Åkerfeldt (v./g.) Fredrik Åkesson (g.) Martin Mendez (b.) Joakim Svalberg (keys) Martin Axenrot (dr.) DIE PATEN Wer mit den folgenden Bands etwas anfangen kann, dürfte auch an „In Cauda Venenum“ Gefallen finden: Storm Corrosion * Katatonia * King Crimson * Steven Wilson * Porcupine Tree * Jethro Tull * Pink Floyd * Anathema * Mahavishnu Orchestra * Weather Report * Genesis * The Soft Machine * Gong * Caravan * Yes * November * Kaipa * Culpeper´s Orchard * Bo Hansson * Kebnekaise

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REVIEW 9.0 28.08.2019

(Album des Monats, RH 388, 2019)

DISILLUSION - The Liberation

13 Jahre nach dem letzten Album „Gloria“ meldet sich die vielleicht beste Progressive-Metal-Band Deutschlands endlich mit einem neuen, ihrem dritten Album zurück. Schon die 2016er Single „Alea“ deutete an, dass Mastermind Andy Schmidt und seine von vielen Line-up-Wechseln gebeutelte Mannschaft musikalisch eher wieder in Richtung des Überdebüts „Back To Times Of Splendor“ (2004) gehen würden. „The Liberation“ ist weniger schräg und weniger abgefahren ausgefallen als „Gloria“, eher wieder epischer, melodischer und im engeren Sinne auch musikalischer. Dabei wurde das von Jens Bogren brillant gemasterte Album komplett mithilfe einer breit angelegten Crowdfunding-Kampagne finanziert. Und die Songs? Sehr stark. Vom epochalen, zwölfminütigen Opener ´Wintertide´ (hätte auch auf „BTTOS“ stehen können) über das knallharte Riff-Kraftpaket ´The Great Unknown´ bis hin zum düster-progressiven, abermals überlangen Abschluss-Song ´The Mountain´ gibt es keinen Aussetzer. Zudem besitzt auch „The Liberation“ Langzeitwirkung und wächst garantiert mit jedem Hördurchgang, erst recht, wenn man sich mit dem Konzept der Platte beschäftigt, das ebenfalls an „BTTOS“ anschließt. Vergleichen lassen sich DISILLUSION übrigens nach wie vor mit keiner anderen Band. Das Label-Info wirft Opeths „Watershed“-Album in den Ring, ich würde vielleicht noch das progressive Musikverständnis eines Ihsahn nennen, aber letztendlich ist das hier ganz große, eigenständige (Rock-)Musik. Atemberaubend!

REVIEW 8,5 28.08.2019

(Album des Monats, RH 388, 2019)

YEAR OF THE GOAT - Novis Orbis Terrarum Ordinis

Die Sverige-Okkult-Rocker YEAR OF THE GOAT werden in kleinen Kreisen so heldisch verehrt, dass man meinen könnte, ihre Vita wäre mit Veröffentlichungen nur so vollgestopft, aber denkste: Seit 2011 hat es die Band gerade mal auf zwei Longplayer, zwei EPs und zwei 7“-Singles gebracht - ein Release allerdings stärker als der andere. „Novis Orbis Terrarum Ordinis“, Album Nummer drei, wurde dementsprechend nun nicht nur von Die-hard-Ziegenkopf-Sammler Jens „Bärli“ Peters sehnlichst erwartet - und hat letzten Endes auch erneut zumindest das Potenzial, die Band vom Kritikerlieblinge-Status, der nicht immer förderlich ist, in größere Bekanntheitsgrade zu befördern. Zwar würde ich wegen des kaum zu erreichenden „Prequelle“-Geniestreichs meine in der Rezension zur 2014er EP „The Key And The Gate“ keck kommunizierte Einordnung „die (noch) besseren Ghost“ nicht mehr unterschreiben, immerhin drei der neun neuen Stücke, die Opener 'Subortus' und 'Acedia' sowie der Zwischendurch-Snack 'Avaritia', nähern sich dem Hitfaktor der erfolgreicheren Brüder im nicht ganz so ernsthaften Geiste jedoch wirklich sehr, und so nachhaltig zumindest der Schreiber dieser Zeilen Tobias Forges aktuelle Errungenschaften feiert, so wenig muss man ja schönschreiben, dass der Tausendsassa einen Teil seiner angetanen Klientel auf dem Weg in den Classic- und Melodic-Rock-Himmel verloren hat. Was im Übrigen einen weiteren Hinweis ans Kopfhörer-Publikum rechtfertigt: Zwar wirkt der „„Novis Orbis...“-Zehnminüter 'Ira' auch nach oftmaligem Hören ein wenig spröde, mit dem noch mal 240 Sekunden mehr aufbietenden Abschluss 'Subicio' gewinnen YEAR OF THE GOAT aber ebenfalls in der Langdistanz, vor allem der zweite Teil des Tracks wirkt als Süchtigmacher, der einen die Repeat-Taste nach dem Verschwinden der letzten Töne sofort wieder drücken lässt.

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REVIEW 8,5 24.07.2019

(Album des Monats, RH 387, 2019)

SUICIDAL ANGELS - Years Of Aggression

SUICIDAL ANGELS stehen schon immer für erstklassigen Thrash Metal. Genauso kontinuierlich wird den Griechen ein Mangel an Eigenständigkeit vorgeworfen. Dass übermäßige Innovation im Thrash seit jeher nach hinten losgeht, wird dabei gern vergessen. Oder aber es meckern nur Leute rum, die die Essenz dieses Genres eh nicht kapiert haben. Und die lautet nun mal geile Riffs, Tempo, Energie und 'ne gewisse Fuck-off-Attitüde. Natürlich ist „Years Of Aggression“ von diversen alten Heldentaten inspiriert. Aber eine Mischung aus, sagen wir mal: Slayer, Kreator und Xentrix, die diverse Alben der Vorbilder LOCKER aussticht, ist einfach so was von fuck-geil, dass einem jeder leidtun kann, der dieses superb produzierte Edel-Thrash-Paket nicht umgehend in seine Sammlung packt. Es wird wirklich Zeit, die Genre-Hackordnung nicht nach Alter, sondern nach Qualität zu sortieren! DISKOGRAFIE Armies Of Hell (EP, 2006) Eternal Domination (2007) Sanctify The Darkness (2009) Dead Again (2010) Bloodbath (2012) Divide And Conquer (2014) Division Of Blood (2016) Years Of Aggression (2019) LINE-UP Nick Melissourgos (v./g.) Gus Drax (g.) Aggelos Lelikakis (b.) Orpheas Tzortzopoulos (dr.) DIE PATEN Wer mit den folgenden Bands etwas anfangen kann, dürfte auch an „Years Of Aggression“ Gefallen finden: Kreator * Slayer * Destruction * Exodus * Hatriot * Legion Of The Damned * Dark Angel * Havok * Xentrix * Overkill * Warbringer * Whiplash * Exumer * Angelus Apatrida * Evile * Demolition Hammer * Sodom * Testament * Metallica * Death Angel

REVIEW 8,5 19.06.2019

(Album des Monats, RH 386, 2019)

D-A-D - A Prayer For The Loud

Seit dem letzten Output von Dänemark's Finest sind immerhin acht Jahre vergangen, dazwischen war Jesper Binzer aus Langeweile mehr als respektabel solo unterwegs. Mit 'Burning Star' geht es gleich kurzweilig und ohne Umscheife flott zur Sache, der Sound der Platte ist am Maximum dessen, was man in Studios heute herstellen kann. „A Prayer For The Loud“ zeigt vor allem, dass D-A-D als Songwriter gereift sind. Die Platte wirkt besser sortiert und überlegter als so manches, was man zwischendurch glaubte, spontan raushauen zu können. So ist das Titelstück eine wunderbare Rock'n'Roll-Hymne mit Herz, 'The Sky Is Made Of Blues' ein typischer Roadmovie-Rocker mit US-Flair. Das sind tatsächlich späte Highlights im Katalog der Band, genauso wie die beiden tollen Balladen 'A Drug For The Heart' und 'If The World Just', die Jesper als hervorragend formulierenden Texter fast schon in ein neues Licht stellen. Ein-, zweimal muss sich die Band durch (immerhin!) krachige Rock'n'Roll-Sessions retten, weil der Aufbau nicht stimmig ist oder die Refrains etwas müde wirken. Der Rest ist Gute-Laune-Unterhaltung einer Band, die in ihrer langen Karriere eh meistens wusste, wo's langgeht. Unterm Strich eine starke Vorstellung, die es überraschend oft mit den Klassikern der Band aufnehmen kann. DISKOGRAFIE (Studioalben) Call Of The Wild (1986) D.A.D. Draws A Circle (1987) No Fuel Left For The Pilgrims (1989) Riskin´ It All (1991) Helpyourselfish (1995) Simpatico (1997) Everything Glows (2000) Soft Dogs (2002) Scare Yourself (2005) Monster Philosophy (2008) Dic.Nii.Lan.Daft.Erd.Ark (2011) A Prayer For The Loud (2019) LINE-UP Jesper Binzer (v./g.) Jacob Binzer (g.) Stig Pedersen (b.) Laust Sonne (dr.) DIE PATEN Wer mit den folgenden Bands etwas anfangen kann, dürfte auch an „A Prayer For The Loud“ Gefallen finden: AC/DC * Airbourne * Skid Row * Alice Cooper * Hardcore Superstar * Aerosmith * Guns N´ Roses * ZZ Top * Red Hot Chili Peppers * Nazareth * Krokus * Hollywood Vampires * Bullet * Mustasch * Mötley Crüe * Soundgarden * Spiders * Rhino Bucket * ´77 * Dizzy Mizz Lizzy

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