Teaser

Teaser

REVIEW 02.11.2018

(DVD - Musik, RH 378, 2018)

OPETH - Garden Of The Titans: Live At Red Rocks Amphitheatre

Mit „Garden Of The Titans“ veröffentlichen OPETH ihre vierte Live-DVD und setzen erneut Maßstäbe. Kaum eingelegt, strömt Herbst-Feeling aus den Boxen, und draußen fallen augenblicklich die Blätter von den Bäumen. In einer fantastischen Szenerie zelebrieren die Schweden gut eineinhalb Stunden ihre Mischung aus älteren Nummern mit Death-Metal-Einschlag sowie den neueren Progrock-Hymnen. Zwischen den Songs natürlich immer zu einem Spaß aufgelegt, präsentiert sich Mastermind Mikael Åkerfeldt bestens gelaunt, und seine Truppe überzeugt musikalisch auf ganzer Linie. Selbst der kleine Ausfall der Gitarre bei ´Demon Of The Fall´ wird professionell überspielt. Stockholms Prog-Titanen demonstrieren einmal mehr eindrucksvoll ihre Detailversessenheit und Präzision, ohne dass das Live-Feeling dabei zu kurz kommt. Eine Band, die es schafft, 90 Minuten allerfeinste Kost zu bieten, und dabei nicht auf Songs von ihren Meilensteinen „Still Life“ und „Blackwater Park“ zurückgreifen muss, verdient wirklich höchsten Respekt. Für die kommenden Herbst- und Winterabende eine sehr kluge Anschaffung! Das Ganze gibt´s als Blu-ray plus CD, DVD plus CD und Doppel-LP! Eisenfavst DREI FRAGEN AN OPETH-GITARRIST FREDRIK ÅKESSON Fredrik, „Garden Of The Titans“ ist eure vierte Live-DVD, und genau wie die letzte Disc, die in der Royal Albert Hall aufgenommen wurde, entstand sie an einem ganz speziellen Ort. Wie seid ihr auf das Red Rocks Amphitheatre aufmerksam geworden? »Bisher wurden ja alle unsere DVDs in Hallen aufgenommen, und wir haben noch nie eine Show unter freiem Himmel gefilmt, daher war dies einer der Hauptgründe. Unser Manager hat uns die Idee während der Proben für die Tour vorgeschlagen. Ich hatte von der Location noch nicht viel gehört, außer dass U2 dort mal einen Auftritt gefilmt haben, aber ich höre nicht wirklich viel U2. Als wir uns dann Bilder des Amphitheaters online angeschaut haben, war schnell klar, dass wir dort filmen würden. Außerdem haben wir jetzt drei Studioalben seit der letzten DVD veröffentlicht, also wurde es mal wieder Zeit, und wir haben uns auch ziemlich fit dafür gefühlt.« Mikael erwähnt während des Konzerts oft, dass es extrem kalt ist, der Wind eisig über die Bühne fegt, und er reibt sich nach manchen Songs die Hände. War es in der Situation schwer, eure komplizierten Riffs zu spielen? »Oh ja! Und das Verrückte daran ist, dass dort ja dieses Wüstenklima herrscht. Am Tage sind wir in Shirts herumgelaufen, aber während des Gigs war es bitterkalt. Nach ein paar Songs zog dann sogar ein Sturm auf. Das war schon hart. Meine Finger waren wie Eisklumpen, und ich dachte zwischendurch: „Wie zur Hölle soll ich die Soli spielen?“ Wir waren sogar nach dem Gig recht enttäuscht, weil wir dachten, dass wir wegen der Kälte eine Menge falsche Noten gespielt hätten, aber glücklicherweise ist dem nicht so gewesen. Als wir die Aufnahmen gehört haben, waren wir sehr erleichtert.« Bei ´Demon Of The Fall´ fällt dann Mikaels Gitarre beim Anfang des cleanen Parts aus. Werdet ihr immer noch nervös in solchen Momenten, oder vertraut ihr auf eure Crew? »Haha, daran kann ich mich sehr gut erinnern. Wir haben einfach gewartet und gehofft, dass das Problem schnell behoben wird. Irgendwie ist das auch ein Fluch, denn auf der letzten DVD ist mir das Gleiche passiert. Beim Song ´Lotus Eater´ ist meine Gitarre einfach verreckt, und die Pause war sogar noch länger als jetzt bei ´Demon Of The Fall´. Diesmal war halt Mikael dran, hehe! Zum Glück spielen wir nicht auf Klick, denn wenn dir das dann passiert, bist du am Arsch. Wir hingegen können dann improvisieren und das schneller beheben. Aber na klar, wir waren voll angepisst deswegen, doch was willst du machen? Du musst halt hoffen, dass es schnell wieder funktioniert.«

Teaser

REVIEW 8 02.11.2018

(Dynamit, RH 378, 2018)

SICK OF IT ALL - Wake The Sleeping Dragon!

Das Fünfziger-Jahre-Monsterfilm-Cover mit dem Drachen, der das Empire State Buildung umschlingt, gehört zum unterhaltsamsten, was die Hardcore-Legende seit ihrem Start Ende der Achtziger um ihre Tonträger geschlungen hat. Niedergerissen wird in ihren 17 kurzen neuen Brettern aber nicht nur das Empire, sondern auch andere Ärgernisse wie etwa die systematische Tierquälerei oder der Egowahn moderner Selbstdarsteller. Für Letztere nehmen sich die zornigen Männer auf 'Self Important Shithead' gerade mal 58 Sekunden Zeit. Mehr haben die Selfie-Trottel nicht verdient. An anderen Stellen der Platte wird es überraschend langsam und melodisch, wenn man unter Melodie Kneipengesang und Fußballchöre versteht. Chuck Ragan von Hot Water Music und Tim McIlrath von Rise Against sind zu Gast, selbst Letzterer trotz des Breitwanderfolges seiner Band von Natur aus ebenfalls mit dem groben Schleifpapier gesegnet. Doch nicht nur zwischen den Stücken, sondern auch innerhalb von ihnen stimmt die Varianz. Mag ja sein, dass SICK OF IT ALL „still pissed“ sind, doch das Timing und die Konstruktion von Qualitäts-Hardcore beherrschen sie so rational wie perfekt. Wann immer es genug ist mit der Galopping Drum, starten sie den Groove-Teil eines Songs. Wann immer das Publikum von Lou Kollers Gebell ermüdet sein könnte, öffnet sich der Song zum Group Shout und Chorus. Klanglich hat Jerry Farley das Ding so produziert, dass Drums und Stimme die Gitarren zum bloßen Straßenbelag degradieren, während die Felle und die Stimmbänder die Go-Karts immerfort gegen die Banden bumpern lassen. Ein Album frei von zukünftigen Klassikern, aber durchweg kurzweilig.

Teaser

Teaser

Melde dich für unseren Newsletter an und verpasse nie mehr die wichtigsten Infos

Diese Seite verwendet Cookies. Erfahrt in unserer Datenschutzerklärung mehr darüber, wie wir Cookies einsetzen und wie Ihr Eure Einstellungen ändern und Cookies deaktivieren könnt. Darüber hinaus verwenden wir Cookies Dritter für die Einbindung audiovisueller Inhalte durch Youtube, Spotify und Soundcloud. Dem könnt ihr hier zustimmen oder dies ablehnen. Datenschutzerklärung ansehen.