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REVIEW 8.0 28.08.2019

(Dynamit, RH 388, 2019)

SACRED REICH - Awakening

SACRED REICH waren noch nie große Freunde ausufernder Alben, mit den acht Songs von „Awakening“ unterbieten sie aber sogar noch die 32:34 Minuten ihres 1987er Debüts „Ignorance“. Problematisch und ein weiterer Grund zum Mosern wäre das allerdings nur, würden die verdienten Arizona-Thrasher insgesamt schwächeln und mit der kompletten A-Seite sowie dem B-Seiten-Abschluss ´Revolution´ und ´Something To Believe´ NICHT ihre besten Schoten seit „The American Way“ (von 1990!) raushauen (der B-Seiten-Beginn mit ´Killing Machine´ und ´Death Valley´ pröttelt leider ein wenig vor sich hin). Jedenfalls habe ich das tatsächlich erst fünfte Studioalbum von Phil Rind & Co. jetzt schon öfter gehört als die ´93er und ´96er Schoten „Independent“ (noch halbwegs okay...) und vor allem „Heal“ (nun ja...) in zweieinhalb Dekaden. Wirklich schnell wird es auf „Awakening“ zwar nur bei ´Divide & Conquer´, erwähntem ´Revolution´ und ´Manifest Reality´ mit seinen deutlichen Slayer-Momenten; im Gegensatz zu weiten Teilen der Konkurrenz stanken SACRED REICH aufgrund ihrer ausgefeilteren Songwriting-Skills aber auch im Midtempo zumindest in ihrer Hochphase (siehe oben) niemals ab, und auch diesmal liefern sie ihre besten Hooks, wenn sie Geschwindigkeit rausnehmen (´Salvation´, ´Something To Believe´). Dass die Wahl des Producers Arthur Rizk, der neben Cavalera Conspiracy bislang vor allem für Underground-Highlights wie Sumerlands, Crypt Sermon, Devil Master und Eternal Champion verantwortlich zeichnete, im ersten Moment gewagt anmutet, ist eher der eigenen Erwartungshaltung geschuldet: Nimmt man ein wenig die Bässe raus, was zumindest bei meiner digitalen Promo unbedingt vonnöten ist, entpuppt sich der Sound der Platte als herrlich organisch und im schönsten Sinne „unperfekt“!

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REVIEW 8.5 09.08.2019

(Album, )

SLIPKNOT - We Are Not Your Kind

Nach dem Tod von Paul Gray und der Trennung von Joey Jordison hatten SLIPKNOT sich 2014 mit einem Paukenschlag von Album zurückgemeldet. Dass „.5: The Gray Chapter“ in seiner Aggressivität und Hitdichte schwer zu toppen sein würde, war sicherlich auch der Iowa-Rasselbande klar. Wobei diese Band schon immer ein für ihr Genre eher untypischer Wille zur Weiterentwicklung ausgezeichnet hat. Shawn „Clown“ Crahan sprach früh von der Idee eines Doppelalbums mit Floyd'schen Ausmaßen, was die Band (vorerst?) auf ein Einzelalbum runtergedampft hat. Die wilden Neun blicken auf „We Are Not Your Kind“ erneut nach vorn, ohne ihre Wurzeln zu kappen. Schon die erste Single 'Unsainted' kombiniert auf geniale Art und Weise Aggro-Geklöppel mit einem hymnischen Refrain, bei dem der dezente Einsatz des „Angel City Chorale“ für interessante Farbtupfer sorgt. 'Birth Of The Cruel' stellt im Anschluss unter Beweis, dass man auch heute noch innovative Ideen ins Tribal- und Groove-Metal-Genre einfließen lassen kann. 'Nero Forte' erweist sich hingegen als vielseitiges Biest, bei dem weder Aggressivität noch Hymnenhaftigkeit zu kurz kommen. Bereits diese drei Hits zeigen erneut SLIPKNOTs Stärke, eigenständige, vielseitige Songs zu schreiben, die sich im Gegensatz zu vielen ihrer Genre-Kollegen eben nicht auf eine Formel runterbrechen lassen. Nummern wie 'Critical Darling' oder 'Red Flag' können dieses Hit-Niveau zwar nicht halten, funktionieren dafür aber im Kontext des Albums, das durch den verstärkten Einsatz von Interludes als cineastisches Gesamtkunstwerk angelegt ist. Für maximale Dynamik sorgt der Wechsel zwischen dem TripHop von 'Spiders' und dem thrashigen 'Orphan', während im Finale 'Not Long For This World' und 'Solway Firth' noch mal alle Register gezogen werden. Der einzige Wermutstropfen stellt somit das Fehlen der 2018 veröffentlichten 'All Out Life'-Single dar, die es lediglich als Japan-Bonustrack aufs Album geschafft hat.

REVIEW 8,5 24.07.2019

(Album des Monats, RH 387, 2019)

SUICIDAL ANGELS - Years Of Aggression

SUICIDAL ANGELS stehen schon immer für erstklassigen Thrash Metal. Genauso kontinuierlich wird den Griechen ein Mangel an Eigenständigkeit vorgeworfen. Dass übermäßige Innovation im Thrash seit jeher nach hinten losgeht, wird dabei gern vergessen. Oder aber es meckern nur Leute rum, die die Essenz dieses Genres eh nicht kapiert haben. Und die lautet nun mal geile Riffs, Tempo, Energie und 'ne gewisse Fuck-off-Attitüde. Natürlich ist „Years Of Aggression“ von diversen alten Heldentaten inspiriert. Aber eine Mischung aus, sagen wir mal: Slayer, Kreator und Xentrix, die diverse Alben der Vorbilder LOCKER aussticht, ist einfach so was von fuck-geil, dass einem jeder leidtun kann, der dieses superb produzierte Edel-Thrash-Paket nicht umgehend in seine Sammlung packt. Es wird wirklich Zeit, die Genre-Hackordnung nicht nach Alter, sondern nach Qualität zu sortieren! DISKOGRAFIE Armies Of Hell (EP, 2006) Eternal Domination (2007) Sanctify The Darkness (2009) Dead Again (2010) Bloodbath (2012) Divide And Conquer (2014) Division Of Blood (2016) Years Of Aggression (2019) LINE-UP Nick Melissourgos (v./g.) Gus Drax (g.) Aggelos Lelikakis (b.) Orpheas Tzortzopoulos (dr.) DIE PATEN Wer mit den folgenden Bands etwas anfangen kann, dürfte auch an „Years Of Aggression“ Gefallen finden: Kreator * Slayer * Destruction * Exodus * Hatriot * Legion Of The Damned * Dark Angel * Havok * Xentrix * Overkill * Warbringer * Whiplash * Exumer * Angelus Apatrida * Evile * Demolition Hammer * Sodom * Testament * Metallica * Death Angel

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REVIEW 8.5 24.07.2019

(Dynamit, RH 387, 2019)

POTENTIAL THREAT SF - Threat To Society

Die seit 1986 existenten Bay-Area-Thrasher POTENTIAL THREAT (später kam noch der Zusatz „SF“ für San Francisco hinzu) sind seit jeher ein Geheimtipp für alle Underground-Thrasher. Dass es die Band im Vergleich zu ihren Artgenossen von Metallica, Testament, Exodus oder auch Death Angel nie gepackt hat, liegt wahrscheinlich hauptsächlich darin begründet, dass man Ende der Achtziger nach zwei Demos nicht sofort gesignt wurde. So vergingen die Jahre, ehe man 2009 mit dem ersten Full-length-Werk „A New Threat Level“ aufwarten konnte, auch weil die beiden Noble-Brüder Kenny (dr.) und Mike (v./g.) nie aufgaben und die Band nach wie vor mit sehr viel Herzblut betreiben. Verstärkt durch Death-Angel-Bassist Damien Sisson, ist „Threat To Society“ garantiert das bislang ausgereifteste und beste Werk der Westküsten-Thrasher. Das geniale Uptempo-Riffing ist deutlich von Exodus und den frühen Metallica geprägt und macht Songs wie den formidablen First-Class-Banger ´Raise Your Fist´ zu absoluten Thrash-Granaten. Ein derart rootsbezogenes Bay-Area-Werk wie „Threat To Society“ hat man in den letzten Jahren selten zu Gehör bekommen. Das Quartett ist technisch voll auf der Höhe, und die beiden Gitarristen schütteln sich wahrlich ein Sahne-Riff nach dem anderen aus dem Ärmel. Das Teil hier ist auf 500 Stück limitiert und für schlappe 14 Euro (inklusive Porto) unter $(LEhttp://www.ragnaroek-records.de:www.ragnaroek-records.de|_blank)$ zu erwerben. Thrash ´til death!

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REVIEW 7.0 24.07.2019

(Dynamit, RH 387, 2019)

DESTRUCTION - Born To Perish

Eins muss man ihnen lassen: DESTRUCTION schaffen es immer wieder, im Vorfeld einer Album-Veröffentlichung hohe Erwartungen zu schüren. Diesmal sind die Trümpfe im Ärmel die Line-up-Aufstockung um Drum-Granate Randy Black und ganz besonders den zweiten Gitarristen Damir Eskić. Wobei wir ein doppeltes Gitarrengespann bei DESTRUCTION früher schon mal hatten, und zumindest ältere Semester wissen, dass Urmitglied Mike Sifringer eigentlich keine Verstärkung braucht. Es gibt auf „Born To Perish“ immer wieder verdammt geile Riffs, und ein ums andere Mal kriegt man echt das große Zappeln in sämtlichen Gliedmaßen. Ebenso häufig versanden diese Ideen jedoch in einer gewissen Schludrigkeit. Nehmt zum Beispiel den eröffnenden Titelsong: schniekes Riffing, sehr cooler Übergang vom eröffnenden Midtempo zum Thrash-Beat. Ab der Mitte mäandert das Stück jedoch für ´ne Weile ziemlich uninspiriert durch die Gegend. Auch bei anderen Songs sind Refrains und eingestreute Zwischenparts ein Stück schwächer als Strophen und Leads (´Inspired By Death´, ´Betrayal´, bei ´We Breed Evil´ ist´s amüsanterweise genau umgekehrt), was auf ein „Wow!“ immer wieder ein „Schade aber auch...“ folgen lässt. Und balladeske Passagen wie in ´Butchered For Life´ haben bei Schmier & Co. eh noch nie funktioniert. „Born To Perish“ könnte in entschlackter Version ein echter Hammer sein (bestes Beispiel ist das gut auf den Punkt bretternde ´Tyrants Of The Netherworld´), ist in dieser Form aber mit nicht so wirklich geilen Ideen überladen. Weniger ist bei DESTRUCTION schon immer mehr gewesen. Egal, ob es die Zahl der Riffs und Songteile oder die der Gitarristen ist.Eins muss man ihnen lassen: DESTRUCTION schaffen es immer wieder, im Vorfeld einer Album-Veröffentlichung hohe Erwartungen zu schüren. Diesmal sind die Trümpfe im Ärmel die Line-up-Aufstockung um Drum-Granate Randy Black und ganz besonders den zweiten Gitarristen Damir Eskić. Wobei wir ein doppeltes Gitarrengespann bei DESTRUCTION früher schon mal hatten, und zumindest ältere Semester wissen, dass Urmitglied Mike Sifringer eigentlich keine Verstärkung braucht. Es gibt auf „Born To Perish“ immer wieder verdammt geile Riffs, und ein ums andere Mal kriegt man echt das große Zappeln in sämtlichen Gliedmaßen. Ebenso häufig versanden diese Ideen jedoch in einer gewissen Schludrigkeit. Nehmt zum Beispiel den eröffnenden Titelsong: schniekes Riffing, sehr cooler Übergang vom eröffnenden Midtempo zum Thrash-Beat. Ab der Mitte mäandert das Stück jedoch für ´ne Weile ziemlich uninspiriert durch die Gegend. Auch bei anderen Songs sind Refrains und eingestreute Zwischenparts ein Stück schwächer als Strophen und Leads (´Inspired By Death´, ´Betrayal´, bei ´We Breed Evil´ ist´s amüsanterweise genau umgekehrt), was auf ein „Wow!“ immer wieder ein „Schade aber auch...“ folgen lässt. Und balladeske Passagen wie in ´Butchered For Life´ haben bei Schmier & Co. eh noch nie funktioniert. „Born To Perish“ könnte in entschlackter Version ein echter Hammer sein (bestes Beispiel ist das gut auf den Punkt bretternde ´Tyrants Of The Netherworld´), ist in dieser Form aber mit nicht so wirklich geilen Ideen überladen. Weniger ist bei DESTRUCTION schon immer mehr gewesen. Egal, ob es die Zahl der Riffs und Songteile oder die der Gitarristen ist.

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