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REVIEW 9 24.02.2021

(Dynamit, RH 405, 2021)

ARCHITECTS - For Those That Wish To Exist

Auf „Holy Hell“ haben ARCHITECTS den tragischen Tod von Tom Searle verarbeitet und damit die Trilogie zu seiner Krebserkrankung abgeschlossen. Danach waren die Köpfe frei(er) für ein neues Kapitel, das sie jetzt aufschlagen. Die smarten Jungs aus Brighton haben den Restart genutzt, um sich noch mehr zu trauen und ihren Post-Metalcore-Klangkosmos zu erweitern. Vor allem die elektronischen und orchestralen Elemente haben an Bedeutung gewonnen, ohne dass die massiven Riffs und rhythmischen Trademarks über Bord geschmissen wurden. Gerade in Verbindung mit dem nun mehrheitlich verwendeten Klargesang (Chapeau, Sam Carter!) ergibt sich ein großer Schritt in Richtung Mainstream - allerdings ohne die damit meist einhergehende negative Konnotation. Trotz massiven Pop-Appeals ist „For Those That Wish To Exist“ nämlich zu keiner Zeit cheesy, pathetisch oder beliebig, sondern begeistert mit authentischen Emotionen, einer kunstvollen Gratwanderung zwischen zerbrechlich und brachial sowie großen Hooklines. Gewiss wird es Fans geben, die diese Wandlung nicht mitmachen wollen, aber die Band hat sich schon immer frei von Erwartungshaltungen entwickelt - man denke nur an den Sprung von „Hollow Crown“ zu „The Here And Now“. Auch diesmal sprechen der kreative Mut und die Klasse der Kompositionen für sich, wie besonders der grooveriffende Brecher 'Black Lungs', die cineastische Hymne 'Dead Butterflys', die packende Lead-Single 'Animals', das wüste 'Impermanance' mit Gastbrüller Winston McCall (Parkway Drive) und der sehr dynamische Laut/leise-Hit 'Goliath' mit Simon Neil (Biffy Clyro) zeigen. Dieser Schritt ist ein großer!

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REVIEW 8,5 27.01.2021

(Dynamit, RH 404, 2021)

TRANSATLANTIC - The Absolute Universe: The Ultimate Edition

Was tun, wenn ein Doppelalbumkonzept nicht mehr proggy genug ist? Einfach die beiden Discs noch ein zweites Mal in einer etwas kompakteren Version mit überarbeiteten Arrangements und teilweise anderem Gesang aufnehmen und das Ganze als „The Ultimate Edition“ (drei CDs, fünf LPs, Blu-ray, großes Booklet, Poster) in die Läden stellen. Sinn kann so eine Mega-Veröffentlichung nur bei wirklich großen Könnern machen, und genau solche sind TRANSATLANTIC fraglos. Von daher ist das Boxset ihres neuen Albums „The Absolute Universe“ auch keine Fan-Verarsche, sondern eine spannende mehrstündige Achterbahnfahrt durchs Classic-Prog-Wunderland. Der Allstar-Haufen hatte schon mal stärkere Leitmotive, und am genialsten ist die Band immer noch, wenn Neal Morse singt (was er auch diesmal nicht immer tut), aber mit umwerfenden Hymnen wie 'Heart Like A Whirlwind' oder perfekt verknüpften Nummern wie dem kantigen Rocker 'Looking For The Light' nach der sonnigen Beatles-Hommage 'Rainbow Sky' liefern TRANSATLANTIC bei aller kompositorischen Routine erneut feinste Genre-Kost ab. Und wer ein Album mit einem Doppeltreffer wie 'The Greatest Story Never Ends' (famose Gentle-Giant-Gesänge) und 'Love Made A Way' (ganz große Dramatik) abschließen kann, ist eh über jeden Zweifel erhaben. Beide Versionen des Albums sind übrigens auch einzeln erhältlich, aber echte Fans brauchen natürlich die Vollbedienung.

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