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REVIEW 8 20.03.2019

(Album des Monats, RH 383, 2019)

EXUMER - Hostile Defiance

Ganz klar: Wenn es ein Album schafft, Jan Jaedike und Ronny Bittner gleichermaßen zu begeistern, muss es wirklich das gewisse Etwas haben. Wie „Hostile Defiance“ von EXUMER eben, zu dessen Klängen Not-Man-Lookalike Bittner in den vergangenen Tagen mehrfach eine Mosh-Polonaise durch die Büros veranstaltet hat. Lustig anzusehen, aber völlig zu Recht, denn das fünfte Album der deutsch-amerikanischen Zusammenrottung knallt nicht nur wegen der druckvollen Produktion von Dennis Koehne (Sodom, Melechesh), sondern vor allem wegen seiner perfekten Kombination aus old-schooligem Teutonen-Thrash und Bay-Area-Riffs, die es locker auf Exodus-Niveau bringen. Aber es sind nicht nur die krachenden Riffs und der eindringliche Gesang von Fronter Mem Von Stein, die gefallen, sondern auch die mit Liebe zum Detail ausgearbeiteten Soli, denen bei aller Eingängigkeit gerne auch ein fieses Element zu eigen ist. Und dass die Jungs einen exzellenten Musikgeschmack haben, beweisen sie mit den Coverversionen von Entombeds 'Supposed To Rot' und dem Scorpions-Heuler 'He's A Woman, She's A Man'. DISKOGRAFIE (Studioalben) Possessed By Fire (1986) Rising From The Sea (1987) Fire & Damnation (2012) The Raging Tides (2016) Hostile Defiance (2019) LINE-UP Mem Von Stein (v.) Ray Mensh (g.) Marc Bräutigam (g.) T. Schiavo (b.) Matthias Kassner (dr.) DIE PATEN Wer mit den folgenden Bands etwas anfangen kann, dürfte auch an „Hostile Defiance“ Gefallen finden: Exodus * Slayer * Dark Angel * Death Angel * Testament * Kreator * Sacred Reich * Forbidden * Metallica * Whiplash * Anthrax * Megadeth * Assassin * Overkill * Nuclear Assault * Sepultura * Sodom * Hirax

REVIEW 8,5 20.02.2019

(Album des Monats, RH 382, 2019)

OVERKILL - The Wings Of War

OVERKILL beweisen mit „The Wings Of War“ erneut, dass sie sich den Titel „die Motörhead des Thrash“ redlich verdient haben. Es gibt nur wenige Bands, die ihren ureigenen Sound über 19 (!) Studioalben durch geschickt dosierte Variationen am Leben halten können. Während man auf dem Vorgänger „The Grinding Wheel“ etwas vom Gaspedal ging und Platz für verschachtelte Arrangements und überlange Songs ließ, gestalten sich die Kompositionen auf „The Wings Of War“ wieder wesentlich straighter und kürzer (die Sechs-Minuten-Marke wird diesmal nur einmal überschritten, auf dem Vorgänger gleich fünfmal). Einen Anteil daran hat sicherlich Schlagzeug-Neuzugang Jason Bittner, der die Band mit seinem variablen und vor Energie strotzenden Spiel frische Impulse verleiht. Die erste Single 'Last Man Standing' führt dabei aber etwas auf die falsche Fährte: „The Wings Of War“ versteht sich mitnichten als reine Speed-Metal-Orgie, das Tempo wird im weiteren Verlauf stark variiert, und die rockigen, punkigen und groovigen Einflüsse finden erneut Anklang. 'Head On A Pin' wird von Blitz passend als „Black Sabbath auf Meth“ beschrieben, während 'Distortion' anfangs gar ungewohnte Maiden-Akzente setzt. Daneben findet sich mit 'Welcome To The Garden State' eine punkige Nummer, die das Potenzial hat, sich als Dauerbrenner bei Konzerten zu erweisen. OVERKILL gelingt es also erneut, einige starke Stürmer aufzustellen, im Mittelfeld finden sich aber auch wieder ein paar Tracks wie 'Bat Shit Crazy' und 'Where Few Dare To Walk', die nicht auf ganzer Linie überzeugen wollen. In der Summe ist „The Wings Of War“ aber natürlich wieder ein tolles OVERKILL-Album geworden. DISKOGRAFIE (Studioalben) Feel The Fire (1985) Taking Over (1987) Under The Influence (1988)' The Years Of Decay (1989) Horrorscope (1991) I Hear Black (1993) W.F.O. (1994) The Killing Kind (1996) From The Underground And Below (1997) Necroshine (1999) Bloodletting (2000) Killbox 13 (2003) RELIXIV (2005) Immortalis (2007) Ironbound (2010) The Electric Age (2012) White Devil Armory (2014) The Grinding Wheel (2017) The Wings Of War (2019) LINE-UP Bobby „Blitz“ Ellsworth (v.) Dave Linsk (g.) Derek Tailer (g.) D.D. Verni (b.) Jason Bittner (dr.) DIE PATEN Wer mit den folgenden Bands etwas anfangen kann, dürfte auch an „The Wings Of War“ Gefallen finden: Testament * Exodus * Anthrax * Kreator * Death Angel * Sacred Reich * Forbidden * Megadeth * Metallica * Annihilator * Whiplash * Hirax * Motörhead * The Bronx Casket Co. * Verni

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REVIEW 8.5 23.01.2019

(Album des Monats, RH 381, 2019)

RIVAL SONS - Feral Roots

Auf der Abschiedstournee von Black Sabbath räumten sie im Vorprogramm ab und galten als nächstes großes Ding, doch die RIVAL SONS widerstehen der Versuchung, ein pompöses, auffällig auf „retro“ getrimmtes oder gar „verfrickeltes“ (Prog-)Album abzuliefern, um den neuen Arbeitgeber Warner (vorher: die Nottinghamer Krachschmiede Earache) mächtig zu beeindrucken. Die Aufstiegshürde in Rockstar-Dimensionen, an der schon so viele Bands jämmerlich gescheitert sind. Der Auftakt mit den schnöden Rockern ´Do Your Worst´ und ´Sugar On The Bone´ gerät schon fast zu bescheiden, danach breitet sich das Album allerdings sehr sanft in verschiedene Richtungen aus. Das kräftige ´Back In The Woods´ erhöht zunächst die Schlagzahl, bevor ´Look Away´ im Fahrwasser von The Tea Party mit einem World-Folk-meets-Led-Zep-Stilmix begeistert. Der Anschluss mit dem eingängigen Titelsong ist überragend gut gelungen. Danach verströmt die Platte eine angenehme Lockerheit (´Stood By Me´, ´Imperial Joy´, ´All Directions´), ehe man mit ´End Of Forever´ die Zügel noch mal anzieht und mit ´Shooting Stars´, starken Botschaften und einem stimmgewaltigen Soul/Gospel-Chor einen hitverdächtigen Schlusspunkt setzt. „Feral Roots“ ist unaufgeregt, vorbildlich produziert und stellt feine Grooves und Jay Buchanans melodiöse Stimme in den Vordergrund. Das erste Classic-Rock-Highlight des noch jungen Jahres! DISKOGRAFIE (Studioalben) Before The Fire (2009) Pressure & Time (2011) Head Down (2012) Great Western Valkyrie (2014) Hollow Bones (2016) Feral Roots (2019) LINE-UP Jay Buchanan (v.) Scott Holiday (g.) Dave Beste (b.) Mike Miley (dr.) DIE PATEN Wer mit den folgenden Bands etwas anfangen kann, dürfte auch an „Feral Roots“ Gefallen finden: Led Zeppelin * Bad Company * The Who * Graveyard * The Rolling Stones * Free * The Black Crowes * Jimi Hendrix * Cream * The Temperance Movement * Greta Van Fleet * Blues Pills * Wolfmother * Witchcraft * Zodiac

REVIEW 9 19.12.2018

(Album des Monats, RH 380, 2018)

SOILWORK - Verkligheten

Es ist schon erstaunlich, wie gut SOILWORK sich in den letzten Jahren berappelt haben. Nach dem Ausstieg von Hauptsongwriter Peter Wichers hatten viele Fans die Modern-Melodic-Death-Metal-Truppe schon abgehakt. Doch mit „The Living Infinite“ und „The Ride Majestic“ bewies die Band, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen zählt. Nachdem Drummer Dirk Verbeuren allerdings zu Megadeth abgewandert ist und die kreativen Masterminds Björn „Speed“ Strid und David Andersson ihren Fokus vorübergehend auf ihre AOR-Band The Night Flight Orchestra gelegt haben, war nicht unbedingt damit zu rechnen, dass „Verkligheten“ die letzten Alben noch toppt. Dem elften Longplayer hat der Produzenten- und Mixer-Wechsel (für Jens Bogren kam Thomas „PLEC“ Johansson) keineswegs geschadet. Vor allem das bombige Schlagzeugspiel von Bastian Thusgaard profitiert wesentlich vom druckvollen und natürlichen Sound. Zudem hat die Band ihr Songwriting etwas geradliniger gestaltet und konzentriert sich auf atmosphärisch-melancholische Melodien, abwechslungsreiche Riffs und eingängige Refrains, statt unnötige Haken zu schlagen. Die Härte ist indes nicht abhanden gekommen, ab und an schimmern gar Black-Metal-Versatzstücke und klassische Heavy-Metal-Riffs durch, die SOILWORK geschickt für ihren originellen Sound vereinnahmen. Speed setzt den elf Songs mit seinem Chamäleon-Gesang zwischen tiefen Growls und anbetungswürdigen Clean Vocals die Krone auf. So kann das Sextett ein ganzes Arsenal an Hits bereitstellen, von denen einige sich als neue Dauerbrenner bei zukünftigen Konzerten erweisen sollten. „Verkligheten“ geht nicht nur als bestes SOILWORK-Album der Neuzeit über die Ziellinie, sondern ist schon jetzt ein heißer Anwärter auf das Album des Jahres 2019! DISKOGRAFIE (Studioalben) Steelbath Suicide (1998) The Chainheart Machine (2000) A Predator´s Portrait (2001) Natural Born Chaos (2002) Figure Number Five (2003) Stabbing The Drama (2005) Sworn To A Great Divide (2007) The Panic Broadcast (2010) The Living Infinite (2013) The Ride Majestic (2015) Verkligheten (2019) LINE-UP Björn „Speed“ Strid (v.) David Andersson (g.) Sylvain Coudret (g.) Sven Karlsson (keys) Bastian Thusgaard (dr.) DIE PATEN Wer mit den folgenden Bands etwas anfangen kann, dürfte auch an „Verkligheten“ Gefallen finden: In Flames * Scar Symmetry * Dark Tranquillity * Arch Enemy * Mercenary * Threat Signal * Mnemic * Strapping Young Lad * Devin Townsend * The Haunted * Insomnium * The Night Flight Orchestra

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REVIEW 8.0 21.11.2018

(Album des Monats, RH 379, 2018)

CHAPEL OF DISEASE - ...And As We Have Seen The Storm, We Have Embraced The Eye

Vielleicht war es ganz gut so, dass CHAPEL OF DISEASE nach dem noch relativ prosaischen Dödsmetall-Ding „The Mysterious Ways Of Repetitive Art“ nicht zu vermeintlichen Genre-Heilsbringern verklärt wurden, denn wer weiß, ob die Band dann nicht auf dem konservativen Pfad geblieben wäre... Stattdessen löst sie sich mit ihrem dritten Album völlig von allen stilistischen Zwängen, was „...And As We Have Seen The Storm, We Have Embraced The Eye“ zu einem nicht nur innerhalb der Szene beispiellosen Werk macht. Höchstens die Dänen Slægt reichen den Deutschen in Sachen Einfallsreichtum das Wasser, obwohl nicht einmal sie so frech sind, Stadion-Rock-würdige Melodien, lehrbuchmäßig virtuose Soli und offensichtliche NWOBHM-Referenzen mit gänzlich artfremden Elementen (Keyboards aus dem New-Wave- wie Artrock-Sektor) zu versöhnen. Wer dann noch glaubt, das typische Schwarzmetall-Tremolo sei nicht mit dem Blues vereinbar, sollte sich ´1.000 Different Paths´ zu Gemüte führen, wo Gitarrist Laurent eine eindrucksvoll emotionale Gesangsleistung erbringt. Trotz dieses Potpourris an Eindrücken klingt das Ganze sehr stimmig, ist aber vor allem ein Quantensprung für die Gruppe und dürfte in ein paar Jahren als eine der wegweisenden Platten angesehen werden, was zukunftsträchtigen Extrem-Metal angeht. Man möchte noch höher punkten, hat aber das Gefühl, dies sei nur der Start eines innovativen Höhenflugs, den zweifellos auch jedes alteingesessene Granitohr mitmachen kann. DISKOGRAFIE Chapel Of A Lifeless Cult (Split-7“ mit Lifeless, 2012) Summoning Black Gods (2012) The Mysterious Ways Of Repetitive Art (2015) ...And As We Have Seen The Storm, We Have Embraced The Eye (2018) LINE-UP Laurent Teubl (v./g.) Cedric Teubl (g.) Christian Krieger (b.) David Dankert (dr.) DIE PATEN Wer mit den folgenden Bands etwas anfangen kann, dürfte auch an „...And As We Have Seen The Storm, We Have Embraced The Eye“ Gefallen finden: Bölzer * Morbus Chron * Slægt * Opeth * Tribulation * Edge Of Sanity * Nightingale * Venenum * Sulphur Aeon * Necros Christos * Nocturnus * Alchemyst * Drowned * Dark Millennium * Sonne Adam

REVIEW 8.0 24.10.2018

(Album des Monats, RH 378, 2018)

FIFTH ANGEL - The Third Secret

Ohne Für und Wider, nur als „objektive“ Feststellung: Bei manchen Comebacks alter Helden merkt man, dass außer den Musikern selbst kaum jemand am Album-Entstehungsprozess beteiligt war (Heir Apparent, Ashbury...), bei anderen scheint sofort durch, dass auch professionelle, erfahrene, in der aktuellen Szene arbeitende Ohren hinter dem „Endprodukt“ stecken. Letzteres ist bei FIFTH ANGEL und ihrem Nuclear-Blast-Debüt „The Third Secret“ klar der Fall, ein Album, das dem selbstbetitelten 1986er Zehn-Punkte-Debüt und dem ebenfalls bockstarken „Time Will Tell“ von 1989 folgt - und dem der Underground seit Jahren entgegenfiebert wie kaum einem zweiten Release. Ob nun der „Entzug“ zu ersten völlig begeisterten Stimmen geführt hat, die des Engels dritte Visitenkarte, diesmal mit Gitarrist Kendall Bechtel an den Vocals, als legitimen Nachfolger der Frühwerke feiern, oder ob´s an einer nahezu deckungsgleichen „Konzeption“ liegt, weiß ich nicht, ich finde halt nur, dass zu lautes Klappern am Ende niemandem weiterhilft. Deshalb: „The Third Secret“ reicht natürlich NICHT ans Debüt heran, und es stiehlt auch nicht „Time Will Tell“ die Show. ABER: „The Third Secret“ ist ein mehr als gelungenes, sehr gut produziertes Metal-Album, das nur hier und da dazu neigt, im Mittelmaß zu versinken (´Queen Of Thieves´, der unauffällige Titelsong), dessen nicht wenige Höhepunkte wie der energetische Opener ´Stars Are Falling´, ´This Is War´ oder der deftige Rausschmeißer ´Hearts Of Stone´ sich im Gegenteil bei kommenden Liveshows, u.a. beim Rock Hard Festival, aber hervorragend zwischen den überragenden Hits der Vergangenheit machen werden, weil sie der Spannungskurve eben nicht entgegenwirken dürften. Und mal ehrlich: Das ist weit mehr, als große Teile der „Konkurrenz“ mittlerweile zu bieten in der Lage sind. DISKOGRAFIE Fifth Angel (1986) Time Will Tell (1989) The Third Secret (2018) LINE-UP Kendall Bechtel (v./g.) Ed Archer (g.) John Macko (b.) Ken Mary (dr.) DIE PATEN Wer auf folgende Acts steht, dürfte auch „The Third Secret“ in sein Herz schließen: Heir Apparent * Queensryche * Q5 * Hittman * Titan Force * Exxplorer * Leatherwolf * Crimson Glory * Impellitteri * Sacred Warrior * Chastain * Icon * Shok Paris * Nightshade * Villain * Glacier * Obsession * Cerebus * Racer X * Eden * Lizzy Borden * Panther * Mistrust * Knight Fury * FireWölfe

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REVIEW 8.0 26.09.2018

(Album des Monats, RH 377, 2018)

BEHEMOTH - I Loved You At Your Darkest

Polens Dunkel-Metal-Institution auf dem Weg an die Spitze! Ohne in die Kitschfalle zu stolpern oder zu vehement am Brutalitätslevel zu sparen, designt Mastermind Nergal BEHEMOTH 2018 stromlinienförmiger, kompakter, zugänglicher, weniger widerborstig und erschafft dadurch einen Arena-Black-Metal, der sich seine Ernsthaftigkeit bewahrt und nie zum Geisterbahn-Mummenschanz wird. Nergal lässt sein inzwischen elftes Album gelegentlich äußerst geschmeidig im harten (guten!) Goth wildern. Dieses Faible hat der BEHEMOTH-Boss schon lange, setzt es jedoch konsequenter denn je um. Vielleicht hat sein basisches Dark-Folk-Projekt Me And That Man weitere Hemmschwellen niedergerungen und dem AC/DC-Fan gezeigt, dass es keine Schande ist, wenn eine Komposition nicht erst nach dem x-ten Durchlauf im Ohr hängen bleibt. Inhaltlich wird bei BEHEMOTH hingegen nach wie vor angeeckt. Die Provokationsmesslatte der Band liegt bekanntermaßen hoch. Aber Nergal findet immer einen Weg. Wenn alles „Böse“ weitgehend ausgereizt ist (´God=Dog´ ist echt nicht so dolle), packt er das Wort „Liebe“ in den (wunderbaren!) Albumtitel. Teile der alten Fanbase wird das Entsetzen packen, zugleich werden viele Menschen, die diesen Satz als Bibelzitat erkennen, die nächste Blasphemieklage einreichen. Nergal hat also alles richtig gemacht. DISKOGRAFIE Sventevith (Storming Near The Baltic) (1995) Grom (1996) Pandemonic Incantations (1998) Satanica (1999) Thelema.6 (2000) Zos Kia Cultus (Here And Beyond) (2002) Demigod (2004) The Apostasy (2007) Evangelion (2009) The Satanist (2014) I Loved You At Your Darkest (2018) LINE-UP Nergal (v./g.) Orion (b.) Inferno (dr.) DIE PATEN Wer auf folgende Acts steht, dürfte auch „I Loved You At Your Darkest“ in sein dunkles Herz schließen: Watain * Marduk * Morbid Angel * Bölzer * Satyricon * Triptykon * Emperor * Dimmu Borgir * Secrets Of The Moon * Melechesh * Belphegor * Dark Funeral * Absu * Dark Fortress * Master´s Hammer

REVIEW 9.0 29.08.2018

(Album des Monats, RH 376, 2018)

ALICE IN CHAINS - Rainier Fog

BMG/Warner (53:56) Der Arschleck-Anfang des Openers ´The One You Know´, gleichzeitig die erste Strophe des Songs, ist natürlich bewusst gewählt, das abgehackte, beinahe dissonante Riffing, das erst im brillanten Refrain aufgelöst wird, irgendwo auch eine Art Augenzwinkern, ein „Wir machen´s, weil wir´s halt können!“, das sicherlich sogar Kurt Cobain gefallen hätte, hätte Kurt Cobain irgendwas gefallen. Andererseits sollte man hier jetzt nicht direkt mit Nirvana kommen, das hilft ja keinem, denn ALICE IN CHAINS waren natürlich schon immer die metallischste Grunge-Band von allen, man muss das noch mal erwähnen, wenn es EIN Album gibt, das als Bindeglied zwischen den Achtzigern und Neunzigern fungiert, ist das ja „Facelift“. Überhaupt sollte man diese Diskussion aber höchstens abschließend führen, der „Retro-Rock“, der in derselben Ursuppe rührt wie die Sabbath-Okkupationen der Grunge-Szene, wurde von der Underground-Klientel eh längst in Beschlag genommen, und ich habe in den letzten Monaten, in Gesprächen bei Konzerten oder auf Festivals, KEINE einzige Stimme unter - ächz - „Echt-Metallern“ vernommen, die zumindest die gute alte MILF Alice NICHT geil findet, und sei es nur hinter vorgehaltener Hand. Erwähnenswert ist das an dieser Stelle nicht, weil ALICE IN CHAINS nach mehr als fünf Jahren Pause generell mit einem neuen Album am Start sind, erwähnenswert ist das vor allem deshalb, weil ich mir nicht sicher bin, ob es sich bei „Rainier Fog“ nicht tatsächlich um ALICE IN CHAINS´ beste Platte überhaupt handelt, denn natürlich wird „Rainier Fog“ niemals die popkulturelle Relevanz des 1992er Schlüsselwerks „Dirt“ innehaben, aber im Gegensatz zu „Dirt“, das bei allen Hits ja auch zwei, drei echt langweilige, zähe Füller enthält, geht „Rainier Fog“ nach 54 Minuten als komplett konzentriertes (Alters-)Werk über die Ziellinie, das in seiner zweiten Hälfte mit u.a. dem entspannten Rocker ´Maybe´, dem Hookline-Monster ´Never Fade´ und dem hochemotionalen Abschluss ´All I Am´ sogar noch zulegt, selbst 30, 40 Durchgänge sind kein Problem, es bleibt tatsächlich spannend. Als Anspieltipp für Altfans sollte mit dem Proto-Doomer ´Red Giant´ trotzdem ein anderer Song fungieren - ein Stück nicht nur so geschmackvoll wie Cantrells Signature-Gitarre und DuValls Super-Vocals, sondern auch so gekonnt wie das wunderbare Artwork, welches alleine den Kauf der Vinyl-Version rechtfertigt. „Rainier Fog“? Das bisher beste Album des Jahres! (Natürlich hinter Ghost.) DISKOGRAFIE (Alben) Facelift (1990) Dirt (1992) Alice In Chains (1995) MTV Unplugged (live, 1996) Live (2000) Black Gives Way To Blue (2009) The Devil Put Dinosaurs Here (2013) Rainier Fog (2018) LINE-UP William DuVall (v./g.) Jerry Cantrell (g./v.) Mike Inez (b.) Sean Kinney (dr.) DIE PATEN Wer auf folgende Acts steht, dürfte auch „Rainier Fog“ in sein Herz schließen: Soundgarden * Black Sabbath * Mother Love Bone * Metallica * Temple Of The Dog * Mad Season * Nirvana * My Sister´s Machine * Screaming Trees * Tool * Pearl Jam * Kyuss * Down * Clutch * Pantera

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REVIEW 8.5 25.07.2018

(Album des Monats, RH 375, 2018)

TAD MOROSE - Chapter X

GMR/Soulfood (60:35) Mit 27 (!) Jahren auf dem Buckel tun TAD MOROSE einen Teufel, ihren im Kern nie wesentlich veränderten Stil zu modifizieren, aber da die Schweden nie omnipräsent waren, wird man ihrer auch 2018 nicht überdrüssig, selbst wenn „Chapter X“ eine Predigt für bereits Bekehrte darstellt. Der düstere, dezent mit Keyboards untermalte Sound der Band gehört zu einer aussterbenden Art zwischen Doom und Prog, ohne so ganz das eine oder andere zu sein. Stattdessen hält sich das Quintett an genreübergreifende Tugenden wie eingängige Melodien bzw. Refrains, wie um den von jeher leicht sperrigen Eindruck zu relativieren, den seine Musik zunächst erweckt. Dabei beweist sich Ronny Hemlin erneut als falls nicht bester, so doch ohne Zweifel flexibelster Sänger, den die Gruppe je hatte, ob er zu schleppenden Riffs growlt oder sich in Euro-Metal-Antreibern vor Michael Kiske verbeugt - inklusive frech klischeehafter „Fly like an eagle“-Parolen. Hinzu kommen mit Heldenchören, derben Stakkato-Rhythmen und umso ruhigeren Parts, die an Nevermore denken lassen, weitere Farbtupfer, die 14 Songs lang keinen Leerlauf zulassen - und das gelingt heute so gut wie keiner traditionellen Stahlfabrik mehr. DISKOGRAFIE Leaving The Past Behind (1993) Sender Of Thoughts (1995) Paradigma (EP, 1996) A Mended Rhyme (1997) Reflections (Compilation, 2000) Undead (2000) Matters Of The Dark (2002) Modus Vivendi (2003) Revenant (2013) St. Demonius (2015) Chapter X (2018) LINE-UP Ronny Hemlin (v.) Christer Andersson (g.) Kenneth Jonsson (g.) Johan Löfgren (b.) Peter Morén (dr.)

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