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REVIEW 9 11.01.2019

(Album des Monats, RH 380, 2018)

SOILWORK - Verkligheten

Es ist schon erstaunlich, wie gut SOILWORK sich in den letzten Jahren berappelt haben. Nach dem Ausstieg von Hauptsongwriter Peter Wichers hatten viele Fans die Modern-Melodic-Death-Metal-Truppe schon abgehakt. Doch mit „The Living Infinite“ und „The Ride Majestic“ bewies die Band, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen zählt. Nachdem Drummer Dirk Verbeuren allerdings zu Megadeth abgewandert ist und die kreativen Masterminds Björn „Speed“ Strid und David Andersson ihren Fokus vorübergehend auf ihre AOR-Band The Night Flight Orchestra gelegt haben, war nicht unbedingt damit zu rechnen, dass „Verkligheten“ die letzten Alben noch toppt. Dem elften Longplayer hat der Produzenten- und Mixer-Wechsel (für Jens Bogren kam Thomas „PLEC“ Johansson) keineswegs geschadet. Vor allem das bombige Schlagzeugspiel von Bastian Thusgaard profitiert wesentlich vom druckvollen und natürlichen Sound. Zudem hat die Band ihr Songwriting etwas geradliniger gestaltet und konzentriert sich auf atmosphärisch-melancholische Melodien, abwechslungsreiche Riffs und eingängige Refrains, statt unnötige Haken zu schlagen. Die Härte ist indes nicht abhanden gekommen, ab und an schimmern gar Black-Metal-Versatzstücke und klassische Heavy-Metal-Riffs durch, die SOILWORK geschickt für ihren originellen Sound vereinnahmen. Speed setzt den elf Songs mit seinem Chamäleon-Gesang zwischen tiefen Growls und anbetungswürdigen Clean Vocals die Krone auf. So kann das Sextett ein ganzes Arsenal an Hits bereitstellen, von denen einige sich als neue Dauerbrenner bei zukünftigen Konzerten erweisen sollten. „Verkligheten“ geht nicht nur als bestes SOILWORK-Album der Neuzeit über die Ziellinie, sondern ist schon jetzt ein heißer Anwärter auf das Album des Jahres 2019! DISKOGRAFIE (Studioalben) Steelbath Suicide (1998) The Chainheart Machine (2000) A Predator´s Portrait (2001) Natural Born Chaos (2002) Figure Number Five (2003) Stabbing The Drama (2005) Sworn To A Great Divide (2007) The Panic Broadcast (2010) The Living Infinite (2013) The Ride Majestic (2015) Verkligheten (2019) LINE-UP Björn „Speed“ Strid (v.) David Andersson (g.) Sylvain Coudret (g.) Sven Karlsson (keys) Bastian Thusgaard (dr.) DIE PATEN Wer mit den folgenden Bands etwas anfangen kann, dürfte auch an „Verkligheten“ Gefallen finden: In Flames * Scar Symmetry * Dark Tranquillity * Arch Enemy * Mercenary * Threat Signal * Mnemic * Strapping Young Lad * Devin Townsend * The Haunted * Insomnium * The Night Flight Orchestra

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REVIEW 8.5 11.01.2019

(Dynamit, RH 380, 2018)

NAILED TO OBSCURITY - Black Frost

Keine Ahnung, ob der Label-Aufstieg zum Branchenriesen Nuclear Blast den Niedersachsen NAILED TO OBSCURITY einen Kreativitäts- und Qualitätsschub verliehen hat, aber Fakt ist: Mit „Black Frost“ erreicht der Fünfer ein neues Level - musikalisch gereift, atmosphärisch unheimlich dicht, sodass man mittlerweile auf Augenhöhe mit Bands wie Katatonia, Opeth oder Ghost Brigade agiert. Die sieben von V. Santura (Triptykon, Secrets Of The Moon, Obscura) kraftvoll und transparent produzierten Epen atmen, fließen und besitzen eine enorme Strahlkraft. Dabei umschiffen NAILED TO OBSCURITY mit ihrem progressiv angehauchten Death/Dark-Metal jegliche Klischees und finden mit „Black Frost“ ihre komplett eigene Nische. Die beiden Gitarristen spielen wunderbare Melodien, die immer wieder zum Träumen verleiten (´Black Frost´), aber auch die nötige Härte lässt man nicht außen vor und hämmert bisweilen ganz schön heftige Riffs. Einen großen Satz nach vorne hat zudem Sänger Raimund gemacht, der mächtig an seinen cleanen Vocals gearbeitet hat und eine erstaunliche Variabilität an den Tag legt, explizit nachzuhören im an neuere Katatonia erinnernden, herrlich melancholischen ´Tears Of The Eyeless´. „Black Frost“ ist Musik für nachdenkliche Menschen, für kalte Winterabende vor dem Kamin, aber „Black Frost“ ist auch Musik für lebensfrohe Menschen, die sich auf den nächsten Frühling freuen. Eine Platte mit Suchtpotenzial. Grandios!

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REVIEW 8.5 10.01.2019

(Album, RH 380, 2018)

XANDRIL - The Vision Of Rotting Darkness: The Demos 1985-1988

Ihr „Rotting Paradise“-Tape von 1986 gehörte zu den ersten Demos, die sich Metal-Novize Stefan Glas seinerzeit bestellte – und er reihte sich prompt in die Fanschar von XANDRIL ein, weshalb er nicht nur die weiteren Demos begierig einatmete, sondern auch den Nachfolgebands Medusa und Megace nur zu gerne folgte. Außerdem trug die tolle Stimme von Bettina Paschen sicherlich ihren Teil dazu bei, dass meinereiner bis heute eine Schwäche für metallischen Frauengesang hat. Allerdings blieben XANDRIL immer ein Insidertipp, sodass es umso erfreulicher ist, dass „Rotting Paradise“ zusammen mit den beiden Nachfolge-Tapes sowie einigen unveröffentlichten Proberaumaufnahmen als Doppel-Vinyl aufgelegt wurde. „The Vision Of Rotting Darkness: The Demos 1985-1988“ ist eine mustergültige, auf 500 handnummerierte Exemplare limitierte Veröffentlichung im Klappcover mit unzähligen Fotos sowie einem Beileger mit Texten und Linernotes. Man kann nur hoffen, dass das junge Label HMH Records weiterhin derart herausragende Arbeit verrichten wird. Beim Label ist die XANDRIL-Platte schon ausverkauft, weshalb ihr euch schnellstens bei den spezialisierten Händlern umschauen solltet, wo noch das eine oder andere Exemplar zu finden ist. Als Trost gibt es derzeit noch die beiden Singles mit den Demos aus dem Jahr 1983 via $(LEhttp://www.hmhrec.com:www.hmhrec.com|_blank)$, womit die Wartezeit bis zur anstehenden Doppel-CD verkürzt werden kann.

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