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REVIEW 8.5 27.04.2022

(Dynamit, RH 419, 2022)

SCALPTURE - Feldwärts

Mit ihrem dritten Album haben es die Bielefelder Death-Metaller geschafft, ihren von Bands wie Hail Of Bullets, Asphyx und Bolt Thrower inspirierten Sound auf eine qualitativ noch höhere Stufe zu hieven. Das fängt an beim außergewöhnlichen Coverartwork von Eliran Kantor, das einen Kriegsversehrten aus dem Ersten Weltkrieg zeigt, von dessen Anblick man sich als Betrachter nur schwerlich losreißen kann. In den aktuellen Zeiten sollte man das Thema Krieg noch viel sensibler angehen als gewöhnlich, und das haben SCALPTURE mit „Feldwärts“ auf jeden Fall geschafft. Das Quintett hält keine Geschichtsstunde, sondern ist viel mehr darauf bedacht, Emotionen auszulösen und Nachdenken zu provozieren. Die Musik fußt natürlich auf den traditionellen Todesblei-Zutaten, wobei es SCALPTURE verstehen, das Tempo mit ganz viel Geschick immer wieder zu variieren und von Uptempo- über Groove-Parts bis hin zur totalen Raserei alles an Geschwindigkeit beziehungsweise Nicht-Geschwindigkeit anzubieten. Und da ist ja noch diese melancholische Grundatmosphäre, diese Tristesse, die man in fast jedem SCALPTURE-Song findet, was fast ein Alleinstellungsmerkmal darstellt und die Band von den eingangs erwähnten Heroen unterscheidet. Anspieltipps: der furiose, knallharte Opener ´To End All Wars´, das düstere, doomige ´Grabengott´ und das mit einem herrlichen Uffta-Rhythmus versehene, pulverisierende ´Stahlbad´. Mit „Feldwärts“ gehören SCALPTURE auf jeden Fall zu der Speerspitze der deutschen Death-Metal-Bewegung. Chapeau!

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REVIEW 7.5 27.04.2022

(Dynamit, RH 419, 2022)

CALIBAN - Dystopia

Es gibt Filme, bei denen bleibst du noch bis nach dem Abspann sitzen, weil du nicht fassen kannst, was du eben gesehen hast. Weil es tief ging, emotional oder ästhetisch. Weil es ungewöhnliche Wege wählte. Und dann gibt es eben Blockbuster, in denen es zwar auch düster und derbe zur Sache gehen kann, nach denen aber die meisten schon in der Tiefgarage das Auto aufschließen, während drinnen noch die Credits laufen. CALIBANs 13. Album tendiert wie üblich zu Letzterem, aber zur grimmigen Freude des geübten Publikums nicht nur. Zu ´sWords´ mit seinem brutalen Drama oder den à la Hatebreed einsteigenden ´Darkness I Became´ und ´The World Breaks Everyone´, einem sehr gelungenen Finale, will man tatsächlich freundschaftlich Leute verprügeln... zumindest, bis wieder der Singalong-Refrain einsetzt oder cineastische Synthies ein paar Stimmungsbilder der düsteren Zukunftsstadt ins Hirn projizieren. Dieses Hin und Her zwischen wuchtigen Riffs, die zum Violent Dancing animieren, und poppigen Hooklines, zu denen Chris Pratt auf einem Großstadtdach todesmutig und regennass dem Schurken entgegenlaufen könnte, bildet das Erfolgskonzept der erfolgreichen Truppe. Kaum jemand beherrscht dieses Rezept traumwandlerischer als sie, und im Falle von ´Hibernate´ oder der Single ´VirUs´ mit Marcus Bischoff von Heaven Shall Burn entstehen dabei Hooklines, die man tagelang in der Birne mit sich herumträgt. Im Herzen aber, dort, wo besagter Bischoff mit ´Protector/Weakness Leaving My Heart´ vom letzten Heaven-Shall-Burn-Album auch zwei Jahre nach Erscheinen immer noch sitzt, bleibt ein Album wie „Dystopia“ wenig hängen.

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